Band 
Fünfter Band.
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415
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Niederland und seine Cosonien. 415

stimmten mehr als 2800 Stadtbürger, eine größere Zahl als vor dem März 1848i* vorgekommen war. Schwach und fast null war die Zahl der Stimmenden inden Landgemeinden.

So wurde denn auch in Frankfurt selbst die Sturmperiode der letzten JahreNut der unfreiwilligen Rückkehr zum Alten geschlossen, und aus dessen Grundlageder Aufbau der neuen Zeit verheißen. An die Stelle des Parlaments und derNeichsregierung war längst die interimistische Bundescentralcommission, an die Stelleder Demagogie und deS bewegtesten Parteilebens eine gänzliche Abspannung derfassen getreten. Welche Veränderungen innerhalb zweier Jahre; welcher Wechsel>ür Frankfurt, in dessen Mauern die deutsche Revolution ihre officielle GestaltungErsuchte. Der Gesetzgebende Körper Frankfurts begann alsbald seine geheimnißvolleThätigkeit; aber erst nach sechs Monaten verlautete im Volke, daß die beauftragteCommission den neuen Verfassungsentwurf vollendet und dem Senate zur Begutach-tung eingereicht habe. Ein Gleiches ist mit dem Entwurf für die Einführung desSchwurgerichts geschehen. Wer mochte unter solchen Umständen und bei der allge-meinen Lage der deutschen Angelegenheiten vorhersagen wollen, welche definitive Rege-Mrig die Verhältnisse des kleinen frankfurter Gemeinwesens erfahren werden!

Riederland und seine Colonien.

Rückblick und Grundverhältnisse.

^enn die Zustände irgend eines Landes, der Charakter, die Sitten, die Beschäfti-^?ng seiner Bewohner den Stempel der Naturverhältnisse und der nachbarlichen Be-dungen tragen, so gilt Solches von Niederland. Das Übereinstimmende zwischenund Volk gibt beiden jenes charaktervolle Gepräge, welches dem Fremden im-^Uirt und einen unauslöschlichen Eindruck in ihm zurückläßt. Das Reisen in Hol-^ läßt kein empfängliches Gemüth ohne innige Bewunderung für den Fleiß und^ Lebenskraft des Volks. Auf einem mühevoll errungenen und gesicherten Bodenlick ^dauernde Thätigkeit Überfluß und Anmuth zugleich erschaffen. Wie freund-^ das Maas-, das See- und Kanalland, die Wege von Dordrecht nach Notter-nach Delst und nach dem Haag, die Gegend um Hartem, Leyden, Amsterdam^ alle die reichen nordholländischen Orte! Was für reizende Landsitze und üppigd Agende Blumen- und Gemüsefluren, so unbekannt noch in vielen südlichen Gegen-^ Deutschlands; was für grünsaftige Weiden und Triften mit dem prachtvollstenii/Eh; welch ein Anbau bei vertheilter Wohnart; welche Frische, Reinheit, NettigkeitUnd ^ ganzen Lande! Und das Alles, waS unS wie Zauber berührt, ist der Naturbloß deri Elementen, ja selbst den Meeresfluten beständig von neuem abzuringen, nichtein^^vie so häufig die verschwenderischen Gaben der Natur, thatenlos zu genießen:Üleik Ewähr dafür, daß die alte Thätigkeit nicht erschlaffen und die Kräfte frischwerden.

d-S zweitausendjähriger ununterbrochener Arbeit ist dieses Wunderland der Kunst,p1u8 ullra menschlicher Ausdauer und Fleißes entstanden — wenn man^ne duftende Blume in einem Gefäße von Schlamm. Erst im 10. Jahrhun-irirr^^EN die Bataver auS einem tausendjährigen Kampfe gegen Meer, Morast,seh E Unruhen und äußere Feinde, mit gemeindlicher Selbstverwaltung, unter Gra-tigert. geordneten staatlichen Zuständen hervor. Jede holländische Stadt hat eineinhaltschwere Geschichte auszuweisen, erstarkte und erblühte nur unter stetenYen und Widerwärtigkeiten, wie vor allem die reiche Hauptstadt Amsterdam.