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Fünfter Band.
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Staat und Stadt Frankfurt«

gung gelangt sei, daß die Verfassung der Frcistadt einer gänzlichen Erneuerung ^

Einklänge mit den Grundsätzen der Neuzeit bedürfe, und wie er das Gewicht deGründe nicht verkenne, welche für die Ausarbeitung der Verfassung durch eine co^stituirende Versammlung sprächen. Ebenso erklärte er sich mit dem vorgeschlagen^

Wahlgesetze einverstanden, nach welchem die Stadt 100, und die Landgemeinden

Abgeordnete zu derselben wählen sollten, und zwar in allgemeiner, directer Wahl a*ler volljährigen Staatsangehörigen. Nur schlug er vor, daß, nach Paragraph ^der Constitutionsergä'nzungsacte, die Verfassungsveränderung vorn Senat, vorn GeUgebenden Körper und von der christlichen Bürgerschaft gesetzmäßig sanctionirt,nach der Entwerfung der neuen Verfassung durch die Constituante darüber ^sämmtlichen Staatsangehörigen abgestimmt würde. Der Gesetzgebende Körper stilM".hierin völlig bei, der Verfassungsrath nicht minder. Von dem Senate wurde hier^die Verfassungsveranderung, wie sie in dem erwähnten Wahlgesetze, den Übergangbestimmungen und der Berufung einer Constituante vorlag, mit der gesetzmäßigMehrzahl von zwei Dritteln, von der Gesetzgebenden Versammlung mit 78 gegen !in den drei Abtheilungen der christlichen Altbürgerschaft im Ganzen mit ungefg2300 gegen 500 Stimmen angenommen. Der Senat verkündigte dieses Nesu^am 19. und 21. Oct. Nun stellte man von Seiten des Montagskränzchens ^anderer Vereine, von dem Bürgcrverein, auch von den Quartiervorständen Candi^tenlisten auf. Angeblich wegen des Belagerungszustandes hatte das MontagskMchen die seine ohne alle Zuziehung derjenigen Mitglieder entworfen, welche nicht *Amt bei ihm standen, dagegen aber von seinen Vorstehern keinen Einzigen auElassen. Obgleich dies nicht eben demokratisch erschien, siegte dieser Verein doch vsständig. Seine nur dem kleinern Theile nach mit dem Bürgerverein vereinbarte ^ging in Stadt und Land ohne alle Ausnahme durch. Es war freilich eine MinoN'.darunter, die dem entgegengesetzten Lager entnommen worden, und die in spä^Zeit der Mehrheit genug zu schaffen machte

In den Monaten Oktober und November versetzten die Ereignisse zu Wien ^ ^

Berlin auch die deutsche Parlamentsstadt aufs neue in mächtige Aufregung.Leidenschaften der Parteien machten sich hierbei um so schroffer geltend, als man ^allen Seiten begreifen mußte, daß die Märzrevolution bereits ihre Verhängnis,rückgängige Bewegung angetreten. Zumal war es die Nachricht von der Hin^tung Robert Blum's, die in der Bevölkerung Frankfurts alle Gefühle wie ^Parteileidenschaften wachrief. Robert Blum gehörte, wie er sich in Frankszeigte, ursprünglich nicht der äußersten Linken an. Seinem etwas diplomA

zwischen den Parteien gehaltenen, mäßigenden und mildernden Auftreten im

Parlamente war es wesentlich mit zu verdanken, daß der Hecker'sche

bei dem versuchten Austritte sich nicht stark genug fühlte, ein Gegenparteienden Mauern Frankfurts zu verwirklichen. Der Himmel weiß, was dieses Geg^^.^lament für Folgen gehabt hätte damals, wo nirgend eine gesetzliche Missionwiesen werden konnte. Zur Zeit der Eröffnung deS deutschen Parlaments warder Führer der Linken. Bald fielen die Radicalsten von ihm ab und bildeten (Juni) den Club der äußersten Linken: den Donncrsberg, wo man lange nicht ^auf den frühern Führer zu sprechen war. Diese Radicalsten beschuldigtenHalbheit, der Diplomatie u. s. w. Solche Vorwürfe ließen ihn nicht aleich"

und mögen dazu beigetragen haben, daß er nicht aus der Linie blieb,., die

vorgezeichnet zu haben schien. Blum war, trotz seines unschönen Äußern,sehr gewinnender Persönlichkeit, gefällig, freundlich, gutmüthig. Seinesamkeit übte auf die Frankfurter einen ganz eigenthümlichen Reiz. Die löscheTiefe ward dem Hörer durch die Frische der Gedanken, durch epigramSpitzen, durch das Überraschende der Wendungen, durch die ruhige, woh ^ §,jtForm des Vertrags ersetzt, die umsomehr wirkte, je häufiger sie einen Eontrdem Inhalte der Reden bildete. Man sah ihn Mittags in der Jacobi'schen sichwirthschaft, Abends häufig in den Felsenkellern, wo er lebhaft zu diScutiren,

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