Die ungarische Revolution im Jahre 1848.
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^vllegialregierungssystems in ein verantwortliches ungarisches Ministerium". DiesesZiel habe sich der Reichstag gesetzt, und er gebe sich der Hoffnung hin, daß ihn derKönig zum Wohle des Landes wie der Dynastie darin unterstützen werde. Außer-dem fühle sich der Reichstag verpflichtet, auszusprechen, wie er überzeugt sei, daß dieÜbel und Unordnungen, welche in diesem Augenblicke in den durch die pragmatischeSanction verbundenen Provinzen der Monarchie hervorbrechen, ebenfalls ihren Haupt-grund in dem bisherigen Negierungssystem haben, und daß der Friede, die Eintrachtund innige Verschmelzung der Provinzen, sowie die Sicherung des Throns, nur ein-zig bewirkt werden könne, wenn sich Se. Majestät überhaupt mit den vorn Zeitbe-dürfnisse beanspruchten constitutionellen Institutionen umgebe. Da die Zeitlage eineschleunige Erledigung der Reformen in Betreff Ungarns erheische, und der bisherübliche Weg in Folge des kollegialen Systems langwierige Verhandlungen in Aus-sucht stelle, so möge der König mit Machtvollkommenheit ausgerüstete und mit seinemKillen vertraute Mitglieder der ungarischen Statthalterei an den Reichstag beordern,die in verfassungmäßiger Weise und unter persönlicher Verantwortlichkeit die voll-behende Gewalt ausüben und die Neichsstände in der Förderung ihrer Aufgabe durchAufklärungen u. s. w. unterstützen sollen.
Kossuth benutzte die Stimmung, welche die Nachrichten von den wiener Ereig-uUssen hervorgebracht, um in der Circularsitzung vom 14. März vorläufig einige Ge-setze durchzuführen, deren Discussion unter andern Umständen Jahre oder Jahrzehndebeansprucht hätte. Auf seinen Antrag beschlossen jetzt die Stände einstimmig: AlleSteuern und öffentlichen Lasten (auch die früher abgelehnte Kriegssteuer) werden,ohne Unterschied des Standes, auf alle Landesbewohner gleichmäßig vertheilt, die Ur-^riallasten und bäuerlichen Abgaben werden aufgehoben und die Entschädigungen vomStaate übernommen. Den Städten wird noch auf diesem Reichstage eine verhältniß-rnaßige Ausübung des Stimmrechts ertheilt, und die Deputirten werden nicht mehra s die Repräsentanten des Comitats oder einer einzelnen Kaste, sondern als die Ver-^ ganzen Volks betrachtet u. s. w. Zugleich beschloß der Reichstag für dennächsten Tag die Absendung einer großen Deputation nach Wien, welche dem Kaiservre in der Adresse ausgesprochenen Wünsche der Nation unterbreiten, besonders aberBildung eines unabhängigen ungarischen Ministeriums betreiben sollte.
Die wichtigen Verhandlungen dieses Reichstags fanden in Pesth den kräftigsten^lderhall. Pesth war seit dem Aufschwünge des politischen Lebens in Ungarn derEigentliche Herd der Bewegung. Der dortige Nadikalkör, später Ellenze'kikor (Opposi-lonsclub), der die angesehensten Männer und die hervorragendsten Talente des Lan-es zu seinen Mitgliedern zählte, wurde der Versammlungs- und Berathungsort derpposition. Von hier waren die meisten nationalen Bestrebungen der letzten Jahre,ie die ungarische Handelsgesellschaft, der Schutzverein, ausgegangen; hier war dasProgramm der Opposition entworfen und angenommen worden; von hier empfing^ liberale Partei im ganzen Lande ihre Instruktionen. Wenn auch ein Theil derMitglieder des Clubs zur obern oder untern Tafel nach Presburg abging, so blie-bt doch immer der tüchtigen Männer genug zurück, die von hier aus die Bestrebun-h" ^r Opposition eifrig im ganzen Lande verbreiteten, zumal diese in der pres-(Or ^esie gar keine Vertretung hatte. Denn während dem „Budapesti Hiradö"Preä^ Conservativen) für die Dauer des Reichstags die Übersiedelung nachschl gestattet wurde, war dies dem „Pesti Hirlap" (Oppositionsorgan) abge-worden. Demnach hatte die Opposition gewissermaßen nur ihre Delegirten^Esburg gesendet, während ihr eigentlicher Sitz noch immer in Pesth blieb,^afe der Nadikalkör für die gereiftern Männer und Landesväter, das war dasgente st ^ (später csrmnok, Revolutionshalle, genannt) für die intelli-
*vurd ^"?Esjugerid, besonders für die künftigen Staatsmänner, die Zuraten. Hierscharf" ^ Reichstagsverhandlungen mit größter Aufmerksamkeit verfolgt und einerüch d unterworfen; und da die jüngern Repräsentanten der Presse sammt-
em Cafe Pilvax angehörten und dort ihre Inspirationen empfingen, so unter-