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Fünfter Band.
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342 Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848.

die einzelnen deutschen Regierungen mehr und mehr zur Selbständigkeit kamen, liefPreußen immer entschiedener Gefahr, im Falle eines Kriegs auch von diesen halboder ganz verlassen zu werden. Endlich aber konnte es, bei der ausgesprochenen Ab-neigung jener Mächte, unmöglich auf einen Erwerb der Herzogthümer rechnen; eskonnte aber andererseits dieselben nicht untergehen lassen. So begann denn jenepeinliche Lage Preußens, in die es sich bereits während des ersten Kriegs mit Däne-mark versetzt hatte, immer deutlicher hervorzutreten.

Unter diesen Umständen hatte Preußen ganz offenbar nur Ein Mittel, zu einemgünstigen Ausgange in seiner Politik zu gelangen. Da nach dem Falle Deutschlandsdie Gegnerschaft der Großmächte sich wesentlich deshalb gegen Preußen wandte, weiljene fürchteten, daß Preußen die Herzogthümer und damit die Herrschaft über dieOstsee und den deutschen Handel im Westen durch die Beherrschung der Elbe an-sichziehen werde, so mußte es, indem es gegen den Willen der Großmächte diese Her-zogthümer doch nicht für sich behalten, und sie ebenso wenig direct an Dänemarküberliefern konnte, mit aller Kraft dahin streben, die Herzogthümer auf eigenen Fü-ßen stehen und handeln zu lassen, und dabei statt der Rolle der allein handelndenMacht vielmehr die Rolle eines unbetheiligten Vermittlers zu übernehmen. Dieswar der einzige verständige Ausweg für die preußische Politik. Denn die Folgtkonnte nur eine doppelte sein. Entweder die Herzogthümer unterwarfen sich, frei-willig oder gezwungen, der dänischen Gewalt; und dann blieb es für Preußen leicht,von den siegenden Dänen, die doch ihren deutschen Gegnern kaum gewachsen waren,die Herstellung des 8tatus quo ante nach dem Bundesbeschluß von 1846 zu errei-chen. Damit hätte Preußen in diesem Falle die Dankbarkeit der Herzogthümer er-worben, die jedenfalls Schlimmeres von Dänemark zu fürchten hatten. Oder die Dä-nen wurden von den Schleswig-Holsteknern besiegt; und dann konnte Preußen leichtden Foderungen der letzter» den entscheidenden Nachdruck geben. In beiden Fällenhätte es die Sache in seiner Hand gehabt, denn in beiden Fällen hätte es, als Leiterder ganzen Bewegung, den Dank und die Unterstützung der Großmächte um so g^wisser erworben, je weniger es für sich selbst erwerben zu wollen schien. Von diesesPolitik begriff man aber in Preußen nur die Hälfte. Man erkannte allerdings, daßder sicherste und einzige Verbündete der preußischen Macht eben die Herzogthüm**selbst sein würden, und daß eS daher vor Allem darauf ankomme, die Kraft diese*Herzogthümer zu wecken und zu ordnen. Man wollte aber um keinen Preis dies*Herzogthümer sich selbst überlassen, auS Furcht, daß die Herzogthümer zu weit gehe"möchten. So verlor man sowol die Zuneigung der Herzogthümer als das Vertraue"der Großmächte; und Alles, was in letzter Beziehung Preußen verlor, das gewau"Dänemark. ,

In Dänemark nämlich waren die Verständigen über den erreichten WaffenstAstand sowie über den ganzen Gang der Dinge ungemein froh. Jedermann begriff^daß Preußen gänzlich geschlagen sei. Die Ausdehnung des Waffenstillstandesdie sieben Wintermonate, in denen Dänemark keinen Gebrauch von seinen Schw^machen konnte, die Aufhebung der gesetzgeberischen Thätigkeit in den Herzogthümer"^die eine innigere Verbindung der Herzogthümer durch die legislativen MaßnahAlunmöglich machte, der dauernde Besitz von Alsen, durch welchen man die ganzeküste Schleswigs beherrschte, und endlich die Bewältigung aller demokratischengung in den Herzogthümer»: Dies gab den Dänen eine ungemein Vortheilhafte ^lung. Doch das Alle- war keineswegs das Wichtigste; weit über das Gegenwar^hinaus gingen die folgenden Erwägungen. Bisher hatte Preußen in DeutschtNamen gehandelt, die Verantwortlichkeit seiner Schritte auf Deutschland sch^^Zeine selbständige diplomatische Stellung neben Deutschland einnehmen können. ^Eine war künftig fast unmöglich. Alles was Preußen von jetzt an für die H^thümer that, mußte erscheinen als ein mehr oder weniger deutlicher Versuch,seinem eigenen Namen der Herzogthümer zu bemächtigen. Dänemarkwußte, ^niemals die Großmächte einen solchen Versuch zugeben würden. Es schien day