Staat und Stadt Frankfurt. 395
^rakter und Wirksamkeit zu solchen Rachethaten keineswegs herausgesodert hatten.Hnowsky, geistreich, liebenswürdig, wenn auch nicht tadellos und der Partei ge-nuber stets kampffertig, hatte sich wahrend seiner parlamentarischen Laufbahn alsh ^Ekla'rter und liberaler Aristokrat, niemals als Fanatiker oder roher Volksfeindwiesen. Von Auerswald aber durfte Riester mit Recht in der Nationalver-
li^lung erklären, daß seine Worte wie seine Handlungen nie Jemand verletzten,r? daß die Gesinnung, die sich dieses Opfer ausersehen, sich nnt gleichem Grundeandern Abgeordneten der Majorität als Opfer hätte wählen können. *) Dochwenden wir uns dem Schlüsse des traurigen Drama zu.si-l .^"dlich, nachdem der Waffenstillstand längst abgelaufen, um Schlag 6 Uhr,b ein Schuß, und Hessen-Darmstädter rückten mit schwerem Geschütze über die Main-tia^' Der Kampf begann wieder. Die Truppenzahl war im Laufe des Tags auflala 12000 Mann angewachsen; die allmälig eingetroffenen, allerdings auch sehrt Zeichen Zuzügler hatten sich dagegen zum Theil während der Waffenruhe ent-^Nt. Der Ausgang konnte nicht zweifelhaft sein; doch erst gegen 40 Uhr Abendsder Kampf sein völliges Ende. Von beiden Seiten war der Verlust nichtj, ^deutend. Auch Mancher bei dem Aufstande Unbetheiligte fiel durch Kugeln, dieM im Vorübereilen, wol auch in seiner Wohnung trafen. Von den Todten gehör-uur sieben der Stadt Frankfurt an.
link brach der 19. Sept. an. Der Belagerungszustand wurde ausgesprochen,
H bald daraus ein strenges Gesetz zum Schutze der Nationalversammlung erlassen.zhEe Aufstand war besiegt, aber zugleich der Nationalversammlung ein Theil des' Äum entzogen, worauf sie ruhte. Die Linke, die in ihrer großen Mehrheit dengew'e ^ durchaus nicht gebilligt, suchte doch nachher zu entschuldigen, während esdie ^ politischer und dem Interesse der Versammlung angemessener gewesen wäre,spr ^bute und ihre Anführer offen zu verdammen. Die äußersten Parteimä'nnersuchen maßlos, wie immer. Der Würtemberger Hof, bis dahin Vermittler zwi-' Parteien, spaltete sich bei dieser Veranlassung. Niesser, Biedermann, Hans
Räumer und Andere, welche es unter solchen Verhältnissen für Pflicht hielten,Reichsministerium zu unterstützen, traten aus und bildeten einen neuen Verein,^ Augsburger Hof. In Frankfurt selbst zeigte sich unmittelbar nach dem 18.klgpt' eine sichtbare Verstimmung und Abspannung in der Bürgerschaft. Manüber die äußerste Linke, über die. Bürgcrwehr, über sich selbst, sprach von ge-Demonstrationen gegen die Überstürzenden u. s. w. Der bald darauf imstattfindende Struve'sche Einbruch vermehrte noch diese gegen die Bewegunglichtete Stimmung. Aber die Einquartierung, der Belagerungszustand, obschonritid ^oßer 2Mde gehandhabt, erregten mannichfache Unzufriedenheit und Besorgnisse,>onst sehr: gemäßigte Männer sahen auch in den Ausnahmemaßregeln gar zu! "sende Beispiele für die Reaction in den Einzelstaaten.
Die drei letzten Monate des Jahres 1848.
w e-Die städtischen Angelegenheiten Frankfurts traten im September und Octoberzeitgemäßen Wendepunkt. Der Senat ging auf die Anträge des „Verfas-! -Ausschusses ein. Er erklärte (26. Sept.), wie er schon früher zu der Überzeu-^ ———_
Verfasser der vorliegenden Abhandlung schrieb dieselbe nieder, als der Proceß gegender Mitschuld an der Ermordung Auerswald's und Lichnowsky's Angeklagter vork? geri^u.rgericht zu Hanau verhandelt werden sollte; er nahm darum Anstand, sich überMey j^^ch noch festzustellenden Einzelheiten des Verbrechens zu verbreiten. Wir selbst!?erj^tzt die Hauptdetails dieser unseligen Begebenheit hinzugefügt, und dabei theils jene/'Dt ^Handlung, theils den längst veröffentlichten Bericht des obenerwähnten Augenzeugenin des aus Bornheim zugrundegelegt. Ein anderer Lheil der Angeschuldigten wird^Nau selbst vor Gericht gestellt werden. Schon die öffentlichen Verhandlungen
anenden "Werten den vollständigen Beweis, daß die beiden Abgeordneten weniger einer blind." "°sen ^ ^tischen Leidenschaft, als vielmehr der Brutalität und gemeinen Roheit eines zü-'paufens zum Opfer gefallen sind. D. Red.