gt'
zog
nid
hen
irr-
deS
des
ine
cht,
»e-
das
ein
Lu-
tten
lie-
)ka-
her
>zu-
reis
Le-
sen
Uh-
eine
die
en.
mi-
nese
iber
ct.),
end
a«r
>rni
heN
ier:
aus
für
ent-
ring
des
cha-
D>r
aals
ges-
nerl
)ar-
der
lan-
den
un^
>er),
zies-
Die deutsche Nationalversammlung. 175
Verhältnissen der Nachbarschaft aufs innigste vertraut sein mußte, war Berichterstat-und loste die schwierige Aufgabe mit Geschick und Umsicht. Er schilderte dieAufreizungen von beiden Seiten; aber das schwerere Gewicht deS Unrechts mußtedenn doch auf Seiten der Bürger liegen, wenn man vernahm, das zwar von ihnengefährlich und zwei leichter verletzt, von den preußischen Soldaten aber 25 ver-wundet und vier gctödtet worden, darunter drei durch Stiche in den Rücken. DieDarstellung der Thatsachen erschien um so unbestreitbarer, als auch Männer derlinken Seite, wie Vogt aus Gießen und Robert Blum, welche Mitglieder der Com-mission waren, sich zu keinem Widerspruch veranlaßt sahen. Der Antrag des Aus-gusses ging dahin: „Bei der Bundesversammlung einen theilweisen Wechsel der^esatzung zu Mainz zu beantragen; daß ferner ein Bataillon hessischer Truppenbaldmöglichst nach Mainz gelegt werde; daß endlich die Bürgerwehr zu Mainz, so-bald ein Bürgerwehrgesetz mit den hessischen Ständen vereinbart sei, auf den Grunddesselben neugebildet werde, jedoch unter Beobachtung der durch das Festungsregle-mene vorgeschriebenen Formen." Eine Minderheit des Ausschusses verlangte sogark"n Übergang zur Tagesordnung.
Eine stürmische Verhandlung war vorauszusehen. Zih eröffnete sie, mehr einAdvocat als ein Redner. Ein großer schöner Mann, im Bewußtsein vielfacher Er-folge in seinem Beruf, durch die Märzbewegung in die sonst ihm fremde Politikhweingeschleudert, und auf den Schultern der Volksgunst in seiner Provinz so hocheuiporgetragen, daß er, von jeher ein verwöhntes Kind des Glücks, Haltung und Ziel^rlor: so trat er auf, mehr zu seiner Vaterstadt als zu dem Parlamente sprechend,warf dem Berichte Parteilichkeit vor, und streute reichlich Anklagen aus gegen.. Preußische Besatzung, der allein und ausschließlich er jegliche Schuld aufbürdete,wahrend er die Bürgerwehr, deren Oberst er war, und die Mainzer alle rein wiebre Engel malte, und selbst für Das, was nicht wegzuleugnen, den Soldaten^lmehr ihren Offizieren die Aufreizung und die Verantwortlichkeit heimgab.hauptsächlichsten Beweise führte er dadurch, daß er dem feindseligenPreußen die „brüderliche Eintracht" mit den Östreichern gegen-überstellte. Diese Brüderlichkeit zurückzuweisen, trat ein Redner aus Östreich auf.s war kein Geringerer als der Bundesprä'sidialgesandte, Ritter Anton von Schmer-lug, der hier zum ersten mal seit dem März das enge Zusammenhalten der Regie-ungen im Kampfe mit der Bewegung deutlich errathen ließ. Er erschien der erstenetrachtung als ein Mann von schlichtem Aussehen und großer Ruhe. Bei nähern:eobachten aber erkannte man in den scharfen und dennoch fast „bürgerlichen" Zü-gen den Ausdruck ungewöhnlicher Schlauheit; die Leidenschaft, deren Blitze nur nochem grauen Auge zuckten, schien in dem äußern Wesen des Mannes bereitsts zu einer Kalte erstarrt, die dem Freunde das Bewußtsein einer überlegenen Si-cherheit verrieth, und den Gegner aus allen Fugen treiben konnte. Was er sprach,war es auch einfach in Ton und Gebärde, mußte die feindliche Partei bis ins Jn-^erste versehren; denn es schien immer eine höhnende Ironie durchzuringen, und esb.edünkte den Hörer beständig, als erfülle den Redner nicht nur gegen jeden Trägerandern Meinung, sondern gegen Die selbst, die er zu überzeugen gewiß war, einesvr"lk. . ^sachtung. Mitten in den Tumult der Linken hinein warf er den Aus-ucy: die Festungsbehörde, die im Falle der Nichtentwaffnung der Bürgerwehr mit so-^rtlger Beschießung gedroht, habe hierdurch nur „einen Act der Menschlichkeit^ geübt^ den Östreichern mit Nebenzwecken gespendete Lob wies er zurück, und fügte zur^.üemeinen Überraschung hinzu: wenn gegen den Kaiser ähnliche Schmähungen,den König von Preußen, in Mainz kundgegeben worden wären, so wür-
^ ^ östreichischen Soldaten in ähnlicher Weise sich benommen haben; das hoffe
Ehre". Und das Alles mit jener bequem nachlässigen Betonung, jenerStimme, jener gleichgültigen Glätte, die den viel übersehenden diplomatischenHner bekundete. Mit merkwürdigem Blick in die Zukunft schloß er: „Mainz