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Fünfter Band.
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253
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 253

Zetreuen Nationalversammlung und Ihres konstitutionellen Ministeriums die gehörigeAchtung und das nöthige Gewicht zu verleihen. Ew. Majestät! Die gegenwärtigenMomente sind von so gewichtiger Bedeutung für die ungarische Constitution, daß dietoyale Nation mehr als je die Gefahren des Verzugs zu fürchten hat. Mit derLoyalität eines getreuen Volks flehen wir daher Ew. Majestät an, unsere Bitten zuAwähren und hauptsächlich ohne Verzug nach Ungarn zu kommen. 2Lir bitten Ew.Majestät darum um so dringender, je tiefer wir überzeugt sind, daß, wenn unsereMitten nicht berücksichtigt werden, das öffentliche Vertrauen erschüttert und das Mi-^sterium Ew. Majestät paralysirt wird in Anwendung der gesetzlichen Mittel, um^ Ordnung zu erhalten und den Frieden herzustellen. Von der unmittelbaren Ent-Aeidung Ew. Majestät hängt es ab, unberechenbare Gefahren abzuwenden. MögeMajestät uns mit dem Gewichte Ihrer souverainen Autorität unterstützen, undUns bei der Rettung des Vaterlandes beistehen; und die ungarische Nation wirdstets den Thron Ew. Majestät treu unterstützen."

^ Der König, welcher dem Verlesen dieser Adresse durch Pazmandy kaum einigeAufmerksamkeit geschenkt hatte, zog jetzt ein Papier hervor, und las mit stottern-^ Zunge folgende Antwort ab: „Es fällt meinem Herzen schwer, dem von der^eichsdeputatMn ausgesprochenen Nationalwunsche in Betreff meiner Hinabreise wegenmemes geschwächten Gesundheitszustandes nicht entsprechen zu können. Ich wieder-Hole es, daß es mein fester Wille ist, die Gesetze, Rechte und die Integrität deserchs meiner ungarischen Krone meinem königlichen Eide gemäß aufrechtzuerhalten,^as die übrigen durch Sie erwähnten Punkte anlangt, so sind selbe theils demKation nach schon erledigt, theils werde ich meinen Entschluß im Wegeoes ^ttnlsteriums in kurzmöglichster Frist kundgeben." Aus wiederholten Erfahrun-gen, besonders aber nach dem königlichen Handbillet an Jellachich, wußte die Depil-ation nur zu gut, was sie von der königlichen Versicherung: „die Gesetze, Rechtenv die Integrität Ungarns aufrechtzuerhalten", zu erwarten habe. Ohne ein Worter Erwiderung verließ sie den Audienzsaal, und eilte unverzüglich auf das Dampf-et, das sie im Prater erwartete, um sie nach Budapesth zu führen. Auf die Hüteurden rothe Federn, auf dem Dampfschiff ward eine rothe Fahne aufgesteckt. Es^ die letzte Rücksprache der Nation mit ihrem Könige gewesen. Die Rückkehr dereputation gab jetzt das Signal zum Ausbruch des blutigen Kampfes.

Am Abend des 11. Sept. berichtete Pazmandy in der Nationalversammlungdas Resultat der Monstredeputation. Zugleich verlas er ein Schreiben desrasen Adam Teleky, Commandanten der Drauarmee. Derselbe zeigte der National-r/^^chlung g^z gemüthlich an, daß er genöthigt sei, sich zurückzuziehen, indemachich die Drau (den ungarisch-kroatischen Grenzfluß) überschreiten wolle. Derschickte sich also an, den praktischen Commentar zu dem königlichen Handbilletgeben, und der Verräther Adam Teleky (nicht zu verwechseln mit dem Patriotenadislaus Teleky) wollte ihm hierzu hülfreiche Hand bieten. Noch größere Aufregungbs jedoch ein zweites an die Versammlung gerichtetes Schreiben hervor. Nach Nück-U^st"der Deputation hatte das Ministerium Batthyany abgedankt, weil unter solchendie Rettung des Vaterlandes nicht mehr auf dem Wege des Gesetzes be-diese werden könne. Erzherzog Stephan zeigte jetzt der Nationalversammlung

wier ^odankung an, mit dem Bemerken, daß er dem Könige bereits einen neuen Pre-^ea; Empfohlen habe. Bis die Antwort herablange, werde er selbst die Zügel derseine ergreifen. Allein Kossuth hatte mit der Abdankung, die namentlich auf^han's Zulassung geschah, durchaus nicht beabsichtigt, daß die Regierung in Ste-kleidet übergehe. Er wollte eine „außerordentliche Gewalt" mit derselben be-

der ^ ^hen. Kossuth erklärte das Schreiben des Palatin für ungesetzlich, weil esNeqje ^nzeichnung entbehre. Auch könne der Palatin nicht einmal provisorisch dieden. leiten; diese dürfe nur von verantwortlichen Ministern geübt wer-

die D" ich Minister", ruft er mit immer steigender Erregung, indem er

eputirtenbank verläßt und wieder seinen alten Ministerstuhl einnimmt; „und