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Fünfter Band.
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404 Staat und Stadt Frankfurt.

einander; die Märzvereine hielten einen Congreß in Frankfurt, und ließen es auchihrerseits an „dringlichen Antragen" nicht fehlen. Der Congreß bot das Bild derZerrissenheit auch in diesem Lager. Vogt mußte hier Vorwürfe über „Halbheit^und Mangel an Gesinnungstüchtigkeit anhören, wie er sie in der Nationalversamm-lung zu machen pflegte. Er fuhr dagegen, nach seiner Weise, mit ironischer Derb-heit auf, wie er denn auch in der Versammlung das „Wölflein" züchtigte, welchessich den Neichsverweser zum revolutionären „Kochfleisch" ausersehen hatte. DenÄußersten im Donnersberg und in vielen Vereinen in Sachsen, Rheinhessen undPreußen erschien der Ma'rzverein, weil er sich für die Reichsverfassung erklärte, garals „ contrerevolutionair", und sie sprachen das Anathema über ihn aus. Die Auf"regung, von oben und von unten auf die Spitze getrieben, nahm einen immer dro-hendern Charakter an. Die Sitzungen der Nationalversammlung waren Gladiato-renka'mpfen ähnlich geworden; in den Zuhörerräumen erschienen wieder die „Bassesmann'schen Gestalten", in die Debatten hineinschreiend, tobend, brüllend, sodaß aw7. Mai die Sitzung deswegen suspendirt werden mußte. Der unsinnige badisch*Aufstand kam hinzu, und schlug dem Fasse den Boden aus. Die Männer derMajorität der Nationalversammlung, die zwischen der Pöbel- und der Säbelherrscha"keinen Standpunkt mehr finden konnten, zogen sich massenweise zurück. Bei maMchen preußischen Abgeordneten wirkte allerdings auch die Abberufung mit, geg*"welche sie protestirt hatten, die aber doch keineswegs ohne Eindruck blieb. Am läng'sten hielten aus die Männer des ehemaligen Augsburger, nun Nürnberger Hos(Fallati, Riesser, Biedermann). Die Verwerfung der Zusätze zu der von Uhla"verfaßten und von der Nationalversammlung angenommenen Ansprache an ^deutsche Volk vertrieb auch sie. Es handelte sich um ausdrückliche Zurückweist"^aller Maßregeln, die der Neichsverfassung widersprächen, sowie jeder Einmischung "Fremden in die vaterländischen Zwiste, Zusätze, die der patriotische Dichter selbst ^geblich empfohlen hatte. Die Männer des Nürnberger Hofs hatten zugleich k*Vorschlag gemacht, die Sitzungen auf kurze Zeit zu vertagen. Bei der Uneinig'*der Regierungen lag vielleicht hierin der Rettungsanker der Nationalversammlung'Der Vorschlag wurde verworfen. l

In Frankfurt spiegelte sich das große Zerwürfniß im Kleinen ab. Von ewSeite wurde verlangt, Alles, auch fremde Handwerker und Dienstboten, zu benEnen, natürlich zum Schutze der Neichsverfassung. Der Senat ließ sich hieraufein. Andererseits wurden wehrlose Bürger am 13. Mai von einzelnen Soldatenöstreichischen und preußischen „Reichstruppen" thätlich mishandelt, wie es hieß,Theil gefährlich verwundet. Die Constituante sowol als der Senat erließen dar"^einen Aufruf; die Clubs sammelten Geld, um Munition einzukaufen und Freisch^zu werben. Ein anderer Theil der Einwohnerschaft bat den Reichsverweser inAdresse, doch seiner Würde und seiner Residenz in Frankfurt nicht zu entsagen.

Nähe des badischen Aufstands rief jeden Augenblick neue Gerüchte hervor, ^die Straßenpresse auszubeuten wußte. Alles stand wie auf einem Pulverfasse. ^Der übriggebliebene Theil der Nationalversammlung legte selbst das Fe"*die Lunte. Die Verlegung der Reste der Versammlung nach Stuttgartdas Letzte, was noch übriggeblieben war: den Boden. An die Paulskirche dsich die Hoffnungen und die Sympathien des deutschen Volks angeschlossenRaume waren in den Augen aller braven Deutschen heilig und unverletzlich.hatte der Reichsverweser, nachdem er der Versammlung freilich durch sti"Ministerium Trotz geboten, sich doch mit der grössten Festigkeit jeder Auflöst"Sselben widersetzt, welche im Volke die furchtbarste Aufregung hervorgebrach ^ctDie wandernde Versammlung in der Fritz'schrn Reitschule in Stuttgart siedem Machtworte eines demokratischen Ministers, dessen Geduld sie erschöpf ^teDie von ihr eingesetzte Reichsregentschaft wurde verlacht. Die V"st"'Ä"sÄuß i§durch ihren letzten, zwar unleugbar legalen, aber durchaus verwerflichen ih^

Frankfurt das Einzige noch hingegeben, was keine Gewalt ihr rauben körn