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Fünfter Band.
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380 Staat und Stadt Frankfurt.

ihn nur einer in Schutz. Im Januar 1848 fand sich der Senat bewogen, diefrankfurter Turngemeinde auszulosen, „weil sie sich von politischen Tendenzen nichtferngehalten", was Bezug'auf eine Versammlung in Hattersheim (drei Stunden vonFrankfurt, im nassauischen Gebiete) hatte, wo allerlei Misliebiges berathen wordenwar. Nur Knaben unter 14 Jahren sollten bei der Turngcsellschaft verbleibendürfen; allen andern Mitgliedern wurde, und zwar den Einheimischen bei Geldstrafe,den Fremden unter Androhung der Ausweisung (womit man vor dem März über-Haupt sehr freigebig war) befohlen, sogleich auszutreten. Gleichzeitig glaubte der Se-nat, das auf den Sommer desselben Jahres angekündigte, in Frankfurt zu begehendegroße Sa'ngerfest vertagen zu müssen. Er ahnte noch nicht, daß sich in demselbenJahre noch ganz andere Melodien in dieser Stadt hören lassen würden als die,welche er verpönen wollte!

In der ersten Halste des Februar begann das Rauschen des Sturms, der baldnaher und näher kommen sollte. Die Angelegenheiten der Schweiz, die BeweguN-gen im Süden von Italien, die Erhebung Siciliens, die Nothwendigkeit, welche selb!Ferdinand von Neapel dahin brachte, diesseit der Meerenge sich als einen constituti^rrellen Monarchen zu geriren, das Hervortreten Karl Albert's von Piemont mit eineseinen Völkern gewährten Verfassung, die dumpfe Schwüle in der Lombardei — be-schäftigten und erregten die Gemüther. Der Nationalgeist steigerte sich an der erh^benden Erscheinung, daß die braven Schleswig-Holsteiner die allgemeine Freiheit ^gelehnt hatten, insofern sie ihnen der König von Dänemark als Ersatz für deutschNationalität geboten. Die höchste Spannung und Aufregung aber brachten d'konvulsivischen Bewegungen in den französischen Kammern, die drohenden Vorzeitdes Erdbebens hervor, welches das immer wieder angekündigte und wieder verschob^sogenannte Reformbanket in Paris voraussehen ließ. , .

In Frankfurt zog man daraus die Lehre, daß auch Etwas geschehen mESchon war um diese Zeit im Gesetzgebenden Körper durchgegangen, in dem Nech^verfahren auf Öffentlichkeit und Mündlichkeit anzutragen, und eine Commission ^Senats hatte zugestimmt. Am 12. Febr. wurde, auf den Antrag des Dr.ganum, einstimmig in eben dieser Versammlung beschlossen, den Senat zu ersuch^daß auch Ortsbürger der Dorfschasten sowie Beisassen zu dem Berufe des ArSund Sachwalters mit der Besugniß des Wohnsitzes in der Stadt zugelassen we^möchten, vi-. Mappes bemerkte bei dieser Gelegenheit, diese Männer seien nichtHeloten oder Unterthanen, sondern Bürger. Doch ging man nicht soweit,Bürger auch als Seelsorger in ihren eigenen Gemeinden zuzulassen, weil die ^fassung Dem entgegen wäre. In der Sitzung vom 16. Febr. verwahrte sich^,Mitglied aus dem Handwerksstande hoch und theuer gegen jeden Versuch, diewerbtrcibenden von dem Lande in der Stadt zuzulassen. Den Juden gegt"^machte man der Zeit die Concession, da- in Hinsicht auf halbfremde Paare ip-weise noch bestehende Pharaonische Ehegesetz in einigen Beziehungen ebenfalls etmilder zu gestalten. Weiterzugehen fand man sich vorerst nicht veranlaßt.

Die Märztage.

ES ist nicht ohne Interesse zu erwähnen, daß am 24. Febr. 1848 die ^

in Frankfurt a. M. sehr willig war, wie man es nennt, und die Curse aller -Papiere stiegen. Man hatte von Paris die Nachricht erhalten, die dynastischesition entsage dem Reformbanket, und gab sich einer falschen Sicherheit hin-, ^nun blieb die pariser Post ganz auS. Am 26. Febr. erhielt man durch e"l ^Strasburg nach Frankfurt beförderte telegraphische Depesche die Nachricht voAbdankung Ludwig Philipp's, welcher die Herzogin von Orleans als Regen ^i-gesetzt habe. Am 27. Abends 7 Uhr war die pariser Post noch immer rE^riggetroffen. Um diese Zeit erst erfuhr man durch die brüsseler Blätter die M ^ ^der Tuilerien, die Flucht der königlichen Familie, die Verkürzung der Rep ^ §l§Einsetzung der provisorischen Regierung, und zwar in noch größerer Verwir