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Die Märzkatastrophe in Ostreich. !
der Dinge Eingang zu verschaffen. Sie wurden vom Erzherzog Ludwig kalt und schroffabgewiesen, von Metternich wie Schüler vorgenommen, vom Erzherzog Franz Karlin seiner gewöhnlichen schwankenden Weise mit allgemeinen farblosen Redensartenentlassen. Schon waren sie auf dem Punkte, nach einem flüchtigen Mahle bei >einem befreundeten Hoswürdenträger, die Burg zu verlassen, als Erzherzog Ludwig,dem sie noch einmal ihre Dienste hatten anbieten lassen, einen Adjutanten sendeteund ihnen einen Saal in der Nähe seines Cabinets anwies. Die Furcht hatte be-wirkt, was die zunehmende Rathlosigkeit nicht vermocht. Ein in keinem Hofceremo-niell vorgesehener Anstoß von außen öffnete den aristokratischen Vermittlern die Zu-gänge des Raths, die ihren eifrigen Selbstanerbietungen so beharrlich verschlossen ge-wesen. Dieser äußere Anstoß kam von der Universität und der Bürgergarde. Nachdemder letzte Haufen der zum Landhaus gezogenen Studenten durch die Katastrophe amZudenplatz zerstreut worden war, hatten sich die Reste auf die Universität geflüchtet.
Bald vermehrten sie sich durch von allen Seiten herbeieilende Flüchtlinge. Auch Pro-fessor Hye, der immer zur rechten Zeit Eintretende, war unter ihnen. Die höchstenSpuren der Erschöpfung in den Zügen, bestieg er die Kanzel zur Ansprache an dieStudenten. Er wie (der gleichfalls erschienene) Endlicher seien seit Sonntag in ihrenAngelegenheiten ununterbrochen thätig gewesen; es sei keine, am wenigsten eine gün-stige Antwort zu erwarten. Er wolle aber, obwol Familienvater, es komme, wasda wolle, treu mit ihnen aushalten. Ein Vivat ersparte ihm den unausweichlichen,vielleicht schwerer abzusprechenden Schluß dieses Eingangs. Die Begeisterten riefensich wechselseitig auf, gegen den nächsten Wachtposten zu stürzen, um dort Waffenzu erobern. Es wäre vielleicht das Äußerste geschehen, wenn nicht ein zufällig anwe- ^
sender junger Arzt, Dr. Köck, sie durch die Vorstellung aufgehalten, es gebe aus frü-herer Zeit noch einen gesetzlichen Weg, um Waffen zu erhalten. Köck hatte aus be-sondern: Anlaß den alten Statuten der Universität ein Studium gewidmet, und führteaus diesen ein noch zu Recht bestehendes Privilegium an, nach welchem dem Nectorder Universität in seiner Amtskleidung zu jeder Zeit der Eintritt in die Gemächerdes Kaisers freistand. Dies sollte man nun geltendmachen, um so durch den her-beizurufenden Nector die augenblickliche Bewaffnung zu erlangen. Gewisse Strata-geme wiederholen sich immer wieder! So bizarr der Vorschlag scheinen mag, miteinem 50ttjahrigen Pergament einem absoluten Regiment entgegenzutreten: es waram Ende doch derselbe Weg, den die Stände jahrelang in ihrem Streite mit derRegierung gegangen. Der Vorschlag Köck's wurde mit Acclamation angenommen.
Auf die kleingläubigen Zweifel Hye's, ob man den Nector vorlassen werde, ob einesolche Bitte mehr Erfolg haben könne, als die bisjetzt vorgebrachten, bemerkte Köckmit Recht: Die Lage der Dinge sei anders und darum das Ziel der Bitte ; nichtum Concessionen, sondern um legale Bewaffnung zu eigenem und der Bürger Schutzhandle es sich jetzt. Der Rector (Hofrath Jenull) wurde gefunden und herbeigebracht-Er entschloß sich (alle Ehre ihm, dem zweiundsiebzigjährigen unter dem Systemedes Absolutismus ergrauten Manne!) die Mission zu übernehmen. Indessen hattesich die Universität so gefüllt, daß man die große Halle öffnen mußte, um die heranströ-menden Jünglinge aufzunehmen. Der Nector nahm den Anwesenden das Versprechenab, sich ruhig zu verhalten, bis er zurückgekehrt. Man gab ihm auf sein Verlangendie beiden Professoren Hye und Endlicher als Begleiter mit; und so schritt die De-putation, nachdem sie von den am Stephansplahe stehenden Truppen einen Ossizi^ (
als Escorte mitgenommen, über den teeren Josephsplatz dem Ausgang in die kaiser-lichen Gemächer zu.
Bereits früher war aber schon eine Deputation der Bürgergarde in die Ho?bürg gedrungen. Wie wir schon oben erwähnt, hatten sich in den Nachmittagsstun-den Mitglieder dieses Corps auf den Glacis zu sammeln begonnen. Die meiste^derselben waren, in Folge der vom Bürgermeister absichtlich verschleppten Einb^rufung, freiwillig gekommen, und daher befanden sich fast ebenso viele Offiziere aMannschaften unter ihnen. Selbst jetzt noch verweigerten aber ihre höher» l-htt