Band 
Fünfter Band.
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Staat und Stadt Frankfurt. 393

^hren, vor allen Dingen aber diesen „Beschluß" der Nationalversammlung selbst^urch eine Deputation zu eröffnen". Die fremden Theilnehmer wurden ausdrück-^ aufgesodert, am nächsten Tage in der Stadt zu bleiben, um dem Beschlusse^achdruck zu geben". Ein Theil der wilden Schar zog darauf in den DeutschenAs, den Versammlungsort der Linken, sie zum Austritt in Masse aufzufodern.Dieser Antrag war eben daselbst gestellt, aber gegen eine Minderzahl von 19 Stimmenerworfen worden. Vogt wies die Anstürmenden zurück; Venedey stellte ihnen dasverbrecherische ihres Beginnens vor. Beide wurden verhöhnt, Venedey zumal.

.. Mittlerweile hatte aber der Senat, aufgesodert durch mehre achtbare Bürger,le Centralgewalt ersucht, die Nationalversammlung und die Stadt zu schühen, da? es für den Augenblick nicht vermöchte. Am 18. Sept., Morgens um 3 Uhr,.^chte die Mainzer Eisenbahn 2400 Mann Astreicher und Preußen. Sie wurden? einiger Entfernung um die Paulskirche gestellt, die bevorstehende Sitzung zuArrnen, doch unglücklicherweise so, daß die Nordseite, in welche zwei enge Gasse ein-enden, und wo gerade die Thüre ist, durch welche die Abgeordneten eintraten, vonE^ern Piquet czechischer Böhmen nur schwach geschützt war. Der militairische Zuzug,/k den Nevolutionairen natürlicherweise nicht angenehm, gab nun den Vorwand,^sonders gegen die Preußen zu agitiren. „Die Preußen müssen fort, sonst gibt esUnglück", war die neue Losung. In der Stadt wurden die Läden bald geschlossen,^s den Straßen, zumal in der Nahe der Paulskirche, wogte eine unruhige Menge,ie den Deputirten der Majorität wilde Drohungen zurief. Die Nationalversamm-und die dicht gefüllten Zuhörerräume waren heftig aufgeregt. Um 10'/r Uhr^aren eben die unsinnigen Anträge von 30 Mitgliedern der äußersten Linken (wedernoch Vogt waren unter den Antragstellern) beseitigt worden: die TruppenZuziehen, überall Neuwahlen zur Nationalversammlung anzuordnen. An der^geßordnung waren die Grundrechte: „Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei."

a dröhnen die Angeln der Thüren an der Nordseite. Der Abgeordnete Riesserrii^ ^siig ein, und bemüht sich die innere Pforte zu verriegeln. Ihm dringen ei-Wüthende nach, die mit Mühe und Anstrengung zurückgestoßen werden. Höh^ Halloh draußen, Drängen, Klopfen, Stoßen gegen die innere Thüre, die sichin der Mitte spaltet. Der Präsident Heinrich von Gagern erhält innen, fest,und würdevoll, die Ordnung. Draußen rücken Preußen mit gefälltem Bayon-tvn ^ ""d verjagen die Aufrührer, deren Wuthgeschrei durch die Hallen der Kirchedei-f die benachbarten Straßen füllt. Ein 15. Mai ist der deutschen National-d '^uiilung erspart; ein blasses Abbild des französischen 24. Juni bereitet sich vor,noch still und fast gemüthlich.

riw Überall erheben sich, theils festgebaute, theils schwache, doch strategisch im Netzev die Altstadt errichtete Barrikaden. Sie werden zum Theil von wenigen jungeng.^en und Kindern ganz harmlos, wie zum Spiele, erbaut. Die Truppe, ungenü-.und vor allen Dingen zum Schutze der Nationalversammlung aufgeboten, schrei-rh?icht ein, um sich nicht zu zerstreuen. Die frankfurter Bürgerwehr, so thätig^ energisch zur Zeit des Vorparlaments, findet sich, da endlich Allarm geschlagenvhh, höchst spärlich ein, zum Theil in Folge ihrer Zersplitterung in allerlei Corps,die e Rücksicht auf die Stadtviertel. Es ist^ schwer für den einzelnen Mann, durchÄp^den Haufen auf der Straße den Sammelplatz seines Corps zu erreichen,""d Verführung tragen das Ihrige dazu bei. „Das Eigenthum ist heilig;schreiben die Rädelsführer an die Thüren der Reichen, und begnügen sichWaffenvorra'the aufzuheben, und solche Häuser und Fenster zu besetzen, von^lri ^icht auf die Truppen geschossen werden kann. Endlich gegen 2^ Uhr, nach-

Waffenvorra'the aufzuheben, und solche Häuser und Fenster zu besetzen, von..li .. ^icht auf die Truppen geschossen werden kann. Endlich gegen 2 Uhr, nach-^gel e Sitzung der Nationalversammlung geschlossen und einige frische Truppenbricht der. Kampf los. Auf Lem Liebsrauenberge, der Schnur- und Dön-die Ostreicher, in der Mitte der Zeil, wo die Hasengasse einmündet,^onstablerwache zu, Preußen die Barrikaden an. An der Ecke der letztemE, nach der Döngesgasse zu, steht eine Barrikade thurmhoch, kräftig vertheidigt.