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Fünfter Band.
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312 Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848.

aber trat der Fall ein, den man in Berlin vorhergehen hatte. Die äußerste Ge-fahr Dänemarks, von Preußen, vielleicht gar im Namen des neuen, noch unbere-chenbaren Deutschland verschlungen zu werden, zwang die Großmächte, jetzt bestimm-ter aufzutreten. Die militairischcn Verhältnisse wurden von diesem Augenblicke andas Untergeordnete; ein neuer Abschnitt der Geschichte des Kampfes beginnt. DerCharakter desselben aber ist leicht zu erkennen. Durch das Zusammentreffen derHauptmächte ward jede Macht auf ihre natürliche Basis zurückgeworfen. Preußen,in der schleswig-holsteinischen Sache g».nz Europa gegenüber, mußte sich jetzt demDeutschen Bunde oder der deutschen Macht entschieden anschließen; Dänemark, die-ser Macht gegenüber, mußte seinen natürlichen Stützpunkt in Rußland suchen; Eng-land endlich trat als das vermittelnde Element auf, indem es ihm hauptsächlich dar-auf ankam, durch den Sieg des einen oder andern Theils nicht eine entscheidendeStörung des Gleichgewichts, die es damals nicht hätte berechnen können, zuzulassen.Dies war der allgemeine Charakter der Bewegung des Maimenats.

Schon am 18. Apr. hatte der englische Gesandte Westmoreland dem preußischenCabinet die Mittheilung gemacht, daß England sich durch seine Garantie vom 3.Juni 1720 verpflichtet halte, Preußen von einer Besetzung Schleswigs abzuhalten.Graf Arnim, Minister des Auswärtigen, antwortete daraus sofort am 19. Apr.,daß Preußen durchaus nicht im eigenen Namen handele, sondern vielmehr im Auf-trage des Deutschen Bundes; daß der Deutsche Bund am 12. Apr. zunächst dieEffectuirung der Räumung Schleswigs von den dänischen Truppen und die Aus-rechthaltung der Verbindung der Herzogthümer gefodert habe; und daß erst „apres

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868 8ujets 311611131168". So stand Preußen noch gleichsam außerhalb der eigentli-chen Frage. Zugleich beschloß der Bundestag in Folge der ihm von Preußen ge-wordenen Mittheilung, daß an den Beschlüssen vom 4. und 12. Apr. festzuhalten,aber die dona oltieia Englands für die Vermittelung in Anspruch zu nehmen seien;und daß außerdem der Syndikus Banks, Bundestagsgesandter der freien StadtHamburg, dies und den Inhalt der eigentlichen Federungen der Herzogthümer Eng-land unter Erbittung seiner 1iori3 oMei.-, mitzutheilen habe. Damit war denn frei-lich die Sache nicht weiter gediehen. Preußen, in Verfolg seiner Erklärung, ließWrangel vorwärts marschiren, die Dänen bei Schleswig schlagen, und die GrenzeJütlandS berühren. Das ist der Punkt, auf dem wir die Geschichte des Feldzugsoben verlassen haben.

Allein es ist Das zugleich der Punkt, auf dem das bisherige Princip der preußisch"bundestäglichen Politik erschöpft war. Dieses hatte nur die Räumung Schleswigsvon dänischen Truppen gefodert; und diese war erreicht. Jetzt mußte jene Politiksich über die Grundlage des Friedens aussprechen, den man von deutscher Seitedurch die Vertreibung der Dänen erzwingen wollte. Ein Weiterbringen ohne einesolche Grundlage war eine Bedrohung der Existenz Dänemarks. Diese abzuwendenlag ebenso wol in dem Interesse Englands als Rußlands. Kaum hatte daher derGeneral Wrangel am 23. Apr. die Dänen bei Schleswig geschlagen, so fanden ^Kopenhagen alsbald Konferenzen zwischen dem englischen und russischen Gesandten statt/deren Resultat eine gemeinschaftliche Depesche beider Gesandtschaften vom 30. ÄPk'war. Dieses Schreiben ward dem General am 2. Mai im Hauptquartier Gudst^vor Fridericia übergeben. Dasselbe foderte einen Waffenstillstand unter Räumungdes ganzen Jütland von deutschen Truppen; Dänemark sollte dafür Schleswigräumt lassen mit Ausnahme Alsens, und seine Feindseligkeiten zur See einste^N'Wrangel erwiderte darauf unmittelbar, daß er Jütland räumen werde, sobald dllseund alle zu Schleswig gehörigen Inseln sowie alle aufgebrachten deutschen Schlsivon den Dänen zurückgegeben würden. Vorschlag und Antwort wurden dann deBundestage vorgelegt. Zugleich aber trat Rußland bestimmter aus, indem der russis^Gesandte in Berlin officiell seine Instruktion dahin mittheilte: daß Rußland das ^