Band 
Fünfter Band.
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338 Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848.

lehmig der Rechte des Volks seinen Thron verwirkt habe; daß die Herzogthümer,wenn sie daran nicht festhielten, offenbare Rebellen seien; wie es vor Allem daraufankomme, daß, „weil ein entschiedener Schritt nicht möglich sei, auch kein präjudicir-licher geschehe". Indessen überwog alle diese Gesichtspunkte die eine große That-sache, daß die provisorische Regierung, die stets den König von Dänemark anerkannthatte, niemals dieses Amendement bestätigen werde. Und doch kam auf diese Bestä-tigung Alles an. Die Linke, in Erwägung dieser Sachlage, zog daher jenes Amen-dement zurück; indessen wurde über die einzelnen Passus abgestimmt, und der Satzselbst nur mit 55 gegen 45 Stimmen angenommen. Dann ward noch angenommen,daß der Herzog, „so oft und so lange er sich außerhalb der Grenzen der Herzog'thümer befinde", einen Statthalter einsehen müsse, der zuvor einen Eid auf die Ver-fassung der Herzogthümer zu leisten habe. Kürzere Debatten fanden statt über dieübrigen Punkte. Die Versammlung hatte allen Grund, in jeder Weise zu eilen)das Bessere durfte hier kein Feind des Guten sein, wenn der ganze Zweck der eigent-lichen Thätigkeit erreicht werden sollte. Am Schlüsse des Staatsgrundgesetzes fügteman noch den oben erwähnten Jensen'schen Antrag hinzu; und schon am 8. Sept«um 2 Uhr Morgens war das Staatsgrundgesetz von der Versammlung angenommen«Jetzt eilte ein Kurier mit demselben nach Rendsburg, um die Bestätigung desselbenvon der provisorischen Regierung einzuholen. Man hatte erwartet, daß dieselbe soforterfolgen würde. Allein diese nahm keineswegs das Staatsgrundgesetz in Bausch undBogen an. Erst am 9. Morgens kehrte die Antwort zurück, im Wesentlichen dahinlautend, daß die provisorische Regierung die Rechte des Landesherrn nicht minder zNsichern verpflichtet sei als die des Volks; daß diese Grenze in mehren Artikeln über'schritten sei, namentlich in der Beschränkung der Rechte des Herzogs bei Verträgen,bei der Entlassung des Statthalters, und bei dem suspensiven Veto. Die provist*rische Regierung schlug daher hierfür eine andere, die Rechte des Landesherr« mehrwahrende Fassung vor, indem „Dieser in dieser Zeit der Bewegung ein fester AnhaltPunkt sei", und erklärte zugleich, daß wenn die Versammlung ihre Vorschläge aN'nehme, das Negierungsmitglied Bremer die Vollmacht mitsichführe, alsdann soglei^die Verfassung im Namen der Regierung zu vollziehen. Man konnte nun ük^die Richtigkeit dieses Verfahrens sehr verschiedener Meinung sein; allein an einegerung war nicht zu denken. Die Versammlung setzte alsbald einen Ausschuß nied^'Derselbe zog sich auf eine halbe Stunde zurück, stattete dann Bericht ab,nun stimmte die Versammlung, freilich nur mit 65 gegen 18 Stimmen, den ^gierungsanträgen bei. Dann wurde das Gesetz in seiner Gesammtheit mit 60 geg^23 Stimmen angenommen, und daraus von dem Regierungsmitgliede im Namen ^Regierung vollzogen, und am 15. Sept. von derselben publicirt. So endete diese Einstsrung des Staatsgrundgesetzes, in der alle Parteien im Interesse des Ganzen mit groß .Einmütigkeit gewirkt hatten. Ein wichtiger Schritt war jedenfalls geschehen, "Viele gaben sich der Hoffnung hin, daß murr auch von Frankfurt aus dieses muW,Vorgehen werde unterstützt werden. Aber bitter sollte diese Hoffnung täusch^Alles was mit dem Staatsgrundgesetz gewonnen war, ward durch die Vorg^in Frankfurt theils wieder verloren, theils in Frage gestellt. Und zum ersten "mußten die Herzogthümer deutlich erkennen, daß sie allein ständen.

Trotzdem verloren sie den Muth nicht; schon während das Staatsgrundg^ .berathen und beschlossen wurde, hatten sie Gelegenheit, dies zu beweisen. Inder Bestimmung des Waffenstillstandes sollte eine gemeinsame Regierung niederge> ^werden, die aus fünf notablen Männern des Landes bestehen und nach dem 3"y ^des Waffenstillstandes regieren würde. Die dänische Politik, welche in der Aufh^ ^der Gesetze der provisorischen Regierung schon einen ungeheuern Vortheil "des.Herzogthümer gewonnen hatte, dachte vermöge jenes Artikels ihre Plane zuSie zeigte sich ziemlich liberal in Beziehung auf die andern vier Mitglieder dergierung; aber sie bestimmte als Haupt derselben den Grafen Karl Moltke,cipicllen Urheber alles Unglücks der neuesten Zeit. Sowie man dies in den H