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Fünfter Band.
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554
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554 Frankreich im Jahrzehnd vor der Februarrevolution.

zurückweisen, und daß das erste Interesse einer vernünftigen Regierung, die sich er-halten will, darin besteht, dem revolutionären Geiste zu trotzen. ES ist dies diePolitik des ^U8l6-milieu, die Politik des gesunden Menschenverstandes, die wir aufeigene Rechnung ausüben-, und die wir dem Papste anrathen, der ihrer so sehr be-darf als Win Und wir rathen sie ihm nicht allein an, sondern wir sind auch ent-schlossen und bereit, ihn dabei zu unterstützen, ohne Zögern und Geschrei, wie esihm und uns, d. h. regelmäßigen Regierungen, die ihren Zweck verfolgen, aber nichtAbenteuern nachlaufen wollen, geziemt. Man sagt, daß,, wir uns mit Östreich verstän-digen, daß der Papst in seinen Verhältnissen mit Ostreich nicht auf uns rechnenkann. Lauter Lügen, eigensüchtige und von der stationairen Partei berechnete Lügen,die unS verschreien will, weil wir ihr in keiner Weise angehören, sowie Lügen derrevolutionairen Partei, die uns überall angreift, weil wir ihr kräftig widerstehen.Wir sind in Frieden und in guten Verhältnissen mit Östreich, und wir wollen dabeibleiben, weil schlechte Verhältnisse und Krieg mit Östreich ein allgemeiner Krieg unddie Revolution in Europa ist." Der Papst, fährt Guizot weiter fort, kann den Kriegmit Östreich ebenfalls nicht wünschen, denn Östreich ist eine große katholische undzugleich eine italienische Macht: der Katholicismus würde dadurch geschwächt m>dItalien über den Haufen geworfen werden. Allerdings gefallen die Reformen inItalien Östreich nicht, aber eS könne sich diesen doch nicht widersetzen. Das fran-zösische Cabinet bemühe sich, das wiener von jeder bewaffneten Dazwischenkunft beiden italienischen Reformen fernzuhalten. Wenn dies nicht gelingen und dennoch eineIntervention stattfinden solle, so möge Rossi dem Papste nur sagen, daß Frankreichihn offen unterstützen würde.

Es ist an diesem Briefe Euizot's an Rossi höchst charakteristisch, daß Guizotsich über die Mittel, mit denen er den Papst im Falle einer östreichischen JnterveN"tion unterstützen werde, nicht ausläßt. Er sagt, als fühle er diese Lücke selbst' "Onne roZle p38 cl'avarice, o« no proelame p38 ci'uvnnce tout ee c;u'on kerail äansles U^p 0 the 868 qu'on rre 83ur3it eonnaitro cl'.ivanee oomplötement et, rrvee pro-

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notre plu8 kenne et plu8 36 tik 3 ppui ne lui mancjnerait ps8." Hier ist nun derwunde Fleck in der französischen Politik: sie war fast immer nur auf Unterhand-lungen beschrankt, und wo sie ihre Hülfe zusagte, scheute sie sich von einer Hülfedurch die bewaffnete Macht zu sprechen. Es ist zwar nicht vorauszusehen, daß derPapst seine Politik geändert hätte, wenn Frankreich ihm für den Fall der NothTruppen versprach; aber die Augen Anderer waren für diesen Fall auf Frankreichgerichtet. Denn die nationalen Hoffnungen Italiens knüpften sich nur für kurze Zeitan den Papst. Später gingen diese Hoffnungen auf Karl Albert über, und dieserwürde vielleicht früher schon anders aufgetreten sein, wenn er Frankreichs bewaff-neter Hülse sicher gewesen wäre. Aber Ludwig Philipp's und Guizot's Politik be-schützte nur die innere reformistische Bewegung Italiens; der nationalen war sie "irGegentheil geradezu zuwider. Daraus, daß man diese beiden zwar zusammenhängen-den, aber doch verschiedenen Seiten miteinander verwechselte, entstand die allgemeineVerdammung der französischen Politik in Italien, die sich jetzt wol in den Augender liberalen, wenn auch nicht in den Augen der radicalen Partei gerechtfertigt hat-Jedenfalls war sie offener als die Lord Palmerston's, der Lord Minto in einer de-magogischen Rolle Italien bereisen ließ, und den dortigen Radicalen Hoffnungenmachte, die er wahrscheinlich nie zu erfüllen gedachte.

Am meisten conservativ erschien Frankreichs Politik in der Schweiz. Diesische Regierung betrachtete dieses Land als die wichtige militairische Grenze zwischedem französischen und dem östreichischen Gebiete. Dieselbe fürchtete die innere Umg^staltung der Schweiz aus dem doppelten Grunde, daß die Umgestaltung durch emIntervention Östreichs, die diesem zugutekommen mußte, verhindert würde, und dann,daß das durch seinen moralischen Einfluß der conservativen Politik ohnehin schon so gfährliche Land ganz in die Hände der Radicalen fallen möchte. Frankreich, das vre