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Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 229

r Adel deß Distriets von Turopolya vom Mitwählen ausgeschlossen werde. Derselbe

- wurde auch theils durch Gewalt, theils durch List seines seit Jahrhunderten geüb-

^ Rechts beraubt, und dadurch der entschiedene Sieg der illyrischen Partei herbei-

geführt. Die Reklamationen, welche die kroatisch-ungarische Partei und mehre Co-. wttate Ungarns dagegen an den Kaiser richteten, blieben unbeachtet,e" Während dies in Kroatien selbst vorging, kam die kroatisch-ungarische Frage

er' auch auf dem ungarischen Reichstag zur Sprache. Am 20. Juni 1843 wollte Ose-* ^ovich, kroatischer Deputirter, in der kroatischen Angelegenheit das Wort nehmen,n- llch aber dabei nicht der ungarischen, sondern der lateinischen Sprache bedienen, da

's- er durch seine Jnstructionen hierzu verpflichtet sei. Schon bei den ersten lateinisch

so gesprochenen Worten erhob sich ein fürchterlicher Lärm; von allen Seiten protestirtea- wan gegen den Gebrauch des Lateinischen. Der Präses bedauerte den unliebsamen>e- ^ischenfall. Er zweifele nicht, erklärte er, daß in kurzer Zeit alle Deputirte nur

ch- ^äarisch sprechen werden; da aber bisjeht kein Gesetz die lateinische Sprache ver-

^ so möge man Osegovich den Gebrauch derselben gestatten. Die magyarische

ter Majorität wollte jedoch hierauf nicht eingehen; sie beschloß sogleich, auf Hertelen->ar h s Antrag, daß von diesem Tage an in der Reichsversammlung blos die ungarischeich Drache gebraucht werden dürfe. Aber die Magnatentafel verwarf den Ständebe-che "ß, wiewol selbst kroatische Magnaten, wie Baron Rauch und Graf Erdödy, für

ük Melden sprachen. Auf Sz. Kiralyi's Antrag modificirte die Ständetafel am 3. Juni

ug, yren Beschluß, indem sie eine Frist von 10 Jahren festsetzte, nach welcher die un-ä^ssche Sprache im öffentlichen Leben die alleinherrschende sein müsse. Auch dieäe- ' ^tagnatentafel trat am 17. Aug. diesem Beschluß bei, der indessen vom König nicht:en '^"ctronirt wurde. Hierdurch ermuthigt, brachen die kroatischen Deputirten am 18.

ws d.as Stillschweigen, das sie seit einigen Monaten beobachtet, und begannen aber-elie als in lateinischer Sprache zu reden, wobei sich der Lärm von Seiten der Gegnerrneuerte. Die Ständetafel einigte sich endlich auf Szemere's Vorschlag dahin: diech- oatl^Hen Deputirten sollen zwar nicht gewaltsam unterbrochen, aber ihre RedenP bn als gar nicht gesprochen betrachtet, und daher weder beantwortet noch ins>et/ tokoll aufgenommen werden. Das war allerdings nicht der rechte Weg, die kroa-

Uri- ">che Aufregung zu beschwichtigen.

ega' 3u diesem Mißgriffe kam noch ein anderer Übelstand. Hyperpatriotische Ma-

^ fingen oft im praktischen Leben noch viel weiter, als das ohnehin schon

Zu magyarisirungssüchtige Gesetz es verlangte. So sollte sich z. B. das Ee-seinem Wortlaut gemäß, in Schule und Kirche durchaus nicht einmischen.

^ *Atßdestoweniger. gab es viele magyarische Ortsvorsteher, Geistliche und Lehrer,völk ^ magyarische Sprache auch in jenen Orten, wo der größte Theil der De-W1 Alterung nichtmagyarisch war, zur alleinigen Gerichts-, Unterrichts- und Gebets-

zUl 'pkache machen wollten. Am schreiendsten war wohl folgender Fall. Das Gesetz

euer ^ordnete, daß die Kroaten nur im Verkehr mit den ungarischen Landesbehörden

hä- ^ ungarischen Sprache bedienen müssen, während ihnen in ihrem eigenen Lande

jeder aydern Sprache freistehe. Hierauf gestützt, wollten die illyrischenbisher ''ka- ^ varasdiner Comitats in der Kongregation sich der illyrischen statt derAdmi^-ir ^EN lateinischen Sprache bedienen, was ihnen aber der ungarischgesinnte^ rief ^^^r, Graf I. Erdödy, wehrte, indem er sich auf ein Gesetz von 1805 be-ie^ welchem in der Comitatversammlung nur die lateinische Sprache gebraucht

^ Die Jllyrier mochten sich natürlich in diese Zumuthung nicht fügen.

dÄ wol wendete sich nach Wien, von wo man ihm antwortete: Das Gesetz bestehechen w n ^ möge ein Auge zudrücken und es gestatten, wenn Jemand illyrisch spre-^ die - Der Graf ging jedoch durchaus nicht auf biese Ermahnung ein, und^ Äschen mußten sich durch Gewalt die Gewährung ihres gerechten, den magya-^Prachgesetzen eigentlich nicht widerstrebenden Verlangens erzwingen.

^ ^eweau^^^^. war übrigens nur der Herd und Ausgangspunkt der antiungarischerr

^ l b ug, die sich weit über die Grenzen des kleinen Ländchens hinaußerstreckte und.