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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 343
seinem Kampfe gegen die Herzogthünrer vielmehr gegen die Ländersucht Preußen-als gegen die Herzogthümer zu kämpfen. Es konnte andererseits sicher darauf rech-nn, daß es die Großmächte bei jedem ernstlichen Angriffe von Preußen mit allerKraft unterstützen würden. Es wußte sich allerdings vollkommen außer Stande,dem Stoße der deutschen Macht auch nur irgend einen erheblichen Widerstand ent-gegenzusetzen; allein es wußte mit gleicher Bestimmtheit, daß die Großmächte niemalsEine Besetzung Jütlands zugestehen würden. Es konnte daher mit der größten RuheEinem wiederausbrechenden Kriege entgegensehen, namentlich da man in Dänemarkkeineswegs die militairische Kraft der Herzogthümer selbst recht hoch anschlug. Eslvußte, daß Preußen in jedem Falle werde nachgeben müssen. Und endlich kanntefan in Kopenhagen recht gut die Stimmung der entscheidenden Elemente in Berlin.Man wußte, daß ein großer Theil der Nation unter dem Wiederausbruche des Kriegs'Ehr erheblich leiden, und daher sich demselben sehr abgeneigt zeigen werde. Manfußte aber gleichfalls, daß in Preußen eine andere Partei in jeder Weise gegen die^Erzogthümer eingenommen und bereit sei, Alles zu thun, um die Sache dieser^.ande an den Rand des Verderbens zu bringen. Allerdings durfte im Jahre 1848olese Partei nicht wagen, so laut und offen hervorzutreten wie im Jahre 1849;^ver im Geheimen wirkte sie darum nicht weniger. Dies war die Partei des ab-fluten Königthums, als deren Organ die „Neue Preußische Zeitung" gilt. DieseKartei erklärte geradezu die ganze schleswig-holsteinische Sache für eine Rebellion,Eclarirte ohne Bedenken, daß es eine Schmach für die preußische Regierung sei,em Aufruhr zu dienen, foderte die Einsetzung des Königs in Schleswig und dasAufgeben aller preußischen Unterstützung, und lahmte damit die doch so nothwendige^uergie der preußischen Politik. Wenn die frühern Erwägungen dem dänischen Ca-^Ete die Gewißheit gaben, daß Preußen seinen Sieg über die Dänen nicht zur^Ewä'ltiguri^ Dänemarks benutzen werde und zu benutzen vermöge, so ließ der HaßOleser Partei, der in dem Maße stieg, in welchem jene Angelegenheit verwickelterUrde, die Überzeugung zu, daß selbst die Kriegführung für Dänemark niemals rechtjährlich werden könne. Faßt man dies Alles zusammen, so war es bereits am^nde des Jahres 1848 klar, daß Preußen im Kriege gegen Dänemark nach AblaufEs Waffenstillstandes durchaus keinen günstigen Erfolg zu gewärtigen habe. Und'Aon darum, wegen dieser geheimen, aber doch am Ende unleugbaren Ohnmacht/^Eußens in der schleswig-holsteinischen Frage, Dänemark gegenüber, blieb es wahr-r^Einlich, daß Dänemark den Krieg seiner Zeit wieder beginnen, daß Preußen ihn^ jeder Beziehung gern vermeiden werde.
. Allein die Wahrscheinlichkeit des AuSbruchs dieses Kriegs wuchs durch ein zwei-^ . Moment. Dänemarks Grundfoderung war die Trennung Schleswigs von Hol-und die Einverleibung des erster« in Dänemark. Es mußte ein Todfeindder Einrichtung sein, welche diese Trennung und diese Einverleibung schwieriger??chte. Nun war allerdings durch den Waffenstillstand die gesetzgeberische Thätig-der schleswig-holsteinischen Oberbehorde gehemmt; allein es bestand doch einmalbar Tatsache eine gemeinsame schleswig-holsteinische Regierung, und diese Regierungsick^ ganze vereinte Beamtenpersonal der Herzogthümer unter ihrer Hand, nebenM ^ vereinte schleswig-holsteinische Landesversammlung. Die Einheit der Herzog-vier war mithin eine Thatsache, und jede Thatsache ist unter solchen Verhältnissenin? Macht. Blieb diese Thatsache der Einheit der Herzogthümer, so ward die Tren-i vg derselben, die Verbindung Schleswigs mit Dänemark immer unwahrscheinlicher,schwieriger. Wenn Dänemark also diesen Zustand bestehen ließ, so entferntefast täglich mehr von seinem eigentlichen Ziele. Der Waffenstillstand, obwolpositiv günstig für die Herzogthümer, erwies sich so entschieden ungünstig fürih. ^rnark; und selbst bei schwierigern Verhältnissen im Falle eines Kriegs mußte Da'ne-svvi r es Schleswig nicht aufgeben wollte, um jeden Preis diesen Waffenstillstand^ als möglich zu vernichten suchen, in jedem Falle aber ihn bei seinem Ablause