Die ungarische Revolution im Jahre 1848.
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zum Anschluß gelangen lassen solle. Erst eine solche Adresse könne dann als der*vahre Ausdruck des Gesammtwillens der Nation betrachtet, und dem Reichstag oderder Regierung unterbreitet werden. Der Vorschlag wurde von den anwesenden Mit-gliedern des Kör angenommen und die Jugend abgewiesen; man schied des Abendsgrößter Ausregung und unschlüssig über die fernern Schritte.
Mit dem Dampfboot, das in der Nacht vom 14. auf den 15. März in Pesihanlangte, erhielt man auch hier die Kunde von dem wiener Aufstande, mit der Mor-genpost die von dessen günstigem Ausgange. Jetzt wollte sich die Jugend nicht*nehr zurückhalten lassen und beschloß, auf eigene Faust zu handeln. Das Cafe Pil-vax schickte in die Hörsäle der Universität, um sich durch die Studirenden zu verstär-kn; aber die eben docirenden Professoren schlössen von innen die Thüren ab, undließen keinen der Studenten hinaus. So wenig war man selbst zu den geringstenGewaltthätigkeiten geneigt, daß weder von den Eingesperrten noch von den außenHarrenden ein Versuch zur Sprengung der Thüren gemacht wurde. Man wartetevielmehr ruhig das Ende der Vorlesungen ab, das um 11 Uhr erfolgte. Jetzt wur-den vor dem Universitätsgebäude die bekannten 12 Punkte verlesen und mit Accla-^ation angenommen, worauf der geniale Petösy ein soeben verfaßtes Lied vortrug,das man mit stürmischem Applaus begrüßte, und das den Enthusiasmus bedeutendsteigerte. Von hier eilte man in die Heckenast'sche Buchdruckerei, um eine der Fe-derungen der ungarischen Nation sofort factisch zu realifiren, nämlich die Aus-übung der Censur. Die 12 Punkte und Petöfy's Lied wurden gedruckt und vom'Oalcon des Horväth'schen Hauses herab (wo sich die Buchdruckerei und das Localdes Kör befand) in Tausenden von Exemplaren vertheilt. Petöfy, Vasvary und^ökai lieferten in begeisterten Reden den lebendigen Commentar hierzu, und federtendre Versammelten auf, auf dem betretenen Wege muthig zu beharren, und Blut und^eben für die Freiheit und für Ungarns Selbständigkeit einzusehen. Man zerstreutenH bald, um das Geschehene zu verbreiten.
lebhafter gestaltete sich die Bewegung am Nachmittag. Auf dem Rathhaus-Platze (später Freiheitsplatz, genannt) versammelte sich eine große Volks-
Asse, unter der sich auch viele Fremde vom Lande befanden, da eben die pesther^lesse abgehalten wurde. Die Deputieren der Jugend drangen in den Saal, wo^ städtische Behörde versammelt war, und verlangten, daß diese die 12 Punkteunterschreibe und zu den ihrigen mache. Das vor dem Hause versammelte Volkuterstützte durch stürmisches Rufen und Drohungen diese Federung. Während derMagistrat die Punkte einzeln in Berathung nahm und über jeden derselben abstimmte,Uand Vasvary mit einer großen Nationalfahne am Fenster des Berathungssaals, umaß Resultat der Abstimmung dem unten harrenden Volke kundzugeben. Jede beja-hende Abstimmung ward mit tausendfachem Eljen begrüßt, während bei längern Pau-^n, hie eine Ablehnung fürchten ließen, Drohungen zur Eile mahnten. Nach drei-stündiger Berathung waren sämmtliche Punkte angenommen; die Erhebung derPesther Jugend war von der städtischen Behörde legalisirt. Während das Volk vor^^khhause versammelt, verbreitete sich einige mal das Gerücht vom Anrückenrassel ^airs, und die Menge stob oft bei Wagengerassel, das sie für Kanonenge-aes!kl auseinander; auch wurden einige Gewölbe in der nächsten Umgebung
tairb ' Aber im nächsten Augenblick waren Alle wieder beisammen. Die Mitt-lre ^hvrde kannte bereits die wiener Ereignisse und verhielt sich darum ganz passiv;
^A.froh, daß man sie selbst nicht beunruhigte.
*vvllt Volksmasse, die im Laufe des Nachmittags auf 10000 Köpfe anwuchs,streu- ^ auch eine zweite der aufgestellten Nationalfoderungen allsogleich selbst reali-saß f.^Ech die Freilassung der politischen Gefangenen. In der ofener Festung/ ^un Monaten Michael Stancsics, der dort für seine freisinnigen Schriftenvüßte (Volksbuch) und „Uunnia füZßetlenseZs" (Ungarns Unabhängigkeit)
Lwina D^.Volk eilte in die Festung, um seine Freilassung zu fodern oder zu er-gen. Dieser Schritt erschien schon gefährlicher, da das Volk ganz unbewaffnet,