Band 
Fünfter Band.
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Staat und Stadt Frankfurt. 3S7

Adern freundlich anzuschließen pflegte, der sich ihm vertrauensvoll näherte. ImHirschen Hose, dem Club der Linken, an dessen Spitze er stand, fehlte es ihmHt an offenen und heimlichen Gegnern. Das Volk hingegen, aus dessen Mitte^hervorgegangen war, wandte ihm eine Gunst zu, deren sich wenige Andere zu^^en hatten. Der Beschluß seines Clubs, im Vereine mit dem Donnersberg einel Ordnung an den wiener Reichstag und die wiener Aula zu schicken, war nicht ohneH haften Widerspruch durchgegangen. Löwe von Kalbe, ein Mann von bedeutendenblstesgaben, Eisenstuck und Andere sahen die Gefahr dieses Beschlusses wohl ein,d trennten sich in Folge dessen momentan von dem Deutschen Hofe, dessen Wahl. dieser bedenklichen Sendung auf Blum fiel. Schon auf der Reise nach Wien^eirit Blum die gewöhnliche Umsicht ganz verlassen zu haben: in Breslau sprachA fieberhafter Leidenschaft; entsetzlich^ Worte sollen ihm zu Wien in der

f»s entfallen sein, wo er sich eben nicht an seinem Platze fühlte. Was weiter6te, ist allgemein bekannt.

^ . Die Nationalversammlung, die wol begreifen mußte, welche Bedeutung jenerUtige Act in der Brigittenau zu Wien für sie habe, suchte ihre Ehre in der Weiseriiih^tn, es ihre Lage zuließ. Doch war sie sorgfältig bedacht, der Partei^ Hände zu arbeiten. Eine kirchliche Todtenfeier für Robert Blum wurde

Urk fien; ein feierlicher Leichenzug unter Theilnahme des frankfurter Magistratshalb ^ Constituante ward abgelehnt. Die hien'iber unzufriedene Linke zog sich des-^ o ganz zurück, und so unterblieb auch jene Feier. Daß der Protest der Natio-h Sammlung, mit dessen Überbringung nach Wien die Herren Paur und Pötzelebens ^ wurden, keine sonderliche Wirkung haben werde, war nicht zu verkennen -auf !? ^nig konnte man sich verschweigen, daß die Versammlung, indem sie strengDvlps ^ vorgezeichnetcn Linie geblieben, zugleich die östreichische Regierung und die"spartet bitter verletzt hatte.

taas VolkSpartei ließ denn nun auch ihrem Unwillen freien Lauf. Die „Reichs-yb^eitung" (24. Nov.) bürdete jedem einzelnen Mitgliede der Mehrheit der Natio-H.hersammlung die moralische Verantwortlichkeit für die Tödtung Blum's auf, alsihn diese nach Wien gesandt! Sein Blut werde über ihre Häupter kommen!^arikfurter Constituante beschloß (22. Nov.), den Senat zu ersuchen, bei derh)E?*^gewalt energische Durchführung des Beschlusses der Nationalversammlunghinr .^"üttelung und Bestrafung der Urheber der widerrechtlichen Tödtung Blum'sK^^irken". Dieser Beschluß, der gegen Ostreich auch die Macht des Staatsbei in die Wagschale legte, klingt jetzt den Ernüchterten fast wie eine Satire;der f damaligen Aufregung war er nicht ohne alle Bedeutung. Selbst das Haupttzlu ,"dfurter konservativen, Dr. Souchay, stimmte dafür, „weil er in der Tödtung6e»i das traurige Vorzeichen eines Risses sehe, der Deutsch-Östreich von dem übri-Deutschland trenne". Das Montagskränzchen legte seinen Mitgliedern auf,feier * ^er den Todten zu tragen. Die reformirte Kirche, welche für die Todten-ei^ ^ Nationalversammlung zu Gebote gestellt worden, wurde der Parteifeier nichtdieselbe mußte sich auf das eigene Local der Partei beschränken. Das^vr^^tigste hierbei war, daß von Mitgliedern der Linken im Parlamente und derHl'irt^?ante, sowie von den Häuptern der Volksvereine, eine Subscription für Blum'sOffenen eröffnet ward, welche einen sehr bedeutenden Ertrag lieferte.

^Nte Vorgänge in Preußen, die Einsetzung des Ministeriums Brandenburg-^ Muffel, Verlegung der Vereinbarungsversammlung nach Brandenburg, die^ derselben ausgesprochene Verweigerung der Steuern u. s. w., brachten

e Nationalversammlung in dasselbe traurige Dilemma, wie es die wiener^sern y?bthan. Die Versammlung erklärte jene Steuerverweigerung für nichtig,k "Beschlusse gegenüber half es ihr bei der Volkspartei wenig, daß sie sich"Eue preußische Ministerium und für die Freiheit des preußischen VolksElrri .Die Linke erklärte Dies für eine leere Phrase, und stimmte bei Letz-^ nicht mit. Die frankfurter Constituante glaubte ihre Stimme auch in