526 Der preußische HeeresorganismnS im Jahre 1850.
ren alle Befestigungsanlagen u. s. w. des StaatS; die Eisenbahn- und Chausseean-gelegenheiten, soweit davon das Militairreffort berührt wird u. s. w.
Die vierte Abtheilung ist die für die Marine, deren Wirksamkeit sich auf dieim Entstehen begriffene preußische Marine erstreckt.
Schon der Name des Militair-Ökonomiedepartementö deutet auf seine Thätig-keit. Die Bezeichnung seiner vier Abtheilungen: 1) für das Kassen- und Etats-Wesen; 2) für die Naturalverpflegungs-, Reise- und Vorspannangelegenheiten; 3) fürdie Bekleidungs-, Feldequipage- und Trainangelegenheiten, und 4) für das Servis-und Lazarethwesen laßt darüber keine Zweifel. Unter dem beredeten Departementstehen außerdem : die General-Militairkasse, das Militair-Knabenerziehungsinstitut inAnnaburg, 45 Proviantämter, 4 Montirungsdepots, 9 Traindepots (bei den Armee-corps) und sämmtliche Garnisonverwaltungen u. s. w.
Der Wirkungskreis der drei direct unter dem Kriegsminister stehenden Abthei-lungen ist durch ihre Benennungen genügend bezeichnet.
Das Personal des Kriegsministeriums besteht theils aus Offizieren, theils ausBeamten.
Das Ministerium, als oberste Militairbehörde, vermittelt seine Anordnungenu. s. w. durch die Truppencommandos, respective die Jnspectionen, auf dem Wege derverschiedenen Instanzen, deren leider eine große Anzahl vorhanden ist. Die Truppescommandos sind zusammengesetzt aus den Truppenbefehlshabern mit ihren Stäben,welch letztere nach der Umfassung ihres Wirkungskreises und der Rangordnung ihrerInstanz nur aus einzelnen Personen bestehen, oder mannichfach gegliedert sind. EinenTheil dieser Stäbe liefert der Generalstab, der andererseits in dem großen Genera^stabe der Armee sein Centrum findet. Unter der Leitung eines Chef (in der Reg^eines ältern Generals der Armee) werden hier Offiziere aller Waffen, die von ihr^Intelligenz Zeugniß gegeben haben, theils wissenschaftlich, theils mit „Landesvermessunggen" (trigonometrische Abtheilung) und Aufnahmen, sowie deren Chartirung (top^graphische Abtheilung) beschäftigt. Diesem großen Generalstabe, der neben jenen ^neralstabsoffizieren, die bei den Truppen eingetheilt sind, noch ein zahlreiches Ossizi^corps ausweist, sind gleichzeitig das Haupt-Kartendepot und das Kriegsarchiv d§Armee überwiesen. .
Neben den Generalstabsoffizieren stehen in den Stäben der TruppencomniantwAdjutanten und Militairbeamte (Intendantur-, Justiz-, Medicinalbeamte und Geistslichc). Die Adjutanten der ganzen Armee bilden, ähnlich wie der Generalstab, ^geschlossenes Ofsiziercorps, die Adjutantur, nur daß ihnen der Mittelpunkt, wie edort vorhanden, fehlt. Die Adjutafftur recrutirt sich ebenfalls aus den intelligent^Offizieren der Armee. Zu ihr gehören auch die persönlichen Adjutanten der kowSliehen Prinzen. Dagegen bilden die General- und Flügcladjutanten des Königs eugesonderte Kategorie. Auch die verschiedenen Beamtenbranchen bei den einzcwTruppencommandos bilden in ihrer Gesammtheit für die ganze Armee, gleich .Adjutantur, insichgeschlossene Körper, in denen ein Anciennetäts- und AvancernenVerhältniß festgehalten wird. Das gesammte Militairerziehungs- und Bitdungswk'.erhalt in einer Generalinspection eine oberste Behörde, in ähnlicher Weise das Ptcinalwesen der Armee in einem Chef.
Die Waffengattungen.
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denen
Wenden wir uns nunmehr zu den Waffengattungen, und zwar zunaHldes stehenden Heeres. Die folgende Tabelle ist aus der Militair-Dudge
läge entnommen, welche das Ministerium den preußischen Kammern fürgelegt hat. Die dort angegebenen Zahlen beziehen sich nur auf die gewöhnliche vdensstärke der Armee, abgesehen von allen außerordentlichen Verstärkungen, der ^diesem Augenblick jeder Truppentheil in ziemlich bedeutenden Zahlen auszuwerfen