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Fünfter Band.
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349
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 349

Ar, Alles trat ins Gewehr, und im ganzen Lande wurde exerciert und recrutirt.Den nachhaltigen und tüchtigen Anstrengungen der Preußen verdankten so die Her-övgthürner beim Anfange des Kriegs ein Heer, das mit dem frühern gar nicht ver-glichen werden konnte. Wenn das einerseits die Abhängigkeit von Preußen steigerte,so hob es andererseits den Muth der Herzogthümer. Dieses erstarkende Selbstbewußt-sein machte aber ein Nachgeben derselben gegen Dänemark noch unmöglicher. So§ogen sich gegen Ende des Jahres 1848 die Wolken dichter am Horizonte zusammen,"nd die diplomatischen Verhandlungen waren keineswegs geeignet, sie zu zerstreuen.

Gang der Dinge im Zahre 1849 bis zur Kündigung des Waffenstillstandes; EnglandsPlane; Preußens Diplomatie; die preußische Note vom 23. Jan.; die schleswig -holsteinische Landesversammlung und das Land.

Das verhängnißvolle Jahr 1848 verfloß, ohne daß es eine Entscheidung brachte,hatte sich deutlich herausgestellt, daß Deutschland als Einheit unfähig sei, die^ache der Herzogthümer in seine Hand zu nehmen- daß Preußen nicht den Muth^be durchzugreifen; daß Dänemark nicht nachgeben, und sich immer fester an Ruß-^nd anschließen werde; endlich — daß die Herzogthümer allmälig begannen, sich als-^acht zu entwickeln. Es war unter diesen Umstanden klar, wie die VerwickelungEr schleswig-holsteinischen Frage, anstatt abzunehmen, stets nur zunehmen mußte.Hle Folgen dieses Streits drohten unabsehbar zu werden, wenn man ihn fortdauern/Eß. Von allen Mächten aber hatte England das größte Interesse, den Frieden zuollen, und namentlich den Frieden in den Herzogthümern. Sein Hauptstapelplatz^ Europa War und blieb das reiche Hamburg, dessen Handelsthätigkeit in jederT^erse den Krieg gelahmt wurde. Die Stockung des Handels aber war der^N^erste Schlag, der England überall treffen konnte. England sah sich durch alleErhaltnisse gleich sehr darauf hingewiesen, einen Frieden zu bewirken.

^ Die Verhandlungen über den Frieden begannen daher mit dem Anfange deSWahres 1849 in London mit scheinbar erneutem Eifer; man konnte es doch nicht^agen, England geradezu zu verletzen. Allein alsbald zeigte sich, wie wesentlich^rschieden die Grundlage jeder Friedensunterhandlung von der eines Waffenstillstan-^ sei. Denn sobald von der definitiven Ordnung der Frage die Rede war, tra-" die agnatischen Rechte wieder in den Vordergrund; es kam daraus an, wennwie es England versuchte,,, die Initiative der Friedensunterhandlungen in die^and nehmen wollte, hier eine Übereinkunft zu treffen, die allen Rechten und In-sassen so viel als möglich zugleich entsprechen könne. Und dieses Eine versuchte manko .?won in folgender Weise. Zuerst dachte man daran, die Federungen der Her-Üthümer dadurch zu befriedigen, daß man das Herzogthum Schleswig von Dä'ne-Ek lostrennte, und die des Königreichs Dänemark dadurch, daß man Schleswig

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d wit Holstein verbände: so entstand die Idee eines selbständigen Schleswig, dasnüt Holstein zugleich in Personalunion mit Dänemark bleiben sollte. Da nunlick* ^r König von Dänemark voraussichtlich ohne Leibeserben bleiben, und die ganz-Trennung beider Herzogthümer von Dänemark mit seinem Tode nach demvyj^cht der beiden Staaten eintreten mußte, so kam es darauf an, diese Personal-§ufo Eine neue Königslinie zu sichern. Zu diesem Zwecke ward der Vorschlag

Umstellt, dem Hause Oldenburg die dänisch-schleswig.holsteinische Succession zudli^agen, das Augustenburg'sche Haus, das für die Herzogthümer berechtigt war,Hess ^ Eine Entschädigung^Ln Oldenburg abzufinden, und den Prinzen Friedrich von

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der die weibliche Succession in Dänemark beanspruchte, mit einer Geldsummeh-r enzustellen. Dies war der Plan, den England entwarf, und soviel wir wissen,Ach Preußen geneigt, im schlimmsten Falle darauf einzugehen.

" offenbar hatte man in England Zweierlei nicht bedacht. Erstlich, daßchen ^Er Herzogthümer wie das des Königreichs in keinem Falle sich einer sol-tarige Erhandlung unterwerfen werde; sodann, daß Rußland dieses englische Ar-^Ent niemals annehmen könne. Denn einerseits würde das neue dänische Für-