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Fünfter Band.
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344 Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848.

kündigen. Dazu nun endlich kam ein Drittes, zwar nicht offen Hervortretendes, aberdoch Entscheidendes.

Während des ganzen Jahres 1848 hatte Rußland, Preußens absolutistisch"Nachbar, mit großen Bedenken den beiden Angelpunkten zugeschaut, auf denen sichdie preußische Politik dieser Epoche bewegte: einerseits den Versuchen derselben, sichimmer mächtiger in Deutschland zu machen, andererseits der constitutioncllcn Ent-wickelung seiner Verfassung. Rußland wußte und weiß nur zu gut, wie schwach "ist, dem preußischen Staate gegenüber, wenn derselbe ernstlich will. Es mußte dah"um jeden Preis suchen, diesen preußischen Rivalen seines ganzen Einflusses im Nor-den mit allen Mitteln zu bekämpfen. Solange das ganze Deutschland in wild"Aufregung war, durfte Rußland nicht wagen, überhaupt nur ein Wort mitzurede«-Aber kaum merkte es, daß die Einigung der Deutschen im Abnehmen begriffen s"als es auch schon bereitstand, mit seinem ganzen Nachdrucke sich der Sache zumächtigen. In Petersburg war Niemand im Zweifel darüber, daß Preußen sichdurch die Art und Weise, wie es die Sache der Herzogthümer führte, in eine au§'ganglose, höchst verderbliche Politik eingelassen habe. Preußen hatte all seinen Ei«'stuß in Dänemark verloren, und es stand ihm bevor, auch in Schweden nichts mOzu gelten. Seine Vertheidigung der Rechte der Herzogthümer war der letzte Punkt/durch den es seine frühere Bedeutung im Norden festhielt; sie war zugleich das e>«'zige Gebiet, auf welchem Preußen sich noch nach außen als Vertreter des ganze«Deutschland geriren konnte. Wollte man nun Preußen um den Rest seiner W'deutung bringen, so durfte man nur Dänemark anspornen, die ganze preußiEVermittelung aus alle Weise zu unsachten und mit jedem zulässigen Höhne vonMzuweisen, und endlich den Krieg mit Preußen wieder zu beginnen. Man kon««mit mathematischer Gewißheit vorher berechnen, daß Preußen vielleicht einen bkerfechten, aber gewiß den erfochtenen wieder aufgeben werde; man konnte Dänem««in der Niederlage Preußen« den Sieg seiner eigenen Sache zeigen, und auf dielWeise künftighin die ganze Unfähigkeit des preußischen Cabinets, in den Angelegt^Heiken des Nordens selbständig mitzusprechen, vor aller Welt Augen und namentl^

für die dänische und schwedische Macht documcntiren. Fiel aber Preußen wegder Zahl der Mächte im Norden, so blieb Rußland fast ohne sein Zuthun die Ha«f,macht auf der Ostsee. Preußen mußte, in der schlcswig-holsteinischen Sache gänM

geschlagen, jetzt sich allein nach dem Innern Deutschlands wenden, und dann

Rußland was es wollte: die herrschende Stellung im kopenhagencr Cabinet. ^Testament Peter's des Großen hatte damit einen wesentlichen Schritt seiner Vcrn»^lichung cntgegengethan; Alles, was Preußen verlor, fiel Rußland in die off"^Hände. Es brauchte nur Dänemark zum Kriege zu,reizen; und dieses Däne«'«

war nur zu gern bereit, ja fast gezwungen dazu, der Übereinstimmung seiner eig"

Wünsche mit denen Rußlands nachzugeben. So geschah es, daß auch nach

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schlossenem Waffenstillstände von Seiten Dänemarks keinen Augenblick angedacht ward. ,r

Dies Alles sah man preußischerseits allerdings recht wohl ein; und so sev'j.auch der Haß der Reaction auf der preußischen Theilnahme an der schleswig-h^gnischen Sache lastete, so konnte man sich doch nicht ganz zurückziehen. Deraber, den Preußen jetzt, und zwar, wie wir sehen werden, sofort nach demdes Waffenstillstandes, einschlug, trug ganz den Charakter jener unseligen, ch

Politik, die es von jeher befolgt hatte. Es suchte zuerst den Waffenstillstand ^

äußerste Nachgiebigkeit gegen Dänemark zu einem Frieden zu machen.jedoch nur zur Folge, daß in den Herzogthümern das Vertrauen auf P"»ße«/^Dänemark die Achtung vor demselben mehr litt, als selbst für den nächste« ?den Abschluß jenes Friedens, eben gut war. In dem Gefühle nun, daß eFrieden wie einem unerreichbaren Schatten nachlaufe, und daß der Krieg da "»t0-des Waffenstillstandes sein werde, beschloß es, die Herzogthümer selbst i"Wiederum aber geschah dies in solcher Weise, daß aufs neue die Furcht e>