Der preußische Heeresorganismns im Jahre 18LÜ. 511
wo blos, wie vordem, in einer ofsiciell anerkannten Unisormita't. Die politische Bedeu-
issrl ^mg kleinen Landes nach außen ist zusehend gewachsen. Hessen-Darmstadt hat
ar§ ^ mehr als einem Punkte die Ehre der Kleinstaaterei gerettet, aber gewiß nicht
ani, ^ allen. Es mußte imponiren, wenn in dieser Zeit ein kleiner Staat auch nur
ereH ^ne Art von Ordnung in seinem Innern aufrechterhielt, und sich gegen den An-
A' brang des Aufruhrs von außen auch nur eine Zeitlang zu sichern wußte, ohne gleich
iva§ ^ die Hülfe größerer Nachbarn zu betteln. Wenn man darauf hin aber versucht
Luf werden sollte, das Phantom einer hessischen Selbständigkeit zur Wirklichkeit werden
vird iu lassen, so hieße dies schlechten Gewinn aus günstigen Verhältnissen ziehen. Wäre
ffeil der Zustand Europas heute noch der Art, wie er einmal zu Gunsten Hessens zur
irep ^eit Karl's V. gewesen, dann möchte man wol in dem Gesammtlande Hessen den
Sob ^trn der westdeutschen Staatengruppe erkennen, der leicht zu einer selbständigern
putschen Macht anwachsen könnte. Heutzutage kann Hessen den umliegenden kleinengkeit Staaten nur noch eine Art moralischen Halts werden, was es auch wirklich in den
iheit Jahren 1848 und 1849 gewesen ist, nie aber zu einem politischen Mittelpunkte. In
Lesern kleinen und doch ehrenvollen Beruf liegen die Grenzen der ganzen äußernlioü "olitik eines Landes von Hessens Umfang und thatsächlicher Macht, in diesem Beruf
raN' sein ganzer Anspruch auf Selbständigkeit. Man muß sich auch nicht einbilden, daß
Se' ^Urch die Vereinigung Kurhessens mit Hessen-Darmstadt ein Ganzes herauskäme,
wo* solches modernes Gesammthessen wäre ein wahres Prachtstück von künstlicher
^sammensetzung widerspruchvoller Elemente, aber nie und nimmer ein politischesiii ^?uze. Dazu könnte es erst werden im Anschluß an eine weit größere Staatsein-üB Den hessischen Fürsten scheint die Einsicht in diese Sachlage sehr schwer zu
.jicil verdcn; die große Mehrheit des hessischen Volks dagegen hat dieselbe schon lange
^itt gewonnen. Die Zeit wird lehren, auf welcher Seite der staatsmännische Blick
ltttl gewesen ist.
Der preußische Hceresorganismus im Jahre 1839.
^s»ige Tage nach Abschluß des Tilsiter FricdenS (am 23. Juli 1807) rief derFriedrich Wilhelm III. noch von Memel aus eine Commission von Offizierenbea c"""' die mit den Vorarbeiten zu der Reorganisation der preußischen Armeeda ^ .üAl wurde, und welche den Namen der Ncorganisationscommission erhielt. DemH^ligM Generalmajor von Scharnhorst wurde der Vorsitz in derselben überwiesen,y,wie Gneisen«», Lottum, Grolman, Dorstcll und Andere waren die Com-gr»e"cn, die während der prüfimgsschwercn Jahre 1807, 1808 — 12 hin mit der
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Sorgsamkeit an dem ihnen anvertrauten Werke arbeiteten. Der König selbst
bvliit'^ch '"'t den Gedanken, welche mit dem Auftreten und den Siegen der Nc-^sheerc >>, den Köpfen seiner denkenden Offiziere, wie eines Kncscbcck, zuröer »r gediehen waren, und welche sodcrtcn, daß man ihnen in der Organisationi» <-- »>ee Rechnung trüge, vollständigst vertraut gemacht. Er hatte der Commission^ klaren und schlichten Weise die Erundzüge des neu zu bildenden Organis-jcine."gelegt, und stand ihr bei dem Wcitcrausban des letzten,, unterstützt durcheigene bcwundernswcrthe, und bis ins Detail hineingehende Sachkcnntniß,»Nd s "*> zur Seite. Je nachdem die Arbeiten der Vorgenannten fortschritten,^Use»ds'^" der Druck des französischen Machthabers, der mit seinen Nicsenarmcnh^'den das kleine und entkräftete Land umklammert hielt, irgend es gestattete,»Ur vvrk Institutionen nach und nach ins Leben gerufen. Vieles konnte
^reitet werden; nach allen Richtungen hin wurden aber die neuen Grund-