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Fünfter Band.
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341
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 341

Zweiter Abschnitt.

Vom Waffenstillstände von Malmoe bis zur Ausführung des Waffenstillstandes

vom 10. Juli 1849.

Die allgemeine Lage nach der Ausführung des Malmoer Waffenstillstandes.

Der Malmoer Waffenstillstand war angenommen und vollzogen. Die deutscheNationalversammlung hatte sich stillschweigend unterworfen; Preußen war seinenVerpflichtungen nachgekommen; die Herzogthümer hatten endlich nachgegeben; Dä-nemarks Hülfsmittel waren ernstlich angegriffen; die europäischen Staaten fürchtetenden Krieg; die Völker wünschten den Frieden: — und dennoch begleitete schon dasErste Auftreten jener gemeinsamen Regierung das Gefühl, daß an einen solchen Frie-den durchaus nicht zu denken sein werde. Will man die folgenden Ereignisse sichklarmachen, so muß man sich von den allgemeinen Gründen, welche jenes Gefühlhervorriefen, Rechenschaft ablegen. Zn der That war dasselbe ein wohlbegründetes;es wiederholt sich fast immer die Erscheinung, daß ein solches Gefühl um so richti-ger ist, je weniger es klar wird. Und ähnlich war der Zustand der Dinge in jenerZeit und den Monaten, die ihr folgten. Betrachten wir zuerst die Lage der einzel-nen Mächte beim Beginn der gemeinsamen Regierung, und dann den Weg, den sie^schlugen.

<- Preußen zunächst, die Macht, auf welche Alles ankam, stand am Ende desWahres 1848 durchaus anders zur schleswig-holsteinischen Frage als am AnfangerEffelben. Während des ganzen Ktiegs und auch noch während der VerhandlungenNber den Waffenstillstand war es stets ausgetreten im Namen Deutschlands. Eshatte, wo seine Stellung schwierig ward, stets seine Verpflichtungen gegen Deutsch-land, die europäischen Gefahren, welche aus einer Vernachlässigung derselben entstehenkonnten, die Nothwendigkeit, die Sachen in Deutschland nicht aufs Äußerste zu trei-bn, vorgeschoben. Die Nachgiebigkeit gegen Preußen in dieser ganzen Angelegenheit^ar daher eine Feindseligkeit gegen das deutsche Reich gewesen. Jetzt aber hattendie Großmächte mit Preußen erreicht, was sie wollten. Das deutsche Reich hatteoffenkundig kein Gewicht mehr; die großen Reden und Beschlüsse in Frankfurt floß-EU Niemandem mehr Besorgniß ein. Das neue Element des europäischen Staaten-Wenis, die deutsche Macht, war gebrochen, und für die europäische Diplomatie warderselbe Zustand eingetreten wie vor 1848. Es waren mithin alle Schwierigkeitenschleswig-holsteinischen Frage neu entstanden, und Preußen hatte sie, indem es.erfuhr im Namen des Deutschen Bundes weiter zu verhandeln, alle, und zwar^tzt alle allein übernommen. In Preußens Händen hatten sich dieselben nun aber^doppelt; denn Preußen war im vollständigen faktischen Besitze der Herzogthü-^r. Sein Einfluß bei der gemeinsamen Regierung war entschieden überwiegend;^ hatte das ganze Heerwesen der Herzogthümer in seine Hand genommen; es schloßy! Vertretung derselben nach außen hin gänzlich aus, und verhandelte ganz alleinden übrigen Mächten. Zugleich schien es damals, als ob der Nest des Ein-. "ffes, den das deutsche Parlament behalten, allein zu Gunsten Preußens verwendets^den würde. Man fing an, an einen preußisch-deutschen Kaiser zu denken; undh war es natürlich, daß die Großmächte anfingen, nicht mehr eine EinverleibungHerzogthümer in Deutschland und das Übergewicht des letztem „im Norden,ses ^ Eine Einverleibung derselben in Preußen und eine allgemeine Übermacht die-f^.^taats ZU fürchten. Auf diese Weise entstand die Constellation, die wir schonisvL' Zeichner haben. Preußen war in der schleswig-holsteinischen Frage gänzlichWia*c( hatte allein den Druck aller andern Mächte, die kein Übergehen Schles-

Sleick an eine einzelne Großmacht wollten, zu ertragen. Indem nun zu

HEr Zeit durch die fortschreitende Schwächung der deutschen Nationalversammlung