Niederland und seine Colonien.
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säumenden Wellen der Zeit sich machtlos zerschlugen. Das Jahr 1848 hat keine^ersammtung gesehen, welche so bemessen und fest die Staatsreform berieth, und inökr sich die Minderheit den Beschlüssen der Mehrheit mit solcher Resignation unter-warf, als wie es erst in der gewöhnlichen, dann in der versassungrevidirenden zweitenJammer der Generalstaaten geschah. Gleich nach der lauten Mahnung von Parishatte die Regierung die Initiative der Verfassungsreform ergriffen. Der König sehteangesehenen, kenntnißreichen Männern eine Staatscommission nieder, um die Prin-zen des neuen Grundgesetzes vorläufig aufzustellen und Vorschläge darüber zu machen,^chon drei Wochen nach Ernennung dieser Commission war der neue Entwurf ver-deutlicht. Noch einmal drängte sich das Ministerium Schimmelpenninck, das „eng-^sch-liberale", dazwischen- doch nur auf kurze Zeit. Nachdem eine Ministerkrisis Herrnschimmelpenninck wieder nach England zurückgeworfen hatte, trat das neue Ministe-^Uru endlich mit seinen Revisionsentwürsen auf, welche nach langem Transigiren von^ zweiten Kammer, und dann auch mit genauer Noth von der ersten Kammer,^ren bisher lebenslänglich angestellte Mitglieder sich damit gleichsam selbst absetzenwußten, angenommen wurden. Die so gutgeheißenen 12 Gesetzentwürfe mußten nunM verfassungsmäßig der großen Prüfung durch die zweite Kammer in doppelterunterworfen werden. Dieselbe begann am 18. Sept. unter dem Vorsitze desEbenso freisinnigen als würdigen W. Boreel van Hogelanden ihre Thätigkeit, die sich,?ach der Ansicht der großen Mehrheit, wie im Jahre 1810, aus Annehmen oderAblehnen des Verfassungsentwurfs und seiner einzelnen Theile zu beschränken hatte,^cht aber auf Abänderung desselben sich ausdehnen durfte. Nach einer langen Dis-Mston und nach sehr ausführlichen Reden wurden die Gesetzentwürfe mit großerMehrheit angenommen, und nun zum Schlüsse, wie das Grundgesetz vorschrieb, anch?och einmal von der ersten Kammer gutgeheißen. Endlich am 14. Oct. 1848 wurdebr Entwurf als neues Grundgesetz durch den König publicirt, und am 3. Nov. Mit-in den Hauptstädten feierlich vorgelesen und verkündigt. Ohne Zweifel hatten^ auswärtigen Ereignisse das große Werk gefördert, und namentlich alle mitwir- -Enden Factoren für eine gründliche, aus geraume Zeit hin genügende Verfassungs-Esorrn günstig gestimmt.
b . 3n Folge der vorläufigen Wahlordnung fanden zunächst in den 68 Hauptwahl-Ezirken, in die das Land jetzt getheilt wurde, die directen Wahlen der Mitglieder derZeiten Kammer und der Kandidaten für die erste Kammer der Generalstaaten statt:
Es erste mal hatte nämlich der König aus der Liste dieser Kandidaten, je drei aufMitglied, die 39 Mitglieder der ersten Kammer zu ernennen. Die Wahlen ver-kochten viel Leben und Bewegung im Lande, lieferten aber in jener aufgereg-^Eit den vollgültigen Beweis, daß das niederländische Volk für diese Institutionen,g.^Es solange erstrebt, vollkommen reif war- ja daß der Census, wie in Aussichttz ^llt, um die allgemeine Volkswahl immer mehr zu verwirklichen, ohne wesentliche^hr und nur zum allgemeinen Vortheil noch bedeutend ermäßigt werden konnte,d^rdings wurden von der alten abgelebten Kammermehrheit nur sehr Wenige wie-g^Ewahlt, wie van Hall, dessen Verdienste um die Regelung der Finanzen noch inh Erii Andenken standen: die Männer der frühern Opposition bildeten jetzt die Mehr-g^'"^ud Thorbecke, früher wegen seiner unabhängigen Gesinnung aus der Kammerward sogar in verschiedenen Bezirken gewählt, ebenso seine alten Freundeivj^rs, Albarda, auch Storm, Anemaet, van Dam van Jsselt. Aber dennoch*"an nur bewährte Männer von Verdienst und Kenntniß, und die radicalenlih ^"te, die Extreme blieben ausgeschlossen. Von den alten Ministern, deren FreundeH^?hr thätig zeigten, wurde nur die Wahl der Herren van Hall, Baud und vandurchgesetzt. Während der Grundgesetzrevision blieb das Ministerium nur^ ^ beseht. Nachdem die Revision vollendet, ward unterm 3. Nov. 1848 die
^iac zusammenberufene, aus den Herren Donker-Curtius, de Kempenaer,
^orm und Thorbecke bestehende Staatscommission (für den Entwurf derEeform) unter dem Ausdrucke des Dankes aufgelöst, und unterm 2l. Nov.