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Fünfter Band.
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Hessen - Darmstadt. 505

^ ^olk gibt, wenigstens kein solches, welches eine badische Geschichte hätte: denn diese

i htirt erst aus dem 19. Jahrhundert; und wie das Land Baden ohne innern Zu-

ß «anrnienhang und ein auf diplomatischem Wege gemachter geographischer Ausdruckso mußte auch das Heer des Zusammenhanges bar sein.

Als die hessischen Soldaten gegen die Mitte September aus dem badischen Feld-iuge zurückkehrten, ward ihnen fast überall in der Heimat der glänzendste Empfangiutheil. Wir wüßten nicht, daß anderwärts so großer Jubel mit den aus demBürgerkriege heimkehrenden Streitern veranstaltet worden wäre.

Der Kriegszustand in den starkenburgischen Landgerichtsbezirken konnte schonüni 25 . Juni 1849 wieder aufgehoben werden. Es war während der vier Wochen,da er über die Gegend verhängt blieb, kein einziger Fall vorgekommen, der die An-wendung der scharfen Verordnungen zur Folge gehabt hätte.

Die deutsche Frage; der radicale Landtag; die BezirkSrathe; Zeichen der Zeit; politischeProcesse; Einigung zwischen Kassel und Darmstadt; Zaup's Rücktritt; Schluß.

Die politischen Entscheidungen waren von den Clubs und Volksversammlungenauf die Parlamente, und von diesen wiederum auf die Soldaten übergegangen, um^raschem Kreislauf wieder in die alten Hände, zu den Diplomaten, zurückzukehren.

Frische der Thatsachen verblaßt, die dramatische Entwickelung ist plötzlich abge-'chnitten, die anfangs so wild aufgährenden Elemente schlagen sich nieder: eine schlaffe^"lhe folgt, aber kein Friede. Aus dem Gewirr kleiner Einzelthatsachen hebt sich^ur noch die deutsche Frage als eine hervorragendere Gestalt ab. Es ist aber be-hutsam genug, daß diese deutsche Frage jetzt gerade in den Vordergrund tritt, wo"der das Schicksal Deutschlands eigentlich durchaus keine Frage mehr nöthig war.

Die rheinhessische Demokratie dachte selbst in dem Augenblicke noch, wo die-/Kampfer für die Reichsverfassung" schon von dem eisernen Netze der MilitairgewaltNistrickt waren, daran, auf das nach Stuttgart geflüchtete letzte Bruchstück des Par-laments Deutschlands Zukunft zu bauen! Es ward beschlossen, eine Nachwahl zuHIsen Ergänzung anzuordnen, und weil die Regierung natürlich die Vornahme eineslochen Wahlacts verweigerte, so sollte das Volk selbst die Wahl in die Hand neh-eri. Mr stoßen auch hier wieder auf jenen echt mainzischen Unabhängigkeitsdrang,h sich um darmstädter Ordonnanzen schlechterdings nicht kümmern will, und wennan von Darmstadt aus keinen Wahlcommissar beauftragt, lieber gleich ohne Wahl-i) wwifsar die Handlung vornimmt. Obgleich das Ministerium die beabsichtigte Wahl^voraus als strafrechtlich verpönt bezeichnet und verboten hatte, wurde dennoch ge-^?it, und zwar denkwürdigerweise an demselben Tage (12. Juni), an welchem derstell ö von Preußen in Mainz eintraf, um sich an die Spitze seines Armeecorps zuVal'^ den Ausschlag in den Kampf zu werfen. Die Wahl fiel auf den Jour-. Men Bamberger, den Freund des Bürgers Zitz, welcher Letztere erst am Tageein r seiner Advocatur enthoben und in das Register der steckbrieflich Verfolgtenbak eiht worden war, sodaß er sich genöthigt sah, das Ende seiner politischen Lauf-P^.als Unternehmer eines „überseeischen Geschäftsbureau" in Neuyork zu suchen,vichhsche Bedeutung hatte die Mainzer, vom Volke selbst vorgenommene Nachwahl^ehr, sondern nur noch eine strafrechtliche, indem nach längerer Frist die her-Td.shndsten Theilnehmer wegen unbefugter Ausübung eines öffentlichen ActeS zubüßen verurtheilt wurden.

die mittelbar an die Unterdrückung deS badischen Aufstandes knüpften sich indessen* iur vorläufigen Herstellung des engern BundeSstaats. Am 25. Juni war^rscksBerlin gegangen wegen der Betheiligung HessenS an den bekannten^Sen von Preußen, Sachsen und Hannover; und an den darauffolgenden^tkw, ^Ee die Gagern'sche Partei in Gotha ihr neues Programm auf. Daß diefast allen konstitutionellen Männern Hessen-Darmstadts die lebhaftesten^lle P .sanken, ist selbstverständlich, wenn man erwägt, daß Gagern's eindrucks-"sonlichkeit hier als im engsten heimatlichen Kreise fortdauernd gewirkt und