Band 
Fünfter Band.
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Niederland und seine Colonien.

schien ihm schon über die Kräfte des Vereinigten Königreichs zu reichen. Zm Jahre1821 lenkte er die öffentliche Aufmerksamkeit auf die fortwährende künstliche Der*Mehrung der Staatsschuld um eine. Summe von 100 Millionen während der siebenvorhergegangenen Jahre, und bekämpfte das vorgeschlagene System der AufcentewBelastung als grenzenlose verderbliche Plusmacherei des Fiscus. Von 1830—40 schwolldie schwere Schuldenlast, welche jetzt Nordniederland allein drückte, in Folge des amgenommenen Systems beharrlicher Passivität immer mehr an, und die Staatsau^gaben stiegen zu einer erschrecklichen Höhe. Man hat die Festigkeit König Wmhelm'ö I. oft gerühmt, dabei jedoch vergessen, daß er in Vertheidigung gewisserteressen keineswegs ganz unabhängig verfuhr, ja selbst in Geldgeschäfte sich persöiMeinließ. Daß die Eeneralstaaten so viele Jahre hindurch die Steuern und den Credlzur Zahlung der Zinsen auch für den belgischen Antheil der alten Schuld bewillig'ten, wird dadurch begreiflich, daß die ganze Schuld zumeist in Händen holländisch^Rentner blieb und viele Deputirte dabei betheiligt waren. In den ersten Jahr^nach dem Abfalle Belgiens fürchteten die Renteninhaber dessen Staatsbankrott, ^sie um ihre Rente gebracht haben würde, und noch später trauten sie dem holla^dischen Schatze mehr als dem belgischen. Wie sich das häufig ereignet, waren "!Ultraroyalisten, der Geld- und Beamtenadcl, oranischer noch als das königliche Haus selb!!

Mit noch nicht drei Millionen Einwohnern, von denen sogar ein Fünftel aUöffentlicher Wohlthätigkeit auf Kosten der andern vier Fünftel lebt, hatte Niederla"nun ein jährliches Staatsbudget von 70 Millionen aufzubringen. Zu diesen ÄU'gaben für die allgemeinen Angelegenheiten gesellte sich aber das oft kaum mi^drückende städtische und gemeindliche Budget. Auch hiermit ist die Summe der ^lastungen noch nicht geschlossen, denn auf dem Erundeigenthum ruhen obendr^schwere Polderlasten für den Waterstat. Besonders sind diese Lasten in den rden Provinzen Holland, zumal Südholland, namentlich in Folge der vielen hoch.^soldeten Poldcrbeamten zu einer ungewöhnlichen Höhe gestiegen. Südhollandüber 300 verschiedene Polder, deren jeder seine Behörde hat, und von denen ms?zusammen eine „Wasserschaft" bilden, wiederum mit einer eigenen Behörde. Dieses .,ter waren hier zum Theil sehr fette Sinecuren geworden, um einzelnen Familien ^sorgenfreies Auskommen zu verschaffen, indem die Wahl zu ihrer Besetzung xmehr unmittelbar den Belanghabenden, sondern den interessirten Körperschaften.ebenslänglich angestellten „Hoogheemraden" selbst mehr oder minder oblag. Diesonders durch van Vollenhoven angeregte Beseitigung dieser Misstände fand inProvinzialvertretung, in deren Händen sie lag, keine Majorität. §.

Dem Allen gegenüber leuchtete die Nothwendigkeit einer gründlichen Verfasst!^reform dem Lande natürlich mehr und mehr ein. Man fühlte, daß bei einemlich verantwortlichen Ministerium, statt verantwortlicher Vorsteher einzelner Dep^-ments, bei einer wirklichen Volksvertretung, statt der aus den Provinzialstaaten ^vorgehenden Generalstaaten, nimmer eine so große Last und Schuld über das Vater ^gekommen sein würde Auch die gemäßigte Stimme drang auf völlige Aufh^ ^der Lage des Reichsschatzes und auf Bürgschaften für die Zukunft, sich jedocherklärend, nach Gewährung dieser Federungen über das Vergangene einenzu werfen. Schwer, ja in der höchsten Noth erst verstand sich die Regierung " ^helm's I. zur Feststellung des Staatsbudgets auf zwei Jahre und zu der bcsol ^Behandlung eines jeden seiner Hauptstücke, zur gesetzlichen Regelung der allgew^f-Rechenkammer, zur Anerkennung der ministeriellen Verantwortlichkeit und deren ^ j-nähme in das Grundgesetz. Herr Nochusscn (zur Zeit Generalgouverneur'vonländisch'Jndien) übernahm unter diesen Umständen das Finanzministerium ""ddie schwierige Aufgabe, Gleichgewicht in die Einnahmen und Ausgaben deszu bringen und das Desicit von früher zu decken. Doch kaum hatte er diemit Muth und Eifer angegriffen, als König Wilhelm, regierungsmüdeOrdnung scheuend, das Scepter in die Hand seines Sohnes legte. 3" ^

hieraus entstehenden Verzögerung mancher Staatsgeschäfte konnte der Mim!

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