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Fünfter Band.
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556 Frankreich im Jahrzehnd vor der Februarrevolution.

fürchteten weder Östreich, das seine Truppen in Italien brauchte, noch Frankreich,das jeden Krieg zu vermeiden suchte.

Die englische Politik schien anfangs mit der französischen in der Schweiz Handin Hand zu gehen. Morier, der englische Gesandte, stimmte mit Boiö-le-Comte voll-ständig überein; aber bald sollte sich Frankreich überzeugen, daß Lord Palmerstonaufs neue eine unerwartete Wendung nahm. Peel folgte Morier als Geschäftsträgerin der Schweiz, und überbrachte Ochsenbein eine Depesche von Lord Palmerston, inwelcher dieser den neuen Präsidenten beglückwünschte. Peel schreibt an seinen Mi-nister: „Den Weisungen Ihrer Herrlichkeit angemessen, habe ich die Gelegenheit er-griffen, Sr. Excellenz Herrn Ochsenbein die günstige Meinung auszudrücken, welchedie Regierung Ihrer Majestät wegen seiner hohen Stellung, seines wohlbekanntenCharakters und seines offenbaren Entschlusses, alles Mögliche anzuwenden, um dieRuhe in der Schweiz zu erhalten, von seiner Person hat." Als die Schweiz nunGewaltmaßregeln gegen den Sonderbund ins Werk setzte und der Bürgerkrieg nahedaran war auszubrechen, schlug plötzlich Lord Palmerston einen gemeinsamen Ver-such zur Verhinderung desselben vor. Am 30. Oct. 1847 machte Peel dem französischenGesandten Bois-le-Comtc diesen Vorschlag; am 31. Oct. schickte Lord Palmerstonden preußischen Gesandten Bunsen zu Broglie, dem französischen Gesandten in Lon-don, in derselben Absicht. Da nun der Sonderbund selbst sich au Frankreich undan die andern bei den Wiener Verträgen betheiligtm Mächte um Hülfe wendete, soschlug Frankreich am 4. Nov. eine Zusammenkunft in einer der Schweiz benachbar-ten Stadt vor, um die dortigen Wirren auszugleichen. Als Lord Palmerston am6. Nov. die französische Auffoderung erhielt, zögerte er aber doch mit der Antwort:diese erfolgte erst am 16. Nsv., und zwar mehr in ausweichender als in zustimmen-der Weise. Er wollte, daß man vor dem Einschreiten zuvor über alle Fragen eimgsei, und zerstörte, da die Armee des Gesammtbundcs bereits gegen die Sonderbund-cantone angerückt war, auf diese Weise die anfangs von ihm selbst vorgeschlageneVermittelung. Außerdem wird ihm noch der Vorwurf gemacht, unter der Handdie Maßregeln gegen den Sonderbund beschleunigt zu haben, und nur in die Allianzgetreten zu sein, um sie desto sicherer hemmen zu können. Erst nachdem Luzernerobert, gab Lord Palmerston seine Zustimmung zur Vermittelung.

Die jetzt gestürzte französische Regierung würde sich nicht erlauben können, denenglischen Minister eines offenbaren VerrathS anzuklagen, wenn sie nicht Thatsachenzum Beweise hätte. Moralisch von diesem Verrathe überzeugt, suchte sie sich einunleugbares Zeugniß zu verschaffen. Ihr Gesandter schickte am 29. Nov. 1847Herrn von Massignac zu dem spanischen Gesandten Zayas, und dieser sprach mit dem-selben von der Schweizerangelegenheit. „Ich möchte doch wissen", sagte Massignac,„ob es wirklich wahr ist, daß Temperley (ein englischer Agent) von Peel zum Ge-neral Dufour geschickt worden ist, um den Angriff gegen Luzern zu beschleunigen.„Wer wollte das noch bezweifeln", antwortete der spanische Gesandte. „Ich bin derSache gewiß, ich halte sie aus guter Quelle, und wollte meine Hand dafür insFeuer legen." Massignac erwiderte: er glaube selbst daran, aber er möchte, daßes eingestände, und zwar vor einem Zeugen, womöglich vor ihm, dem spanische"Gesandten. Als sie darauf Gelegenheit hatten, mit Peel von der Schweizerangelegcmheit zu sprechen, meinte dieser: „Kein europäisches Cabinet, ausgenommen das eng"lische, hat die Schweizerangelegenheit verstanden, und Lord Palmerston hat aufgeht ^sie zu verstehen, als er die gemeinsame Note bestätigte." „Gestehen Sie wenigste"ein", sagte Massignac, „daß er gut geendet hat, und daß Sie uns einen Streichgespielt haben, indem sie die Ereignisse beschleunigten!" Peel schwieg, und verfraßzosische Agent fuhr fort: „Wozu daS Geheimniß? Wenn das Spiel aus ist, darf malwol sagen, wie man es gespielt hat." „Nun ja", antwortete Peel, „ich habe deGeneral Dusour sagen lassen, es schnell zu machen." 3ch sah, schreibt Massig"in seinem Briefe an Bois-le-Comte vom 31. Dec. 1847, bei diesen Worten Herrnvon Zayas an, um mir diese Worte bezeugen zu lassen. Er that Dasselbe. Dar"