Band 
Fünfter Band.
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299
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 299

wiederherstellen. Es wollte durch das Erstere sein eigenes Interesse, durch das ZweiteAas der europäischen Diplomatie befriedigen. Das war ein absoluter, unlösbarerWiderspruch. Denn statt Beides zugleich zu erreichen, gab es seinem Erzfeinde, Ruß-wnd, eine Handhabe, um ihm eine Niederlage nach der andern in den Augen Euro-Aas beizubringen, die um so demüthigender waren, als sie ihm durch die Hand desseinen, halbverachteten Dänemark zugefügt wurden. Preußen verlor durch die eigen-sinnig beibehaltene Vertretung der schleswig-holsteinischen Angelegenheiten allen Ein-guß, den es früher in Dänemark gehabt hatte, und durch die Vernichtung jederSelbständigkeit der Herzogthümer verfeindete es sich die Stimmung dieser Lande ebenso>khr als die des Königreichs Dänemark. Preußen ward gezwungen, den DänenDienstbar zu werden, ohne der Verbindung Holsteins mit seiner Macht auch nur einen^oll breit näher zu kommen. Wir werden dies im Einzelnen später verfolgen. Preu-Ai hat seit 1806 nie mehr verloren als durch eigene Schuld in der AngelegenheitSchleswig-Holsteins.

Die provisorische Regierung der Herzogthümer dagegen begriff gar nicht, welcheBedeutung die schleswig-holsteinische Frage habe. Zn der Angst vor dem dänischenHeere einerseits, in der althergebrachten Hochachtung vor Preußen andererseits warflle sich ohne weiteres Bedenken Preußen sofort rückhaltlos in die Arme. Sie hatniemals zu der Idee erhoben, daß die Herzogthümer nach einer Selbständig-st ihrer Politik streben könnten, geschweige denn dafür etwas Bestimmtes gethan,ihrer ganzen Zusammensetzung zeigte sie so offen ihre völlige Haltlosigkeit in denahwhaft großen Fragen, deren Mittelpunkt die Herzogthümer bildeten, daß die Eroß-in^' e ^^ch nicht einen Augenblick daran dachten, in ihr jene Garantie gegen einerrecte Einverleibung in Preußen zu finden, die sie allein hätte veranlassen können,*ucht die entschiedenen Gegner der schleswig-holsteinischen Erhebung und ihrer Ansprücheiu werden. Wir werden oft genug aus diesen Punkt zurückkommen. Aber nichtos die provisorische Regierung theilte diese Ansicht. Auch die alte Landesvertretung«and durchaus nicht aus der Höhe der Frage; und doch wäre sie das einzige Organgewesen, das unter diesen Umständen die Regierung in die richtige Bahn hatte len-En können. So kam es, daß die Herzogthümer sofort nach ihrer Erhebung Dasurden, was sie ohne äußerste Gefahr für ihre eigene Zukunft niemals werden dürf-en: ein willenloses, von der preußischen Macht besetztes Territorium, das keine ein-sge Großmacht der andern gönnen durfte, und das dennoch, einmal von DänemarkA/b"nt, einer von ihnen anheimfallen zu müssen schien. Das war schon üm Monatdie Grundlage aller Zustände der Herzogthümer. England ward darüber^ Recht unmuthig, und Rußland freute sich Dessen mit nicht geringerm Rechte,"rer aber sieht es bedenklich aus für eine europäische Frage, wenn England zürnt"d Rußland zufrieden ist.

ar, .^uf diese Weise wurde der ganzen Erhebung Schleswig-Holsteins von Anfang^ ein Charakter aufgeprägt, dessen sie sich niemals wieder hat entäußern können.. Volk aber begriff die Sache ebenso wenig als die Regierung. Das Entstehenbi^A.Reihe halb demokratischer „halb socigler Bewegungen hinderte endlich auch fürin ^her Stehenden den freien Überblick. Dazu kam das eigenthümliche Verhältniß,z^Elchern die Herzogthümer zu Deutschland standen. Somit ging auch der letzteUnte vo" eigener Selbstthätigkeit in der Politik und der Verwaltung dieses Landes*akte" ^ bestimmt, so unzweifelhaft war dem ganzen Gange der Dinge dieser Cha-iichke^ durch die ersten großen Maßregeln, theils durch die herrschenden Persön-Eeten ? aufgeprägt, daß Diejenigen, welche unbeirrt den Blick auf das Ende rich-Erh/h ^nits in dem ersten Monate der Erhebung laut und offen erklärten, daß diese^rie verfehlte sei, und daß sie, krank an innern Widersprüchen, zu keinem^en Ausgang kommen könne.

fest *?alt man nun jene allgemeine Grundlage der Dinge in Schleswig-Holstein^d die scheinbar absolute Verwirrung und Endlosigkeit des Kampfes undpwrnatischen Verhandlungen, die nunmehr hervortraten, sich als ein einfaches