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Fünfter Band.
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 325

blieb bei alledem kein Zweifel, daß es niemals daS Äußerste versuchen werde, urnso-^eniger, als die Nationalversammlung selbst keineswegs mit dem erfoderlichen TakteErfuhr. Somit blieb nur Eines übrig: Preußen mußte nachgeben, nachgeben umjeden Preis. Und Das wußte man ebenso gut in Kopenhagen als in Frankfurt,Und an beiden Orten richtete man sein Verfahren danach ein.

Das Erste, was Dänemark in dieser Lage zu erreichen wußte, war die gänzlicheAbweisung jeder Beziehung aus die neue deutsche Centralgewalt. Statt des Namensdieser Centralgewalt mußte Preußen sich dazu verstehen, im Eingänge zum Waffen-stillstände zu erklären, daß es im Namen des „Deutschen Bundes" denselben ein-3ehe. Von einer Ratifikation durch den Reichsverweser und die Nationalversamm-lung war keine Rede. Das war um so empfindlicher, als noch 14 Tage früher, umder Anerkennung dieser Ratifikation willen, Preußen die Unterhandlungen abgebrochenl^ud den Krieg wieder ausgenommen hatte. Dann mußte sich Preußen verstehen,bie Insel Alsen trotz ihrer unermeßlichen Wichtigkeit den Dänen zu belassen; es mußtelbrner einen siebenmonatlichen Waffenstillstand statt eines dreimonatlichen annehmen;^ mußte in die Trennung der schleswigschen von den holsteinischen Truppen willigen,den Ausdruck „deutscher Oberbefehlshaber" mit dem des „Oberbefehlshabers derdeutschen Bundcsarmee" vertauschen. Endlich aber mußte es sogar zugeben, daß „alleUnd jede seit dem 17. März für die Herzogthümern erlassenen Verordnungen, Ge-sthe und Verwaltungsmaßregeln im Augenblicke des Amtsantritts der neuen Regie-rung aufgehoben werden sollten"; nur daß die letztere das Recht haben sollte, „dielur den Geschäftsgang nothwendigen und unerläßlichen Gesetze wieder in Kraft tretenLu lassen". Die Annahme dieser Bedingungen involvirte allerdings eine vollständigediplomatische Niederlage. Zwar ward dagegen geltendgemacht, daß doch eine gemein-same Regierung eingesetzt und damit die Einheit der Herzogthümer ausrechtgehaltenmit jenen Bedingungen war doch diese Regierung ein reines Schattenbild,vas blieb indessen Preußen übrig? Nachdem es sich einmal in die Lage verseht^utte, in der es sich befand, nachdem es einmal die deutsche Macht nicht gebrauchensollte, um nicht durch diesen Gebrauch in den Strudel einer unabsehbaren Umwäl-ö"ng hineingezogen zu werden, stand es allein dem übrigen Europa gegenüber, das^ die Bildung des neuen Deutschland schon damals nicht recht mehr glaubte, wie, ^äland, oder das sie haßte, wie Rußland und Frankreich. Man wußte in Malmoe! ^ lvohl, daß man durch diesen Waffenstillstand im Grunde noch weit mehr Deutsch-treffe als Preußen; doch gerade Das war es, was man wollte. Preußen sei-rseits fühlte vollkommen, daß es durch sein Verfahren mit der deutschen National-*'animlung breche. Es gab zwar eine Partei in Berlin, die dies eben wünschte, es» eme andere, die dies bedauerte, aber es gab keine, die dies auf die Gefahr der-glichen Vernichtung Preußens hin hätte vermeiden wollen. Also gab Preußenund das kleine Dänemark that, als ob es allein den Sieg über eine europäische*°ßmacht davongetragen hätte.

r>. während in dieser Weise Preußen mit äußerster Nachgiebigkeit verhandelte,trat man in Frankfurt keineswegs das Bedenkliche der Lage, in welche die Cen-sy Gewalt gekommen war. Wenn Preußen nach seiner Vollmacht handeln wollte,tz voraussichtlich jeder Versuch, den Waffenstillstand zu erreichen, vergeblich,rß Preußen aber, um den Waffenstillstand zu erreichen, jene Vollmacht, so hatte8ar, dmmt der Sache nach von der Centralgewalt losgesagt, und angesichts der

der. w" Europäischen Diplomatie die Erklärung abgegeben, daß es durchaus nicht vonUnd ."^algewalt abhängig sei, daß es diese vielmehr als halbe Nebensache betrachte,Gea ^^"lehr den alten Deutschen Bund, obwol der Bundestag aufgehoben, im^as ö" der Nationalversammlung noch ganz in seinem alten Rechte anerkenne.tr§la Nachgeben Preußens war daher in der That ein völliges Aufgeben der Cen-2nte ^ ^ den Fällen, in welchen das Sonderinteresse Preußens mit dem

llche des ganzen Deutschland in Gegensatz gerieth; es war eine sehr verständ-

^uegserklärung gegen das Princip der Souverainetät des Volks, und zugleich