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Hessen-Darmstadt. 481
^en Landesthcils. Die ansehnlichen Summen, welche der Universität Gießen zu-flössen, erinnerten die Mainzer daran, daß sie auch einmal eine Universität besessen,^nd daß ihre Stadt wol gelegener sei für eine moderne Universität als Gießen. Das"Mstliche Aufblühen Darmstadts war ein Dorn im Auge der Mainzer, welche ihrender Weltstraße gelegenen Heimatsort jedenfalls für weit eher von der Natur zurHauptstadt Hessens berufen ansahen als jenes städtische Treibhausgebilde in der^andebene des Darmbachs. Manche liberale Maßregeln, welche namentlich unterer Regierung Ludwig's l. die Hessen mit ihrem obersten Regiment befreundeten,Junten für das Rheinland diese Wirkung nicht üben, da man hier aus früherer Zeitder jenseit des Rhein eben erst neugewonnenen Güter bereits theilhaftig war.war z. B. in Rheinhessen schon unter der französischen Herrschaft soviel für dieAblösung der Feudallasten geschehen, daß der für die andern Provinzen in diesem^wn hervorgerufene Fortschritt für diesen Landstrich als kein Fortschritt mehr erschien,^somehr fürchtete man dagegen den Verlust der alten freisinnigern Einrichtungen;^nd wie es sich gerade am Vorabend der Revolution recht deutlich herausstellte,nr dieser Argwohn nicht ohne Grund gewesen. Die konfessionelle VerschiedenheitEs Mainzer Landes gegen Darmstadt und Oberhessen mußte den Riß noch großerSachen, und der alte Kurmainzer, dem die Erinnerungen aus der kurfürstlichen Zeitwch ebenso lebhaft vorschwebten, wie dem rheinhessischen Neuliberalen das Gedä'cht-der französischen Herrschaft, konnte es nicht ohne Bitterkeit sehen, wie die alteHauptstadt des glänzenden Priesterregiments jetzt zu einer Provinzialstadt im Lande^ Enkel Philipp's des Großmüthigen herabgesunken war. Wo wir Hinblicken, sto-En wir aus Gegensätze. Hier eine handeltreibende Gegend, dort eine ackerbautrei-ende; hjer ein selbständiges Bürgerthum, dort fast nur Kleinstädters! und Beamten-Elt; hier ein städtisches Proletariat, dort blos Bauernproletariat; in Rheinhessen"e fast durchgängig aus den Schranken des alten Bauernthums herausgerissene,tseinerte und verstädtere ländliche Bevölkerung, in Oberhessen noch der alte, inabgeschlossene Bauernschlag.
. Bei solcher Sachlage kann es nicht sowol auffallend erscheinen, daß Rhein-als . überhaupt als die Provinz der Opposition sich Darmstadt gegenüberstellte,irir, ^Elmehr, daß diese tiefbegründete Opposition nicht viel gewaltiger ward und zurfh/rn Aufreibung des in seinen Theilen so widerspruchvollen Gesammtverbandesdy^te. Auch in Oberhessen und Starkenburg ist Opposition gemacht worden, auchgenug Revolutionsstoff vorhanden. Aber in Rheinhessen opponirte man^ Princip, wol gar um zu opponiren; in den andern Provinzen um einzelner^stände willen. Der rheinhessische Liberalismus war ein theoretischer, sein Feld^ die Gesetzgebung, sein Ziel die politische und sociale Reform im Ganzen undhy^Enieinen; denn gerade in dem politischen System seiner eigenthümlichen, aus derj/^Essischen Zeit überkommenen Gesetze und Einrichtungen fühlte sich Nheinhessenbedroht. Im übrigen Hessen warf sich der Oppositionsgeist viel mehr aufl°cäl ^ praktische Punkte: die materielle Noth, allerlei örtliche Ungunst, allerlei- Beschwerden gegen das Bcamtenregiment u. dgl. gaben ihm Anhalt und Ziel.sq>i^l>-sscn befand sich im Grunde in einer weit üblern Lage als das Rheinland undRegierungsmänner in die Kammer, während dieses Oppositionscandi-^hlte; h^nn auf der einen Seite machte man nur bei Gelegenheit Opposi-der andern aus Princip. Mainz war nach den napolconischcn KriegensH,.. -"ö zurückgekommen, und doch erholte es sich unter der neuen hessischen Herr-»bex . iusehcnds wieder und gelangte allmälig wieder zu rechtem Flor. Da trateno»f !" rasche Folge verschiedene Maßregeln inS Leben, welche die Stadt unleugbarT>c» "'-Weile zurückbrachten und nun erst den Keim zur größten Bitterkeit legten.thki„-^sten Schlag erlitt Mainz durch die Aufhebung des Stapels. Die beidenbey Rivalen, Manheim und Köln, bei welchen der gleiche Fall eintrat, wu»r diesen großen Verlust sofort anderweitig entschädigt. Als man später, aber
Di«
^esenwart. v.
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