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Fünfter Band.
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 311

Dänen ausrückten und sie schlugen, geschah in den Herzogthümern den ganzen April-wonat hindurch gar nichts, weder für die Orzanisirung der Verwaltung, noch fürdas Heerwesen, noch für die materiellen Interessen. Der einzige Act von weitererBedeutung war, daß in Folge der Verfügung vom 18. Apr. die Wahlen für dieFrankfurter Nationalversammlung ausgeschrieben und sowol in Schleswig als in Hol-stein wirklich abgehalten wurden. Auf das Land selbst übten diese Wahlacte imAllgemeinen einen heilsamen Einfluß aus. Denn auf das allgemeine Stimmrechtdasirt, wurden durch sie die bisher von aller Politik fast ganz verdrängten Nichrbe-sthenden zum ersten mal zur Theilnahme an öffentlichen Angelegenheiten herangezo-gn; und die Verbindung des Landes mit Deutschland kam dem ganzen Schleswig.Holstein zum Bewußtsein, wenn auch noch in sehr gestaltloser Weise. Die Meistensahen schon damals, daß das Schicksal der Herzogthümer unablösbar mit dem Schick-sal Deutschlands verbunden sei, da nur Deutschland das rechte Interesse und diefechte Kraft habe, die Selbständigkeit der Herzogthümer gegen die europäische Po-etik zu vertreten. Für den Augenblick aber lag die äußere Politik ganz in denHänden Preußens, die innere ganz in den Händen der provisorischen Regierung.Der Monat April hatte noch nichts entschieden. Noch mußte man ewarten, wasBeide thun würden; und noch konnte man von Frankfurt Großes erwarten.

Der Maimonat: erster Umschwung der Dinge; Sieg der Diplomatie über Preußen; Rückzugaus Iütland; Schwedens Auftreten; die provisorische Regierung.

So entschieden auch die militairische Niederlage der Dänen wahrend des AprilPwr, so war doch mit diesen Siegen in einer so großen, den ganzen Norden um-fassenden Frage nur noch wenig ausgerichtet. Die Ereignisse des April, dieViele als das Ende des Streits ansahen, erwiesen sich in der That nur als Anfangdesselben. Der Maimonat, obwol arm an Waffenthaten und Ruhm für Deutsch-land, war desto reicher an diplomatischen Kämpfen. Ohne daß Deutschland und dieHerzogthümer es recht ahnten, gab eigentlich dieser Monat der schleswig-holsteinischenvrage ihren bestimmten Charakter für das ganze folgende Jahr, und zeigte nachallen Seiten die großartigen Beziehungen, in die dieses kleine Land mit seinem Auf-treten gegen Dänemark hineintrat, und seinerseits Deutschland wieder hineinzog. Es^ar das erste mal seit 1815, daß Deutschland ein ihm eigenes Gewicht in der euro-päischen Welt hatte; und der Gang der Dinge in Schleswig-Holstein ist daher, wie.bin anderer Theil der deutschen Geschichte, eine reiche Lehrschule für Alle, welche^erhaupt allgemeine deutsche Fragen im Verhältniß zu Europa studiren wollen. Es">lrd deshalb kein undankbares Bemühen sein, diesen Gang gerade hier am genauestenö" verfolgen.

^ Betrachten wir Das, was im April geschieht, so erscheint es klar, daß in diesem^onat noch wesentlich Dänemark und Preußen einander allein gegenüberstehen.Allerdings sind schon der Deutsche Bundestag, England und Rußland herbeigezogen;Allein diese Mächte haben doch noch keine ganz entschiedene Stellung eingenommen.

zwar deshalb nicht, weil Preußen selbst seinerseits mit jedem bestimmten Her-ovtreten noch immer zögerte. Es richtete noch immer die versöhnlichsten Noten andänische Cabinet, und erklärte sich zu jedem Übereinkommen bereit; es stand mitibirien Truppen bis gegen das Ende des Monats noch auf blos holsteinischem Bo-während Dänemark unangegriffen Schleswig innehatte; ja es machte durch seinuftreten möglich, daß Dänemark die preußischen Truppen offen als Freunde derÄschen Sache bezeichnen konnte. Allein dies konnte offenbar nicht lange dauern,rnit^ Stutzen gethan haben würde, wenn damals Deutschland nicht begonnen hätteselbständigem Willen zu handeln, laßt sich nicht sagen; nachdem aber einmalsen^bh^"t) sich erhoben, konnte Preußen nicht mehr umhin, diese Sache vom we-daß ^ deutschen Gesichtspunkte aus in seine Hand zu nehmen. Die Folge war,gab ^ wir gesehen, dem Dränge der öffentlichen Meinung in Deutschland nach-, und endlich mit der Schlacht von Schleswig das Herzogthum säuberte. Nun