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Siebenter Band.
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Die Nahrungsmittel.

beben heißt für Menschen und Thiere die Form seines Körpers erhalten troh fortwäh-render Veränderung der kleinsten stofflichen Theilchen, die den Körper zusammensehen.

Das Blut fließt durch den Körper, so lange dieser lebt. Kleine Schcibchen,die auf ihrer obern und untern Fläche ausgeschweift sind, schwimmen im Blut; siesind im Hirn, in den Füßen, in den Lungen, in allen Theilen unseres Körpers infortwährender Bewegung.

Bewegung pflanzt sich fort, wo sie nur immer vorhanden ist. Die Bewegungjener kleinen Blutkörperchen theilt sich der Blutflüssigkeit mit. Aber ganz ebensosind die kleinste» Stofftheilchen unseres Fleisches, unserer Knochen und Nerven inrastlosem Ortswechsel begriffen.

So ist das Leben überhaupt unzertrennlich mit Bewegung verknüpft. Die Be-wegung greift aber über den Körper hinaus. Das heißt: eine beträchtliche Mengejener Stofftheilchen des Körpers wird täglich ausgeathmet, ausgeschwitzt, mit Harnund Koth ausgeleert.

Nach neueren sorgfältigen Wägungcn wird durch diese Ausleerungen oder Aus-scheidungen, wie sie die Arzte nennen, in 24 Stunden etwa ein Vierzehnte! desGewichts des ganzen Körpers unserem Leibe entzogen.

Ich wiederhole nun: Leben heißt für Menschen und Thiere die Form seinesKörpers erhalten trotz fortwährender Veränderung der kleinsten stofflichen Theilchen,die den Körper zusammensetzen.

Daraus folgt schon, daß wir essen müssen, um zu leben. Und in diesem Sinnewerden Speise und Trank ganz richtig auch Lcbensmittcl genannt.

Man darf nur nicht umgekehrt folgern, daß jedes Lcbcnsmittel auch Nahrungsei in der Bedeutung, die für das Wort Nahrungsmittel nun einmal gäng und gebeist. Denn die Luft, die wir einathmen, hieß schon den Alten Futter des Lebens,t>u!um vit:io, weil, um nur Eines hervorzuheben, gerade das Denken, die Blüte, derhöchste Ausdruck des thierische» Lebens, an die stetig erneute Vermischung des Blutsmit der Luft gebunden ist.

Wir können zu dem Begriff des Nahrungsmittels nicht gelangen, wenn wirblos den Zweck des Lebens im Auge behalten. Dagegen ergibt sich die Begriffs-bestimmung unmittelbar auch auf dem Standpunkt des Laien, wenn wir Rücksichtnehmen auf die Entwickelungsgeschichte der Nahrung.

Indem die Bewegung der stofflichen Theilchen der Knochen, dcS Fleisches, desHirns als letztes Ergebniß täglich eine bedeutende Ausgabe der Bestandtheile unseresKörpers herbeiführt, versteht es sich von selbst, daß dieser Verlust ersetzt Werden muß.Und wenn alle die verschiedensten stofflichen Theilchen an dieser Bewegung theilnch-mcn, so muß das Ersatzmittel alle verschiedenen Stoffe dem Körper zu liefern imStande sein.

Sowie es einmal nach Beobachtungen, die jeder Mensch tagtäglich an sich selbstanstellt, feststeht, daß ein Gewichtsverlust, durch die Ausgabe der verschiedenartigstenStoffe bedingt, stattfindet, so liegt in jener Begriffsbestimmung des Ersatzmittels nichtsEigenthümliches. Es ist dieses Bedürfniß nicht durch ein Wunder des Lebens verklärt.Wenn der herkömmliche Begriff einer Thüre hölzerne Breter, ein eisernes Schloßund Ölfarbe erfordert, dann brauchen wir Eisen, um das Schloß zu.ersetzen, wennes durch Diebcshand verloren ging.

Die heimlich waltende Diebcshand, die auch unserm Körper das Eisen raubt,ist der Sauerstoff der Luft. Aber die Muskeln, welche die Athembewcgungen voll-ziehen, holen jene Diebcshand ein, wie die Trojaner das Pferd. Mit jedem Athem-zuge schlürfen wir den Sauerstoff ein. Wir öffnen die Fenster unserer 'Häuser, er-zeugen künstlich Strömungen der Luft, um jederzeit einen größern Vorrath jene- Sauer-stoffs aus den Körper einwirken zu lassen.