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Fünfter Band.
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320 Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848.

teigänger von der Tann am 7. Juni mit 300 Mann 1200 Dänen bei Hoptrupschlug und ihnen zwei Kanonen abnahm. Die preußische Regierung erklärte dagegenschon am 13. Juni, daß sie keine Freiwilligen mehr annehmen wolle, und Wrangelstand unbeweglich bei Flensburg. Statt aller energischen Thaten, die doch am Endeauch von der Nationalversammlung gewünscht worden waren, kreuzten sich die Kn-riere mit resultatlosen Vorschlägen, und der Norden der Herzogthümer litt furchtbarunter der dänischen Besetzung.

Unter diesen Umständen war es kein Wunder, daß der dänischen Diplomatieder Muth wuchs. Man vermaß sich, Preußen säst ganz zu vernachlässigen; manverhandelte gar nicht mehr in London. Auf der kopenhagener Nhede lagen Kriegsschiffe Rußlands, Schwedens und Norwegens neben den dänischen, und die Cowdemnirungen der deutschen Schiffe gingen fort; an eine Räumung Alsens ward nichtgedacht. In dieser Zeit war es, wo der Großfürst Konstantin von Kopenhagen ausdie Blockadeschiffe an der schleswig-holsteinischen Küste persönlich besuchte, und vordem kieler Hafen, auf der dort wachhaltenden Corvette Galathea anlangend, deuPlan faßte, sich Kiels mit seinen eigenen Kriegsschiffen rasch zu bemächtigen. Je^ward aber England seinerseits unwillig und fing an, sein ganzes Gewicht in dirWagschale zu legen. Der englische Gesandte erklärte dem russischen Prinzen, daßjede Berührung des schleswig-holsteinischen Gebiets unbedingt ein ea 8 U 8 delli sei"werde. England erklärte ferner in Kopenhagen, daß die Räumung Schleswigs, ein'mal von England gefodert, unbedingt von ihm ausrechtgehalten werde. In Berlinaber veranlaßte es Preußen, sofort mit den deutschen Truppen die Dänen ausSchleswig zu treiben, und zu gleicher Zeit in Malmoe den dort versammelten Mäch'ten, namentlich Schweden, die einmal von England aufgestellten Vorschläge als dUeinzigen vorzulegen, denen England seine Zustimmung geben könne. Damit anderssich die Lage der Sachen, und der Kampf um Schleswig-Holstein nahm mehr un^mehr seinen eigentlichen Charakter, den Charakter des Gegensatzes zwischen Englandund Rußland an. Und schon hier war Rußland nicht glücklich. Denn auf EnLlands Veranlassung gab nunmehr, gegen Ende des Junimonats, Preußen dem Ge'neral Wrangel den Befehl, sofort vorzurücken und das Herzogthum Schleswig vo"dänischen Truppen zu säubern. Diesmal wurden die schleswig-holsteinischen Truppsvorangeschickt; sie hatten schon mehrfach sich beklagt, daß man sie in ihrer eigensSache nicht verwende. Am 29. Juni trafen sie auf die Dänen bei Hadersleben,schlugen sie nach einem hitzigen Gefecht, worauf die Dänen in der Nacht in al^Eile Hadersleben räumten und sich hinter die jütische Grenze zurückzogen. Sodas Erste geschehen. Zugleich sandte Preußen den Legationsrath Pourtales na^Malmoe mit sehr bestimmten Noten an den König von Schweden. Schwedenbereits im Anfang Juni 4500 Mann nach Fünen hinübergesetzt und bei Malrv^ein Lager von 15000 Mann gesammelt; es war Grund genug zur Unruhe vorh^den. Allein die Stimmung blieb doch sehr getheilt über die ganze Expedition. 7 VJugend war dafür, weil sie in ihr die erste Verwirklichung der Idee einer skandi".vischen Union sah. Bürger und Bauer erklärten sich entschieden dagegen, weilohne Nutzen für Schweden, neue bedeutende Ausgaben für das arme Landberechneten; und auch die Intelligenz erkannte in dieser Theilnahme .an dem StrelDänemarks mehr eine Connivenz gegen das soviel gesürchtete Rußland als eleigene und selbständige Politik. Das schwedische Cabinet hätte daher, wenn esder nunmehr sehr energisch auftretenden Vermittelung hätte entziehen und damit cwKriege gegen England aussetzen wollen, keineswegs die Unterstützung seines g?.^. §Volks gefunden. Und so war es leicht erklärlich, daß Graf Pourtales vomvon Schweden sehr freundschaftlich aufgenBmmen ward, und daß die neuen ^schlage alsbald Gehör fanden. Diese Vorschläge blieben im Wesentlichen st-schon früher gemachten: Räumung der Herzogthümer, Einsetzung einerlichcn Regierung, Besetzung Schleswigs von deutschen Truppen. Auf solcher Mläge entstand denn der erste Entwurf zu einem Waffenstillstand am 2 .