Die deutsche Nationalversammlung. 181
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dik schwärmerischen Lenztage des Vorparlaments zurückversetzt. Trotzdem blieb Ro-fest, her starre und eigenwillige Schwabe; er wankte nicht und wich nicht vonBeckerath'schen Antrage, an dem er, als dessen eigentlicher Vater, mit störrischer^orliebe hielt. Aber jetzt verließen ihn auch Heckscher, auch Beckerath; ein Geist^er Eintracht kam über die Versammlung, wie seitdem nicht wieder, und unter end-losem Jubel erhob sich Alles rechts und links und im Centrum, Alles für den Wer-^kr'ichen Antrag. Keine zehn Abgeordnete blieben auf den Sitzen, schweigenden Ein-bruch versuchend. Großes schien vollbracht zu sein, da die Nationalversammlungstch als die souveraine Schöpferin der Verfassung erklärte; aber sie hatte nicht er-logen, daß bis jetzt in Europa nicht mit Beschlüssen, sondern mit Waffen regiert^Urde. Die Regierungen bewiesen, ehe sechs Monate vorüber waren, daß wenigstensue es nicht vergessen hatten.
Auch auf der Stelle schon mischten sich manche Mistöne in den kaum gewon-nenen Einklang. Die Abgeordneten von Luxemburg fanden den eben gefaßten Be-schluß mit ihrer Vollmacht nicht vereinbarlich, und erklärten, sich fürs erste des An-theils an den Berathungen enthalten zu müssen; zu Gleichem entschlossen sich die lim-öurger Abgeordneten Schoenmaekers und Baron Scherpenzeel, solange bis über die staats-rechtliche Stellung des Herzogthums Limburg entschieden wäre. Jenny aus Jstrienund die beiden triester Abgeordneten Bürger und von Bruck, der spätere Handelsmi-Ulster Ostreichs, gingen noch weiter, und legten sogar förmliche Verwahrung ein fürbn Fall, daß die künftige Neichsverfassung mit der Verfassung der von ihnen ver-ratenen Länder und der besondern Lage Triests unvereinbarlich sein würde. Denpichen ersten Erklärungen trat man mit der Auffoderung zur Theilnahme an denAtzungen entgegen, indem man zugleich Beschränkungen der parlamentarischen Voll-^ wirksam erkannte (Bericht des Verfassungsausschusses, 8. Juni), und^rhältnisse Limburgs zu den Niederlanden einer besondern Berathung vorbehielt^v'.^uui). über die Äußerung der drei Östreicher ging man, auf den erstattetenencht emes andern Ostreichers, von Mühlseld, zur Tagesordnung über (3. Juni).
Die Parteibildungen; Wahl des regelmäßigen Vorstandes.
Der Sieg des Werner'schen Antrags, welcher in glücklicher Auffassung denrundsatz feststellte, ohne dessen Durchführung zum voraus an eine bestimmte Formöu binden, war der Wirksamkeit des linken Centrums zuzuschreiben, welches ebenamals eine Gestaltung zu gewinnen begann. Eine eigentliche, schroff absondernde. artewildung war noch nicht durchgeführt. Nur hatte sich, wie schon erwähnt,me „ "i e Seite", zuerst im Holländischen Hofe, dann im Deutschen Hofe zusam-engesunden- aber sie hegte so mannichfach auseinandersetzende Elemente, daß eineonderung Nicht lange ausbleiben konnte. Die Gemäßigter», mit Naveaux an derspitze, trennten sich vom Deutschen Hofe, und gingen in den Holländischen Hofzurück, um hier eine neue Partei, eben jenes linke Centrum, zu begründen. Ander Bildung einer Partei der rechten Seite arbeitete vorzüglich Jürgens aus Stadt-^eudorf (Braunschweig), wiewol ein Mittelpunkt für die Bestrebungen dieser Parteiversa ^ ^"^mannschaftlichen Vereinigung der Ostreicher schon geboten war. Dieselbendie sich allabendlich im Saale der Loge Sokrates. Das wiener Cabinet trug
A^^osten, und hatte wol seinen Zweck bei der Förderung dieses particularistischenfg^^^nhaltens. Hier, wo Schmerling an der Spitze stand, war die Mehrheittivei/e ^litik der Regierungen gesichert; und so fanden sich natürlich auch die Conserva-
Hus andern Ländern häufig ein, um eine gemeinsame Thätigkeit zu verabreden,die D ^ Naveaux'sche Antrag und der am 27. Mai gefaßte Beschluß gaben jetztDie ^""^.ssung ö" einer schärfer» Sichtung und fester» Gliederung der Parteien,und ^rschiedenheit der Meinungen über die Machtvollkommenheit des ParlamentsKeicke e?.. dessen Verhältniß zu den Regierungen konnte sofort als Unterscheidungs-3rn A f ^ Parteien gelten, das an die Spitze ihrer Programme gestellt ward.ufange des Monats Juni waren die Hauptrichtungen bereits klar vorgezeich-