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Siebenter Band.
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Die Wissenschaft der Nationalökonomie. 154

ein« solchen Auffassung hingewiesen. Allerdings sind jene Anklänge und Hinweistzumeist im Widerspruch, sei eS mit andern einzelnen bestimmten Äußerungen, sei esmit der Totalaufgabe, welche daS System einnimmt; aber sie sollen deshalb nichtweggeleugnet werden, der Widerspruch muß beseitigt, die Andeutung ausgebildet, dasVerhüllte klar gemacht werden. Selbst bei Adam Smith, bei Malthus, und unterden deutschen Schülern besonders bei Storch und Rau, sinken sich diese Andeu-tungen, untermengt mit Widersprüchen. Sehr viel zur Wendung in die neueRichtung hat List, und ein tüchtiges Scherflein selbst Proudhon beigetragen. Dochverdient aus verhältnismäßig früher Zeit eine besondere Hervorhebung G. F. Krause's„Versuch eines Systems der National- und Staatsökonomie mit vorzüglicher Be-rücksichtigung Deutschlands, aus dem Gange der Völkercultur und aus dem prak-tischen Leben entwickelt" (2 Bde., Leipz. 1830). Abgesehen davon, daß Krauseselbst nur eine populäre Darstellung der politischen Ökonomie zu geben suchte,ist es hauptsächlich das von ihm gesteckte Ziel, welches von hervorragender Be-deutung ist, nicht aber die von. ihm bewerkstelligte Lösung der Ausgabe. Erwill ein System der politischen Ökonomie als das Endergebniß „aus dem Gangeder Völkercultur" gewinnen, sodaß er damit die zeitweilige Berechtigung und Natur-wüchsigkeit früherer wirthschaftlicher Formen zugesteht, und andererseits seine Vor-führung Smith'scher Lehren eben auch nur als ein geschichtlich erwachsenes Product,als den Ausdruck einer bestimmten geschichtlichen Zeitperiode hinstellt. Im Übrigenist die geschichtliche Entwickelung selbst, von der ersten Erörterung und dem Punktean, wo er im Gegensatz zu Smith, der die Entstehung der Volkswirthschast vondem Tauschtriebe der Menschen ableitet, die Urmenschen und Barbaren über alleneuen Formen des wirthschaftlichen Lebens kluge Verabredungen und Übereinkünftetreffen läßt, alle folgenden Zeilen hindurch ganz ungeschichtlich. Ganz übersehendarf man selbst nicht die Italiener M. Agazzini und L. Cibrario („Dells eoonomispolities clel msclic» evo libri lll, eke trattsno ckells »us eouüirione polltios morslseeonomies", Turin 1839), welch Letzterer seine Ansicht, daß die Menschheit wie einallmälig heranwachsendes Individuum in ihrer geschichtlichen Entwickelung stufenweisehm Plan der göttlichen Vorsehung entfalte, auch in der Geschichte der politischenÖkonomie des Mittelalters nicht aus dem Auge verliert. Doch treten diese Andcu«lungen sehr in den Hintergrund gegen die Ausführungen, welche W. Röscher („Klio.Beiträge zur Geschichte der historischen Kunst", Bd. 1., Gött. 1842; „Grundrißzu Vorlesungen über die Staatswirthschaft. Nach geschichtlicher Methode", Gött.1843) über die geschichtliche Methode volkswirthschaftlicher Untersuchungen im Be,wußtsejn des Gegensatzes gegeben hat. C. W. Ch. Schüz, der mit einem Aufsähe:„DaS sittlich« Moment in der Volkswirthschast" in der tübinger „Zeitschrift für diegesammke Staatswissenschaft" (Jahrg. 1844, Heft I), dem Princip des Private!-gennutzcS für die Volkswirthschaftslehre entgegengetreten war, hat durch die Aus-führung: „Über das politische Moment in der Volkswirthschaft" (Ebend., Heft ll),den in Frage stehende» Gegensatz gegen das Absolute der Theorie positiv gefedert.*)Hildebrand („Die Nationalökonomie der Gegenwart und Zukunft", Bd. I, Franks.1848) hat auch in dieser Beziehung Beiträge zur Kritik der frühern Systeme ge-lieferk und ein« der absoluten Theorie entgegengesetzte Exposition der Nationalökonomiein Aussicht gestellt. « ^ >

Uns scheint es ausgemacht zu sein, daß nur auf diesem Wege und in dieser wei,tern Fortentwickelung, aber auf ihm auch sicherlich, die nationalökonomische Wissenschaftdie Anerkennung des großen Werths der frühern wissenschaftlichen Leistungen aufrechterhalten, die eigentlich socialistischen Theorien niederkämpfen, und die schroffen Gegensatzeguf manchem Gebiete praktischer Fragen einer befriedigenden Lösung zuführen wirp.

*) Vgl. auch Dessen „Grundsätze der Nationalökonomie" (Tüb. 1843).