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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 357
innerlich aufgelöst, ohne Verpflegung, ohne Disciplin, nimmermehr vermögen werde,den dänischen Angriffen standzuhalten. Sie wünschten daher eifrig den Krieg. Esgeschah vergeblich, als einsichtige Männer erklärten, daß Schleswig-Holstein durch«eine Begeisterung und seine materiellen Mittel einen Niesenschritt in der Bewaff-nung gethan habe; man lachte darüber. Soweit ging dieser dänische Übermuth,lüß der ausgezeichnetste unter allen dänischen Offizieren, der geniale Tscherning, dem^ü'nemark wesentlich und fast allein seine ersten Erfolge gegen die Herzogthümer zudanken gehabt, vom kopenhagener Pöbel eine Katzenmusik erhielt, weil er in seinerTeraden Weise öffentlich geäußert, man möge sich inachtnehmen, das schleswig-hol-steinische Heer sei nicht mehr das Heer von Bau und Flensburg. Er fiel in Un-^Uade; man entfernte ihn gänzlich vom Heere, nicht zum Vortheil der dänischen!^ache. Der dänische Feldzugsplan aber ward nun in folgender Weise festgestellt: umzu verstehen, muß man das geographische Bild beider Länder vor Augen haben.
Der Angriff Dänemarks auf Schleswig-Holstein konnte von drei Punkten aus,??er nur gegen Schleswig geschehen. Zuerst konnte man vom Norden her über dieMische Grenze einrücken, und dabei die Festung Fridericia und Fünen als Rückhalttauchten. Dann konnte man von Alsen auS in die Mitte des Herzogthums ein-en, und dadurch die Communication des Nordens mit dem Süden bedrohen. End-
salb
A konnte man mit der Marine die offene Bucht des eckernförder Hafens angreifen,bedrohen, und Rendsburg allarmiren. Es ward beschlossen, alle drei Wege zu-^kich zu betreten. Man ging dabei von dem richtigen Grundsätze aus, daß manweder von Alsen noch von Eckernförde aus definitive Erfolge erreichen, daßaber doch die Schleswig-Holsteiner dadurch nöthigen werde, ihre Kräfte so sehro? zertheile, daß ein Angriff von Norden her fast unwiderstehlich wirken müsse,^"igernäß wurden die Ordres gegeben, und am 3. Apr. überschritten die dänischenorposten den Alssund und richteten ihr Feuer von den düppeler VerschanzungenUs auf die Deutschen. Zu gleicher Zeit erschien eine dänische Flottille, bestehendUß Hern Linienschiff Christian VHI., der Fregatte Gefion, einer Corvette, zwei Dampf-Kiffen und mehren kleinern, mit Landungstruppen versehenen Schiffen im eckernsör-^ Meerbusen. Man hatte dänischerseits auf diesen Theil des Angriffs großes Ge-gelegt. In der That ließ sich, wenn Eckernförde einmal genommen und der?a>en von den dänischen Schiffen beherrscht war, von hier aus die ganze Mitte dersÄogthümer beunruhigen. Die Lage von Eckernförde würde einen Angriff aus das-dänische Schiffe am Strande lagen, erschwert haben, und die Nähe Kielsbei der Wichtigkeit der letzter» Stadt eine rückgängige Bewegung bedeutender^Ppenmassen vom Norden her nothwendig gemacht. Solange freilich die ganzee^chsarmee in den Herzogthümern stand, hatte das nicht viel zu bedeuten- doch einscheidender Erfolg in Eckernförde mußte immer als Beweis gelten, daß die Her-
g tuyumer allein nicht im Stande seien, Dänemark hinreichenden Widerstand ent-- Anzusehen. Stand Das fest, so war für die dänische Politik viel gewonnen, und
isy?tätlich Preußen, das sich aus die Kraft der Herzogthümer berufen, war nochd^"er in seiner Politik als es je gewesen. Die Herzogthümer aber mußten als-alle,,* Willen Preußens doppelt abhängig erscheinen, vor sich selbst und vor
tuva ^"dern. Darum erhielt der Angriff auf Eckernförde so ungemeine Bedeu-te ^ Kampf bei Eckernförde war gewissermaßen die aufgeworfene Frage, oboder ^ogthümer eine militairische Position im Norden Schleswigs halten könntenNr, und deshalb rückte Dänemark hier mit dem besten Theile seiner Seemacht
"f" der Gewißheit eines leichten und glänzenden Siegs. Denn der Hasen vonfre^u ^de, der halben Welt bekannt, war nur von zwei nicht einmal stürm-Ulih d-^randbatterien geschützt, die, im Innern des Hafens gelegen, das Einlaufenso ^lutionen der Schiffe in keiner Weise hinderten. Diese beiden, seitdem
auf Suiten Batterien hatten nur 12 Stücke Geschütz. Dagegen besaß DänemarkLinienschiffe 84, und auf seiner Fregatte 56 Kanonen. Gegen solcheschien ein Kampf kaum möglich. Zwar hatte Tscherning gewarnt, man