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Fünfter Band.
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Der preußische Heeresorganismus im Jahre 185V. 521

genannten Alter der Landwehr verpflichtet. Eine Officier-Witwenkasse wird durchBeiträge der Betreffenden unter Verwaltung des Staats gebildet und erhält seitensder letzter» nicht unbedeutende Subventionen.

Unter den Militairbeamten sind außer denjenigen, welche dem Kriegsminisieriunrangehören, die Militairjustizbeamten, die Militairgeistlichcn, die Militärärzte, die In-tendantur- und Proviant- (Verwaltungs- und Verpflegungs-)Beamten aufzuführen.Allesammt, mit Ausnahme der Militärärzte, werden aus den betreffenden Branchendes allgemeinen Staatsdienstes ergänzt; nur für die Medicinalbeamten besteht einegesondert für die Armee geschaffene Bildungssnstalt in dem Friedrich - Wilhelms-3nstitut zu Berlin, sowie^für die Veterinairs in der Thierarzneischule ebendaselbst.Außerdem ist es jungen Ärzten gestattet, ihrer Dienstpflicht bei den Truppen inder Eigenschaft als Arzt nachzukommen. Die Militairbeamten haben meistens Offi-öiersrang. Die Arzte, welchen früher eine ihrer Bildung und ihren Kenntnissenkenig angemessene militairische Stellung angewiesen war, sind jetzt ebenfalls, so-dald sie die große Staatsprüfung bestanden, in ein für ihre Wirksamkeit durchaus^ünschenswerthes Nangverhältniß gesetzt. Die geistliche Seelsorge,^ 'soweit diese durch^gestellte Militairgeistliche versehen wurde, war noch bis vor wenigen Jahren aus-schließlich evangelischen Predigern anvertraut; seitdem sind auch seitens der katholi-schen Konfession Geistliche den betreffenden Truppenkörpern beigegeben, welche sammt-Ä wieder in dem Fürstbischof von Breslau ihren katholischen Oberhirten haben,-^enn so für die Institutionen des Heeres, das der Gesammtheit des Volks entwach-st" ist, diese auch in der eben beredeten Weise maßgebend wurde, so konnte doch nä-mlich nicht so weit gegangen werden, daß auch der geringern Vertretung andererKonfessionen und Sekten, sowie den Juden, ein gleiche Berücksichtigung zugestandenworden wäre.

Die Unteroffiziere werden durch die Befehlshaber der einzelnen Truppentheile^Us denjenigen Mannschaften ausgewählt, die sich sowol durch ihre Führung als^Urch ihr militairisches Geschick dazu eignen. Die kurze Dienstzeit bei den Truppendar die Beschaffung eines tüchtigen Unteroffiziercorps sehr erschwert. In den öst-llchen Provinzen findet sich freilich immer eine genügende Anzahl Mannschaften, dieurch Kapitulationen sich zu einer länger» Dienstzeit verpflichten und während dieser^ Unteroffizieren ausgebildet und avancirt werden können; in den westlichen Pro-tzen des Staats fehlt eS dagegen außerordentlich an solchen Individuen. Um nun^ Anregung zu einem derartigen Weiterdienen mehr zu erhöhen, sind einerseits in^letzten Jahren verhältnißmäßig bedeutende Alterszulagen bewilligt, andererseits"ch den Unteroffizieren nach einer bestimmten Dauer der Dienstzeit Civilversorgun-j ^..bellimmt, die sie, nachdem sie aus ihrem militairischen Verhältniß ausgetreten,ähnliche Dienstbranchen wie die invaliden Offiziere führen. Auch in der Com-Unalverwaltung werden bestimmungsmäßig außerordentlich viele frühere Unteroffiziere,^cirt. Um indessen den auch durch diese Maßregeln nicht ausreichend beschafftend ^rf, namentlich für die Infanterie, zu decken, ist in der Schulabtheilung zu Pots-hk eine Centralbildungsanstalt für Jnfanterieunteroffiziere geschaffen. DerselbenE» sowol ein Theil der Militairwaisenkinder aus den betreffenden Instituten inH^aburg und Potsdam, sobald sie das hinreichende Alter erreicht haben, als auchaus den Regimentern zur fernern Ausbildung zugeführt. Anderweitigterof-- ^ dw Regiments- und Bataillonsschulen sowol für die Erziehung von Un-Ei, ^tren als auch für die Weiterbildung der Dienstpflichtigen überhaupt gesorgt,^erk ^sondere Oberfeuerwerkerschule in Berlin bildet die Feuerwerker und Oberfeuer-^er Artillerie. Überall findet man somit die Beweise dafür, wie sehr eskird, daß in einem sittlich tüchtigen und militairisch r-ohlausgebildeten Un-A^orps eine besondere Erhöhung für den Werth einer Armee gewonnen ist.Keifte ^ ^*ffchiedene Kategorien der Unteroffiziere sind aufzuführen: Feldwebel, Wacht-Keift^ i.^^feuerwerker, Sergeanten, Feuerwerker, Capitaind'armes, Quartier-, Unteroffiziere (par exeellenee so benannt) und Bombardiere. Sodann hat