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Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 259

allerdings schnell beendet, aber auch Ungarn mit seinen Märzerrungenschaften ver-loren gewesen sein.

Die beiden Manifeste langten am 27. Sept., indessen nicht ofsiciell, in Pesthau. Aufgefodert von 50 Deputirten — so wollte es die Ordnung des Hauses —berief der Präsident Pazmandy auf den Abend desselben TageS die Nationalversamm-lung zu einer außerordentlichen Sitzung. Lad. Madaraß verlas die beiden Mani-feste und erklärte sie für ungesetzlich, weil sie, gegen Paragraph 5 des Gesetzarti-felß in von 1847—48, von keinem ungarischen Minister gegengezeichnet wären. Kossuthsprach ebenfalls in diesem Sinne. Die Manifeste, erklärte er, bezwecken nichts weni-ger als eine Vernichtung der Constitution; sie sind gesetzwidrig und müssen sofort alsungültig erklärt werden. Das ganze Haus erhob sich zum Zeichen der Beistimmung."?u Folge dessen ward sogleich der von Kossuth verlesene Entwurf einer Proclama-Uon der „Repräsentanten der Nation an das ungarische Volk und insbesondere anA Truppen und bewaffnete Scharen" angenommen, gedruckt und veröffentlicht.Mit Berufung auf jenen GesehparagrapH erklärte die Nationalversammlung die nichtgegengezeichnete Ernennung Lamberg's für „ungesetzlich, ungültig und ohne Kraft",und befahl allen Truppen „im Namen des Gesetzes, daß sie sich nicht unterfangenUwgen, den Grafen Lamberg als Obercommandanten anzunehmen, oder ihm als

lolchem folgezuleisten, sondern daß sie den Gesetzen des Landes und ihren Pflichten,

vle sie mit dem Eide auf die Verfassung beschworen haben, treu bleiben sollen". Dietatronalversammlung erklärte ferner den Grafen Lamberg und Alle, die ihm gehor-5 ^rase der Verletzer der Constitution und der Freiheit der Nation ver-

sauen . 2)a§ Manifest, „gegeben in der gesetzlich abgehaltenen Sitzung des Reprä-

sentantenhauses am 27. Sept. 1848", war vom Präsidenten Dionys Pazmandy undfernem Secretair Ludwig Zäborsky unterzeichnet; der Ministerpräsident und der Lan-eßvertheidigungsausschuß (von dem wir sogleich Näheres berichten werden) wurdenMlt Verbreitung und Ausführung des Manifestes beauftragt.

Batthyany war in dieser Sitzung nicht anwesend; er war schon im Laufe des

^ags ins ungarische Lager geeilt. Er hoffte, daß der zum Obercommandanten er-

kannte Lamberg sich vor Allem dorthin begeben werde, um, wie sein Mandat esEfagte, von beiden Seiten die Einstellung der Feindseligkeiten zu bewirken. DaEr chn aber dort nicht traf, sandte er den Major Bubna ins kroatische Lager, umvu erfahren, ob Lamberg etwa hier eingetroffen. Batthyany, der noch immer jedenLewaltsamen AuSbruch zu verhindern suchte, wollte den Grafen Lamberg, dessen per-onlrcher Freund er auch war, auf das Unconstitutionelle seines Vorhabens aufmerk-

machen, und mit ihm gemeinschaftlich über die geeignete Weise zur friedlichem^chlichtung der Wirren berathen. Batthyany rechnete diesmal auf einen günstigern^solg, Heil er nicht mit Zellachich, dem Erbfeinde deS Magyarenthums, der Viel-ehe nach dem königlichen Manifeste ebenfalls dem Lamberg nun untergeordnet, zuverhandeln hatte. Aus diesem Grunde drang Batthyany in die Civilcommissare, died^ Morgen des 28. Sept. im ungarischen Lager zur Publication des Beschlusses^biationalversammlung anlangten, mit dieser Publication noch innezuhalten. Siewenn ^ ihrn und versprachen, von dem Beschluß erst dann Gebrauch zu machen,2^ Zellachich, dem königlichen Befehle zum Trotz, weiter vorrücken sollte. EinErw ^reitelte alle Hoffnungen und Bemühungen Batthyany's: Lamberg kam wider

arten nicht ins Lager, sondern ging nach Budapesth.

Dr f Pesth hatte sich am Morgen des 28. Sept. die Nachricht von den königlichensich festen und dem Protest der Nationalversammlung verbreitet. Das Volk befandLager" Außerordentlicher Aufregung, die noch gesteigert wurde, als Vasvary aus demStuku^ - Nachricht brachte: Zellachich sei abermals vorgedrungen und bereits inöers /"^druburg eingerückt. Das Volk wogte zu Tausenden in den Gassen, beson-rücht - dem Berathungssaale der Nationalversammlung. Ein beängstigendes Ge-) ragte das andere. Der Repräsentant Ballogh stürzte in die Nationalversamm-

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