Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 359
.—^e, rechts von der Südbatterie, postirt wurde. Gegen 4 Uhr erhob sich derKampf aufs neue. Die Südbatterie und die Feldgeschütze wirkten trefflich. Noch-mals rief Paludan gegen 5 Uhr das Dampfboot herbei, und ließ die Anker seinesSchiffs kappen. Das Dampfboot versuchte sich zu nähern, ward aber durch dieKugeln der Nordbatterie abermals zurückgewiesen. Der Christian, der die Segelgesetzt, gerieth jetzt durch den ziemlich scharfen Ostwind auf den Strand, in dieNähe der Batterien, wo er nun mit glühenden Kugeln beschossen wurde. Schonfugst verriethen die Manoeuvres der Gefion, daß auch ihr Zustand ein trostloser.Der Sieg der Schleswig-Holsteiner ward mehr und mehr zur Gewißheit, wenn auchSchiffe ihr Feuer nun gegen die Stadt richteten. Endlich gegen 6 Uhr strichM Christian wie die Gefion die Flagge. Die Dänen hatten in dem langen Kämpfefurchtbar gelitten; die Mannschaft war erschöpft und muthlos; Alle sahen dem Unter-üunge entgegen. Der Capitain Paludan, mit zwei Offizieren und etwa 650 Ma-^osen, kam ans Land und gab sich gefangen. Es hatte sich gerettet, wer da konnte;^ch befanden sich an 250 Mann am Bord des Christian, der im Innern brannte,sogleich wurden Anstalten getroffen, diese Mannschaften zu retten. Der tapfere^reußer, der Held des Tags, eilte zuerst an Bord, um Hülfe zu bringen. DerZustand des Schiffs war schrecklich; die Grundschüsse hatten im Raume gezündet;^er Wind verbreitete die Flamme. Die Zuschauer am Strande standen in athem-Mser Spannung. Es wrr 8 Uhr Abends. Da erfolgte plötzlich eine furchtbare
^Plosion; eine ungeheure Feuersa'ule erhob sich; Masten, Segel, Holz, Menschen^vgen empor. In einem Augenblicke lag von dem prächtigen Schiffe nur der Kielm einem Theile des brennenden Vorderdecks auf dem Grunde. In den Jubel desregs mischte sich der Schmerz über die Verunglückten. Unter diesen befand sichPreußer, der nicht vom Deck gewichen war, die Gefangenen besorgend. Dannandte man sich der Gefion zu, die von ihrem Capitain, Meyer, mit der noch 500tann starken Besatzung ebenfalls übergeben wurde. Schleswig-Holsteinische See-farmer bestiegen dieses weniger beschädigte Schiff, um im Namen des deutschenNeichs davon Besitz zu nehmen.*)
Ein denkwürdiger und beispielloser Sieg war durch Muth und Ausdauer er-äugen worden. 52 schleswig-holsteinische Kanoniere, erst spät von den wackernÄrschen Brüdern unterstützt, hatten den Sieg über 140 feindliche Kanonen da-Zugetragen, 900 Gefangene gemacht, und eine der schönsten Fregatten Europastvbert. Die Bewohner des kleinen Eckernförde hatten willig ihre Stadt dem Bom-Zement dargeboten. Einen schönern und glänzendem Sieg hat selten ein VolkMeiert. Die Nachricht von diesem Tage lief durch das Land; lauter, einstimmigerso, l begleitete sie. Die Landarmee, begeistert von diesem ersten großartigen Er-.^s uach Schlachten. Dennoch mußte sie lange warten, ehe ihr WunschErfüllung ging. Denn während die Dänen, auf das höchste betroffen von der^bderlage ihrer Flotte, die einer Vernichtung derselben fast gleichkam, auf allenFunkten zurückwichen, gingen die Operationen des Landheers nur sehr langsam vorsck Feldzug, der jetzt begann, ist unverständlich, wenn man nicht die diplomati-^Eu Verhandlungen dabei im Auge behält.
. Nach der Masse von Truppen, die bereits im Monat März aus ganz Deutsch-es?. in die Herzogthümer eingezogen, hätten die Dänen sofort vernichtet sein müssen.
daum war der Beginn der Feindseligkeiten als unausbleiblich erschienen, alssetz? ^on Noten von Rußland und Frankreich in Berlin einliefen, welche eine Be-"6 Jütlands durchaus verboten und nur erlaubten, daß die deutschen Truppen^r "?ch dem Waffenstillstände von Malmoe bezeichneten Positionen einnähmen,^ßen gab hier wie in allen andern Dingen nach; und so entstand Das,
weist 7 ^ Emzclhciten diese» denkwürdigen Kampfe» wurden von uns erst hinzugefügt, und zwarde«, emer Schilderung, die der Berfasser der vorliegenden Abhandlung selbst kurz nach"'glisse in deutschen Blättern veröffentlichte. D. Red.