Die deutsche Nationalversammlung.
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Lösten entbehren kann. Da Soiron keinen Grund zu dem begehrten Ordnungsrufet^nd, so schwoll der Tumult zu solcher Höhe, daß kein anderes Mittel blieb, als dieS'hung aufzuheben.
Dieser Zwischenfall konnte den Absichten der linken Seite nur höchst förderlichsein. Mit gewissenhafter Erwägung hätte sie sich sagen müssen, daß für Heckscher'sAuftreten, so schroff es war, eine parlamentarische Rüge nicht verlangt werden konnte,zumal sie selbst schwerlich zarter und rücksichtvoller in ihren Äußerungen sich bewiesals die andern Parteien. Allein die angenommene Stellung eines schwer Beleidigten warAu Vortheilhaft in einem Augenblicke, wo man das friedliche Zusammenwirken allerParteien bedurfte. Daß fühlte auch die Rechte; und so kam in der Nacht eine Artvon Vergleich zustande, wonach mehre Freunde Heckscher's, an ihrer Spitze Auers-wald und Heinrich Simon, eine von ihm gebilligte Erklärung dem Präsidenten über-gaben, welche derselbe vorlas. In dieser hieß es, daß er nur eine einfache Thatsachehabe erwähnen wollen, ohne die Absicht, Jemanden zu beleidigen. Darauf nahm^eckscher von der Rednerbühne aus seinen Antrag zurück. Allein nun trieb Robert^>luni die Benutzung der günstigen Umstände noch weiter, indem er die Versöhnlich-st seiner Freunde pries, und die nach Heckscher's Erklärung gewiß nicht mehr ziem-ten Worte sprach: er hoffe, Heckscher habe nicht gemeint, daß ein Theil der Ver-lammlung seine Anträge im Einverständniß mit der Galerie eingebracht. Dann er-warte Blum, daß die Linke ihre Abänderungsvorschläge zurückziehe, indem er zugleichder deren Inhalt die deutliche Auskunft gab: er freue sich innig, daß es nicht dazugekommen, hier über die persönliche Würdigkeit der deutschen Fürsten zu verhandeln.Jus solche Weise war der äußerliche Schein des Friedens hergestellt; die tiefereder Parteien konnte nicht ausgeglichen werden. Sie drohte sogar unver-v"3lich wieder aufzuflammen, da die Linke auch den von Soiron bereits in die ge-ruckte Fragestellung mit aufgenommenen Abänderungsvorschlag von Ttedmann fürerklärte, weil er am 23. Juni noch nicht vorgebracht gewesen. Nach län-d k"- ^gab denn endlich auch Stedmann der Linken nach. Aber er sprachseine Überzeugung aus: da man die Abstimmung über den Antrag, daß dererchsverweser die Gesetze der Nationalversammlung zu vollziehen habe, beseitigenso werde auch der Schoder'sche Antrag, der Dasselbe für die Beschlüsse derkrsammlung sestgeseht haben wollte, von dem Hause verworfen werden. Und soes auch wirklich. Die Taktik der Linken führte also zuletzt zu dem geradenegentheil Dessen, was von ihr und der Mehrheit selbst gewünscht wurde, zu Dem,as nur der äußersten Rechten willkommen war: das Gesetz über die Centralgewalterhmt eme Lücke, die dem Reichsverweser thatsächlich das absolute Veto gestattete.Auch diesmal zerbrach der Bogen, weil mau ihn zu straff gespannt.
Nach solchen achttägigen Kämpfen gelangte man endlich zur Abstimmung. Zu-erst kam der von Vincke vorgeschlagene Einleitungssatz: „Die deutsche Nationalver-sammlung beschließt, vorbehaltlich des Einverständnisses mit den deutschen Regierun-Au." Er wurde in namentlicher Abstimmung mit 477 gegen 31 Stimmen abgelehnt,^ann folgten der Reihe nach die andern Anträge: 1) „Bis zur definitiven Be-walt^g ^ner Regierungsgewalt für Deutschland soll eine provisorische Centralge-^ alle gemeinsamen Angelegenheiten der deutschen Nation bestellt werden."Ab .großer Majorität angenommen.) 2) „Dieselbe hat a) die vollziehende Gewalt zusche" M a^n Angelegenheiten, welche die allgemeine Sicherheit und Wohlfahrt des Deut-Äer ^^^sstaats betreffen; 1>) die Oberleitung der gesammten bewaffneten Macht zukerr^^en, und namentlich die Oberbefehlshaber derselben zu ernennen; e) die vol-Eno ""d handelspolitische Vertretung Deutschlands auszuüben, und zu diesemaber* sandte und Consuln zu ernennen." Alle diese Punkte wurden genehmigt;gen ^ entscheidende Zusatz: „die Beschlüsse der Nationalversammlung zu verkündi-ö" vollziehen", wurde (wie Stedmann warnend vorhergesagt) mit 277Sar Segen 261 abgelehnt. Unter den Bejahenden fanden sich auch diesmal^ele, die später bis ins rechte Centrum, ja bis in die eigentliche Rechte zurück-