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Fünfter Band.
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401
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Staat und Stadt Frankfurt. 401

Ach und Genossen) zugetreten, sonst blieb die Parteistellung wie vor dem Antrage.Die frankfurter Blatter fuhren fort, die Parteien zu vertreten, deren Organe sieWaren. Am meisten wirkte noch die seit October 1848 nach Frankfurt übergesiedelte^Deutsche Zeitung", weil sie offenbar eine Überzeugung, freilich oft mit verwunden-er Schärfe, aussprach. Endlich begannen die Verhandlungen über die bezüglichenAntrage des Verfassungsaüsschusses. Sie dauerten bis zum Abend des 21. März.Das Haus dröhnte unter der Wucht der Zuhörermassen; die lange geschlossen gewe-sen Seitenräume der Galerie wurden geöffnet und waren augenblicklich von Men-schen überflutet. Oratorische Krastschläge fielen von allen Seiten. Das Publicum,schon wieder ganz getheilt, klatschte den verschiedensten Richtungen Beifall zu. Nur^ Ultramontanen, welche confcssionelle Antipathien aussprachen, erregten allgemeinenUnwillen. Niesser beendete die Verhandlungen mit einer ergreifenden Rede. Hein-M von Gagern schloß den Redner, der die Tribune verließ, tief bewegt in die^rrne. Auf die Parteien hatte er nicht gewirkt. Der entscheidende Augenblick: dieNamentliche Abstimmung über die verschiedenen Anträge, war da; zuerst kam derAntrag der vereinigten Großdeutschen und Linken: die Tagesordnung. Lautlose Stille!^as Zünglein der Wage schwankt; er wird endlich verworfen — mit einem Mehron 5 Stimmen!

f.. Die Würfel waren somit gefallen. Der Ausschußantrag hatte 246 Stimmen?!?, 283 gegen sich. Das Haus fährt auf, wie wenn ein Erdbeben es erschüttert^tte. Die Parteien, die Stamme rauschen auf in wildem Grimme, oder tretenZurück in stummer Verzweiflung. Die Erbkaiserlichen denken an Übersiedelung der^ersanunlung nach Kassel, was später Heinrich von Gagern's Vaterlandsliebe ver-luderte. Schmerling hält die Zeit für reif zur Octroyirung. Trübe Wolken überall!"dlich kommt ein kleines Mehr zustande, für einen frühern Antrag der Linken,sie jetzt verleugnet, während die Erbkaiserlichen, die ihn bekämpft hatten, ihmUn zustimmen. Die zweite Lesung der Neichsverfassung soll summarisch, ohne Ver-edlung vorgenommen werden. Es ist ein Palliativ. Die Zuversicht, das gegen-Vertrauen ist hin. Eine schwache Mehrzahl muß künstlich erzeugt werden.^ Zeit ist gekommen, wo der kleinen Schar Heinrich Simon's, wie der römischenlMe unter dem Tarquin, für weniger ein gleichgroßer Preis nicht mehr vcrwei-E werden kann.

^ 31 März, dem Jahrestage des Zusammentritts des Vorparlaments, gab

H frankfurter Bürgerverein Heinrich von Gagern und seinen Freunden ein Fest.

sprach viel von einer glücklichen Zukunft des Vaterlands. Ernst und ahnung-dv^pües Heinrich von Gagern die sanguinischen Hoffnungen in Schranken. Und^.schienen diese damals wahlberechtigt. Die Neichsverfassung war endlich zu-ili ^ gekommen, mühsam zwar und nicht ohne Scharten, mit geringer MehrzahlVersammlung, aber mit großer Zustimmung im Volke. Jede Partei hatteihrer Doctrin dabei einbüßen müssen; dafür scharten sich aber umso-dhß wohlmeinende und patriotischgesinnte Männer aller Meinungsschattirungen um

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Palladium. Manche bedenkliche Wahlcapi-tulation war von alten Kaisernsieh °wmen worden, die Deutschland zu Ruhm und Ehren gebracht. Den Päp-^ tiar-^-^r auch den Kurfürsten, den geistlichen zumal, war Gefährlicheres, daslyrische Primip mehr Bedrohendes, die königliche Würde mehr Verletzendes zu-

worden als das suspensive Veto bei Verfassungsangelegenheiten, das jaEhste Reichstag aufheben konnte. Das Wahlgesetz bot Bedenken; aber für dieZahlen schien bei dem „zufriedengestellten" Volke nichts zu besorgen. Dieersten deutschen Parlamente hatten es hinlänglich bewiesen, und gegen^dpsti^gen hatte man sich nur für diese, nicht für die folgende Sitzungsperiode?Kaiser Friedrich II. scheute sich nicht, die Krone aus den Händen des^ Dnl--"ö"mhmen; wird sie Friedrich Wilhelm IV. aus den Händen der Vertreter^ ? verschmähen?

^eaenwart. V. 26