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Fünfter Band.
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Staat und Stadt Frankfurt.

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verbunden bleiben. In der Nationalversammlung brach der Zwist bei Gelegenheitder Anträge des sogenannten Dreißigerausschuffes aus, dessen Mehrzahl und Minder-iahl principiell entgegengesetzte Vorschläge brachten. In Frankfurt wurden die vater-stä'dtischen Angelegenheiten zum Zankapfel. In der Constituante kam der neue Ent-wurf der frankfurter Verfassung zur ersten Berathung. Dieser entfernte glücklichAe Mängel der bestehenden Constitution, verfiel aber in das entgegengesetzte Extrem.Der Entwurf beseitigte den bleiernen Religionsdruck, jedoch auch — allen Religions-unterricht in den öffentlichen Schulen, die nur Moral lehren sollten. Die Regierungs-behörde sollte nicht mehr Abgeordnete des Volks ernennen, wol aber sollten diese^nter dem Namen Volksrath) das Recht haben, Einzelnen Gnade zu ertheilen, undBevollmächtigte zu fast allen Regierungsbehörden zu ernennen, ohne deren Gegen-ieichnung kein Heller ausbezahlt werden dürfe. Sie sollten die Richter ernennen,iivar nach Listen der Regierungsbehörde, welche sie aber so lange verwerfen konnten,bis ihre Candidaten gebracht wurden. Das Veto der Regierungsbehörde hatte (nachbern ersten Entwürfe) nur zum Resultate, daß derselbe Volksrath über denselbenGegenstand binnen drei Monaten noch einmal berieth, und mit derselben Mehrzahl?Utschied. Dieser aus 96 Mitgliedern bestehende, so übermächtige Volksrath solltelEbes Jahr vollständig erneuert werden, und zwar die 80 Abgeordneten der Stadt-behörde in Einem Wahlbezirke von allen Staatsangehörigen, die nicht unter 21 Jahreiahlen, in direkter Wahl; ebenso die 16 Deputirten der verschiedenen Landgemeinden,^er Regierungsrath (7 Personen) sollte auf dieselbe Weise in direkter allgemeiner7 ^,ahl, je auf fünf Jahre ernannt werden; doch sollten dessen Mitglieder wiederwahlbar sein. Die Grundrechte des deutsch-n Volks wurden nicht nur, wie inneres"ud äußeres Recht verlangt, in die Verfassung aufgenommen, sondern mit manchen'^genannten Verbesserungsanträgen bereichert, welche die Nationalversammlung ver-worfen hatte. So z. B. sollte zur Eingehung der Ehe weder der Nachweis einesw^mögens, noch ein selbständiger Beruf, noch eine Sicherheitsleistung, noch dieBewilligung einer Verwaltungsbehörde oder Gemeinde erfoderlich sein, was in einem^Staate", der ein bis zwei Quadratmeilen umfaßt, gewiß sehr unpraktisch ist. SoLwar ^r alte philiströse Schlendrian über Bord geworfen, aber dafür ein bur-^lkosts Wesen eingeführt, das ebenso wenig einer Staatsverfassung zugrundegc-werden kann. Gegen diesen Verfassungsentwurf erklärte sich nun der gemäßigt. krale Theil der Bürgerschaft wegen der Mangel, der altreichssta'dtische aber wegenBorzüge desselben. Der Bürgerverein organisirte den Widerstand, dessen Organ^ „Volksbote" wurde, eine Localzeitschrift, welche ebenso wenig Maß zu haltenMe wie ihr Antipode, das „Volksblatt".

^"^ssen stieg die Verwirrung immer höher, bei den Regierungen, im Volke,H Parlament, in der ^Parlamentsstadt. Schon am 5. Apr. hatte die östreichischeEgierung die östreichischen Abgeordneten von Frankfurt zurückgerufen. Die Meistenhorchten, einverstanden, oder weil sie sich fügten. Die Kammern erklärten sichganz Deutschland für die Neichsversammlung, und wurden darum in den grö-losu aufgelöst, zumal, nachdem das deutsche Parlament sich gegen ihre Auf-

ausgesprochen hatte. Von friedlicher Entwickelung war wenig mehr die Rede.kill, ^heinpsalz voran mit einer im Ursprünge fast noch kindlich naiven Erhe-

^ Reichsverfassung. Das Reichsministerium wollte die Bewegung regelnSchranken halten, traf aber nicht die beste Wahl für solche Mission. Hef-di/8h>chlug die Flamme in Sachsen aus. Einer Erhebung für die Kammern undtig ^chsverfassung mischten sich bald andere Elemente ein. Preußen schritt einsei-vrrr ohne die Centralregierung, das Neichsministerium, die Nationalversammlung^".öeige zu würdigen. Das erbitterte und brachte einen Beschluß ab iralodrrri d' . ^ Brücke auf beiden Seiten abbrach. Die preußische Regierung ergriffDjx "icht. unwillkommene Gelegenheit, auch die preußischen Abgeordneten abzurufen,ure trieb unaufhörlich zu extremen Maßregeln, dringliche Anträge folgten auf-

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