Niederland und seine Colonien.
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Zudem fehlte es auch nicht an holländischen Publicisten, welche mit Würdigung°er wahren Lage auf innigen Anschluß an Deutschland und Aufgcbung des unnatür-"ch angehängten Limburg drangen. Das einzige wirkliche Interesse gegen die Tren-nung ist der bequeme Schmuggel in Colonialwaaren von der Maas nach Belgienund Preußen; der finanzielle Vortheil wird durch die Unterhaltung der FestungenMaastricht und Venloo und der Uferbauten der limburger Maas ausgewogen. DieAdressen der Handels- und Fabrikkammern zu Maastricht, Venloo und RocrmondeWen die Lostrennung Limburgs von Niederland bedeuten nicht viel. Alle Fabriken^unburgs (Kattun, Seide, Papier) beschäftigen noch nicht 1000 Arbeiter, undWräsentiren kaum ein Capital von zwei Millionen Gulden; ein Theil von ihnen^Urde im Falle der Trennung nach Nordbrabant übersiedeln, um sich hierdurch diefortheile der holländischen Märkte zu erhalten. Limburgs Ackerbau und ViehzuchtWegen finden ihren Vortheilhastesten Absatz schon jetzt nach Belgien und Rhein-»nd, da diese gewerbthätigen Gegenden um Maas und Rhein nicht soviel FeldfrüchteAeugen als sie verbrauchen. Selbst ein altes limburger Sprüchwort besagt: Die."sfuhr auf der Achse, nicht die zu Schiffe auf der Maas trage dem Bauer GeldIn Folge des am 29. Juli 1849 zwischen Holland und Belgien abgeschlosse-kn Vertrags dürfen jährlich 10 Millionen Kilogramme Korn gegen Entrichtung von"r einem Viertel deS Zolls aus Limburg nach Belgien eingeführt werden. Diese Be-»llnstjgung, blos im Interesse seiner benachbarten Gewerbsbezirke gemacht zur Er-kxhterung ihres Mitbewcrbs, würde Belgien nicht aufheben. Holland selbst aber muß»Um freien Kornhandel übergehen, will es sich nicht von andern Häfen überflügeln"ssen und seine ganze alte Bedeutung als Kornmarkt einbüßen.
Die venlooer Handelskammer klagte zwar, daß der Handel in Colonialwaaren ause» niederländischen Besitzungen bedroht sei. Jawohl! Der schmale limburger Streifen,-Wekeilt zwischen Belgien und Preußen, in seiner Länge von der Maas durchzogen,bet jetzt ein große« Schmuggeldepot, und davon nähren sich zum Theil der Han»i Maastrichts und Venloos. Würde sich nicht aber der rechtmäßige Handel erweitern,7<nn das Fallen der deutschen Schlagbäume Limburg ein weites Handelsgebiet er-nste; wenn die jetzt durch zwei nahe Zollketten abgesperrte Maas wieder in ihrenWrlichen Einfluß auf den Verkehr einträte, und durch Eisenbahnen und Kanäledem Rhein verbunden wäre? Maastricht und Venloo als holländische Städtefreilich mit Jsolirung bedroht. Maastricht besonders ist durch eine neunjäh»>3e Erfahrung, damals als Limburg belgisch war (1830—39), belehrt worden, daß^"del U"d Gewerbe in einer Stadt nicht gedeihen, welche mit ihrem Rayon von>»a » durch Zollinien eingeschlossen wird. Daher heißt es mit Recht in der
q>i^."richter Stadtrathsadresse an den König-Herzog: Wenn die deutsche Zollinie^.°>c Maas rückte, dann würde auch Maastrichts Kleinhandel ganz verloren gehen,n«? ^er dem unsittlichen Schmuggel der Stadt nichts übrigbleiben als die Erin-^""3 an ihren frühern Wohlstand. Der Rath bittet aber nur, daß der Stadtallen Umständen eine ungestörte Gemeinschaft mit dem rechten Maasufer er-Eieiu ""rde, „als der Bedingung ihrer gesellschaftlichen Existenz^. Maastricht undvh °° wollen also nur keine noch größere handelspolitische Zerstückelung Limburgs,^tl>a Handelsbeziehungen nicht ganz zu verlieren: mit Limburg dem deutschen Zoll-^en"^ "'Wgehören, dagegen haben sie nichts. In Limburg tritt der Wunsch einerd>a»> von Holland volksmäßig auf, weil in diesem Staate außer der Luft, dieEth."Ehmet, Alles besteuert und namentlich die Mahl- und Schlachtsteucr durch ihredr^""3sweise quälend ist. Ein Abgabensystem, das reiche Handelsstädte schon nie-^tilen - wuß für ein wesentlich ackerbauendes Land vollends unerträglich sein. Ur°^ billig! Limburg ist schwer heimgesucht worden; es hat an den belgischenobigen"»!" *7" dreißiger Jahren getragen, und 1844 auch von der sogenannten frei-^"lnhe jn Holland seinen Antheil übernommen. So gelangt es überall zuzweifelhaften Stellung: natürlich, daß es zu einer sichern, festen3 kommen will! Die Verbindung mit Holland erscheint den Limburger» als ein