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Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 267

ganz außerordentlich die Erhebung in Ungarn. Wer sich nur irgend compro-wittirt fühlte, trat zur ungarischen Fahne, um sich vor der Begnadigung zu Pulverund Blei, vor der Verurtheilung in die schweren oder leichten Eisen zu retten. Denvom Landcsvertheidigungsausschuß entsendeten Werbungscommissaren strömten Tau-ende von ungarischen Jünglingen und Männern zu, die der k. k. Affentirung nicht^fallen wollten. Auch aus Wien stahlen sich Hunderte von Compromittirten undErbitterten aus ungarischen Boden, um der Justiz des Fürsten Windisch-Grätz zu ent-Achen, und den Kampf gegen den Absolutismus hier wieder aufzunehmen. Der Lan-besvertheidigungsausschuß bildete ein neues Bataillon nach dem andern und vcrvoll-händigte die Cadres der bestehenden. Gewehr- und Pulverfabriken, die man errichtet,">aren in voller Thätigkeit; allenthalben wurde equipirt und armirt. Zudem arbei-tete die Banknotenpresse unausgesetzt an der Hervorbringung der Mittel, welche dieRüstungen UngarnS erfoderten.

Der Thronwechsel; Windisch-Grätz' Einmarsch in Ungarn.

Wahrend der sechswöchentlichen Waffenruhe trat die politische Seite des unga-Men Kampfes durch ein unerwartetes Ereigniß in eine neue Phase. Kaiser und^onig Ferdinand legte zu Gunsten seines Neffen und muthmaßlichen Nachfolgersosanz Joseph, des 18jährigen Sohnes Erzherzogs Franz Karl und der ErzherzoginSophie, seine verschiedenen Regierungsscepter nieder. Dieser Familienact, zu andernSeiten ohne Zweifel ein Glück für die östreichische Gesammtmonarchie, fand seinenterstützung offenbar an derjenigen Partei, welche die Herstellung der vormärzlichenzustande anstrebte und in einer Militairaristokratie die hauptsächlichste Stütze deshrons erblickte. Ferdinand war zwar nichts weniger als liberal; aber er war gut-schwach und wankelmüthig, nach seiner Einsicht gewissenhaft und — blutscheu.

, ästete gewiß nicht wenig Mühe, ihn zum offenen Bruche mit seinen Völkern° bewegen. Bei den, jungen Herrscher und seiner energischen, hochstrebenden Mut-t hatte dagegen jene Partei weniger Wankelmüthigkeit und Bedenken in der An-wendung äußerster Mittel zu fürchten. Bereits am 2. Dec. 18-18 wurde zu Ollmütz,der Hof noch residirte, feierlich verkündet: „Daß Se. Majestät der regierende Kai-R König Ferdinand I., laut des heute im Krönungssaale der fürsterzbischöflichenUnd Gegenwart der anwesenden Mitglieder des durchlauchtigsten Erzhauses

d des, Ministerraths vollzogenen feierlichen Entsagungsacts, die Krone des Kaiser-in, Östreich und aller unter demselben vereinigten Königreiche und sonstiger wie>«er benannten Kronlä'nder zu Gunsten Se. kaiserlichen Hoheit ihres geliebtendess ^ ^s durchlauchtigsten Erzherzogs Franz Joseph, niedergelegt, nachdem höchst-reck? H"r Vater, der durchlauchtigste Erzherzog Franz Karl, aus sein Nachfolger-zu Gunsten dieses seines erstgeborenen Sohnes und dessen legitime NachfolgerAchtet habe." Welche schwerwiegende Bedeutung dieser Thronwechsel für die un-^ssche Sache hatte, ließen schon die Abdankungsacte Ferdinand's und die Antritts-rede Franz Joseph's erkennen. Ferdinand gab darin als Motiv seiner Resigna-^ ^ß er die Überzeugung habe, es „bedürfe jüngerer Kräfte, um das großeend» umfassenden Umgestaltung der Staatsformen zu einer gedeihlichen Voll-Glan^ bringen". Franz Joseph hingegen erklärte seinen „festen Entschluß, den

^it Krone aufrechtzuerhalten", wobei er besonders auf die „allbewährte Tapfcr-

e>>r, und Ausdauer der glorreichen Armee" rechnete. Zugleich ward von demin u.' Herrscher die Ernennung des Fürsten Windisch-Grätz zum kaiserliche» Alteregoder bekräftigt, und derselbe mit unumschränkter Vollmacht „zur Züchtigung

^arischen Rebellen" bekleidet.

gärn fg!?en Erbprovinzen ging dieser Thronwechsel ohne Weiteres vorüber; in Un-fassuna . ">an darin eine feindliche Demonstration, die das Recht und die Ver-eine . sich habe. Man ging sogar soweit, die Entsagung Ferdinand's als

der Erst innerhalb seiner Familie zu bezeichnen. Ladislaus Madaraß, stetsr, wo es einen offenen Angriff galt, brachte am 7. Dec. schon den Gegen»