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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 261
Morgens einen Hauptangriff auf das ungarische Centrum machte. Der unga-^Iche rechte Flügel und das Centrum im Verein schlugen ihn mit bedeutendem Ver-tust nach einem vierstündigen, hitzigen Gefecht zurück. Zcllachich wollte das Gefechtherstellen und auf allen Punkten zu gleicher Zeit angreifen. Die Szeressancr such-ten demnach die Hügelkette zu nehmen, an welche der ungarische linke Flügel gelehnt, t- Zu gleicher Zeit rückte der linke Flügel Jcllachich's neuverstärkt hinter denpakFzder Weinbergen hervor, während Jnfanteriesturmcolonnen, von einigen Husaren-ichwadronen unterstützt, das ungarische Centrum angriffen. Aber die jungen unga-t'schen Soldaten kämpften todesmuthig, und die bereits trefflich geschulte ungarischeArtillerie spie Verderben in die Reihen der Kroaten. Jellachich ward gänzlich ge-schlagen; seine Truppen geriethen in wilde Flucht. Hätte die ungarische Armee die-stn ersten Sieg verfolgt, so würde man den Feind haben vernichten können. Mögathat dies nicht. Derselbe gewährte vielmehr dem stolzen Kroatenhäuptling einen er-stellen dreitägigen Waffenstillstand, dessen Grundbedingung jedoch war, daß währendoieses Stillstandes an den beiderseitigen Positionen nichts geändert würde. Ob Mögadiesem Patte als Verräth» oder aus einem minder strafbaren Beweggründe hän-gte, ist nicht bekannt. Jellachich befand sich mit seiner Armee in verzweifelter Lage.Außerdem hatte er sein gerühmtes Feldherrntalent nicht eben glänzend bewiesen, undwar über die Widerstandskraft Ungarns gänzlich enttäuscht worden. Er hatte ge-räumt, ganz Ungarn werde ihm freudig zujauchzen, oder sich doch vor seiner Zucht-ruthe feige verkriechen. Mit Schrecken gewahrte er, daß sich das ganze Volk gegenihn erhebe und ihn und seine Kroaten mit Vernichtung bedrohe. Er machte sichdarum die Waffenruhe zu Nutze, indem er die Bedingung derselben brach und ent-n»,chkc. Wahrend er die Außenposten stehen, die Wachsen» zum Schein unterhat-ren ließ, brach er am 1. Oct. heimlich durch den Bakony» Wald nach Mör auf.^ gelangte er nach Kisbe'r, am 3. nach Raab, am 4. nach Hochstraß, am 5."n . ssugorisch-Altenburg, am 6. nach Kitsee. Am 7. Oct. stand er schon auföstreichischem Boden, in Haimburg.
Aus ungarisch» Seite kannte man weder den Umfang der Niederlage des Ban,ssoch wußte man von sein» Flucht. Man traf darum in Pesth ungesäumt die An-stalten zur Ausstellung eines massenhaften Landsturms, der die Armee nach Ablaufes Waffenstillstandes bei der Wiederaufnahme des Kampfes unterstützen sollte. Derandesvertheidigungsausschuß sowie die Behörden der Hauptstadt entwickelten eineaußerordentliche Thätigkeit. Aller Verkehr und Gewerbe sollten auf acht Tage ruhen;std» Waffenfähige sollte, mit Mundvorrath auf drei bis vier Tage versehen, ins Feld^cken. Diese Anordnungen trafen auch auf willigen und freudigen Gehorsam von"teil der Bevölkerung. Schon am 1. Oct., um Mittag, rückten aus Budapesthgegen 10000 Landstürml» nach Märtonväsar, hinter Velencze; denn Möga hatte sich^ach dem Siege — zurückgezogen. Der übrige Landsturm sollte am nächsten Mor-gen folgen. Als jedoch die ungarischen Streitkräfte am Morgen des 3. Oct. zumAbgriff wieder vorrückten, fanden sie zu ihrem Erstaunen das kroatische Lager leer.^rllachjch wnr in solcher Hast aufgebrochen, daß er sogar einen Theil seiner Trup-A opferte. Die Generale Roth und Philipovich hatten mit einem Corps von 10000sollt"" ^lawonien später verlassen als der Ban Kroatien. Der Verabredung gemäßr en sie iu Stuhlweißenburg zu ihm stoßen, von wo aus er dann mit seiner ge-rn Macht auf Budapesth losgehen wollte. Schon als das slawonische Corps
des Märchen anlangte, vernahm es die Kunde von der Niederlage und der FluchtÄbe Das Corps eilte nun dem Ban nach. Allein bei Ozora, wo es den
den e "3 iiber den Siö formen wollte, ward dasselbe von den tolna» Nationalgar-bedeut angehalten, bis Oberst Moritz Perczel und Major Arthur Gorgei mitauf « ^er Macht heranrücken konnten. Die Slawonier wurden zur WaffenstreckungFelde genöthigt.
Nock hatte man einen solchen traurigen Ausgang der Expedition Jellachich's
" weniger »wartet als in Budapesth. Die Kroaten hatten ihren Sieg für so