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Fünfter Band.
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514 Der preußische Heeresorganismus im Jahre 185V.

Nach Ablauf dieser traten die von den Fahnen Entlassenen zur Kriegsreserve. DelWunsch einerseits, eine größere Anzahl von Mannschaften auszubilden, als dies bi§dahin der Fall gewesen, andererseits: die letztem so kurze Zeit wie möglich ihrer bü?gerlichen Bestimmung zu entziehen, sowie finanzielle Rücksichten, haben die dreijährig*^Dienstzeit bei der Linieninfanterie auf eine zweijährige zurückgeführt. Bei der 3"'fanterie der Garde, wie bei allen andern Waffen der Linie ist dagegen die dreija'Arige Dienstzeit beibehalten worden. Außer der eben angeführten Dienstabkürzung istfür junge Leute, die einen gewissen durch ein Examen, respective durch ein Schulab*gangszeugniß darzulegenden Grad von wissenschaftlicher Bildung erlangt und sich sr^willig zum Dienst gemeldet haben, die Dienstzeit auf ein Jahr beschrankt worden«Diese einjährigen Freiwilligen müssen sich aber in der Regel aus eigene Kosten au^rüsten, bekleiden und verpflegen. Die verkürzte Dienstzeit wird ihnen für drei Zahl*angerechnet. Man sieht, wie die Bestimmungen bemüht sind, bei dem Festhaltendes Princips der allgemeinen Dienstpflicht doch Künste, Wissenschaften und G*' !werbe so wenig wie möglich zu hemmen. >

Aus dem Obigen ergibt sich nunmehr die bei den Fahnen präsente Frieden^starke des stehenden Heeres in Durchschnittszahlen:

Die Aushebung für die Infanterie: 2x30000 ----- . . 60000 Mann

und die andern Waffen: 3x10000 —. 30000 „

Die drei-, zwei- und einjährigen Freiwilligen .... 30000 „

Die Cadres (Offiziere, Militairbeamten, ein Theil der Un-teroffiziere und die Kapitulanten).18000 „ ,

Summa 138000 Mann.

In dieser Weise findet sich die Stärke der Armee *)

im Jahre 1836 137435 Mann.

„ „ 1838 137576 „

„ „ 1840 137656 „

„ „ 1842 136798 „

„ „ 1844 137361 „

„ „ 1846 138810 „

In dem letztaufgesührten Jahre hatte die stehende Armee 6408 Offiziere, 3291 ^ployes, 129111 Unteroffiziere, Spielleute und Gemeine.**)

Die Kriegsreserve, in die also die gesammte Mannschaft nach respective dlzwei- oder einjähriger Dienstzeit übertritt, ist bestimmt, das stehende Heer oderTheil desselben eventuell auf die Kriegsstärke, respective eine erhöhte Friedensstärke ^ergänzen. Die Reservemannschaften bleiben dem Truppentheil, bei welchemAbleistung der Dienstpflicht herangezogen waren, zugetheilt, und reihen sich bei/Einberufung wieder in seine Glieder ein. Hierin beruht, außerdem daß dieschaften der Landwehr höher» Altersclassen angehören als die Reservisten, der U* ^schied zwischen beiden Kategorien. Die Landwehr tritt, mit Ausnahme derjenige*/^,Artillerie und Pioniere, zu selbständigen, von denen des stehenden Heeres """ .Dö-sigen Truppentheilen zusammen; die Reservisten bleiben dem stehenden Heerenibel und gehören ihm an. Kriegs

Mit Heranziehung der Kriegsreserve kann das stehende Heer auf diestarke von 225550 Mann gebracht werden. Im Jahre 1850 haben eS die ? Mi-schen Verhältnisse noch nicht möglich gemacht, die Armee auf die Fricdensstar Arirückzuführen. Dagegen ist auch jene Kriegsstärke niemals erreicht worden.

9 Aus den'"9 Wie die

„Mittheilungen des Statistischen Bureau in Berlin". -Stärke,^-

**) Wie die Budgetvorlage deS Ministeriums den Kammern die gewöhnliche h^erst"

Armee angibt, wobei indessen einerseits nur die Truppen in Betracht ösZogen,alle außergewöhnlichen Verhältnisse unberücksichtigt geblieben sind, siehe werter un