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Siebenter Band.
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Die deutsche Nationalversammlung.

So war den Herzogthümern zugcmuthct, um den Preis einer freiern Verfassung,deren ungefährdetes Bestehen, wie die Vergangenheit lehrt und die Gegenwart be-stätigt, nur geringe Bürgschaften haben konnte, das einzig Dauernde im Völkcrlebenzu opfern, die Nationalität. Das wollten sie uimmermebr, zumal sie erkannten, daßauch bei der scheinbaren Stimmengleichheit im Reichstage die Regierung Mittel ge-nug habe, um sie in Wirklichkeit stets in die Minderheit zu setzen.

Zuerst regte sich die schleswig-holsteinische Ritterschaft, und verlangte die Be-stätigung der alten Landesrechte (4. Febr.). Bald darauf sammelten sich in Kiel dieAbgeordneten von Schleswig und Holstein. Sie beschlossen am 17. Febr. 1848 eine fürbeide Herzogthümer gemeinschaftliche Versammlung zu bilden, und sendeten fünf ihrerMitglieder nach Kopenhagen, um dort geeignete Vorstellungen zu thun und mitEntschlossenheit zu verkündigen, daß Schleswig und Holstein niemals in dem däni-schen Reiche ausgehen würden.

Aber auch die Dänen ihrerseits waren mit dem Verfahren ihres Königs nichteinverstanden. Wenn eS auch gelingen sollte, auf die beabsichtigte Weise einen Ge-sammtstaat zu schaffen, so würde doch, fürchteten sie, ein Übergewicht der deutschenTheile sich mit der Zeit so sehr geltend machen, daß dir dänische Nationalität ersticktwerden könnte. Das Volk in Kopenhagen gerieth in Gährung; man federte ein„Dänemark bis zur Eidec"; Schleswig sollte rein dänisch werden. Die Kunde derFebruarrevolution gab den kopenhagener Nationaldemokraten Muth und Sieg. DieAbgeordneten, welche von Kiel gekommen waren, konnten nur mit Mühe vor demIngrimm des Volks geschützt werden, dessen Liebe zum Vaterlande im umgekehrtenVerhältnisse zur Größe des Vaterlandes stand.

Eine Volksversammlung in Kopenhagen verlangte die Einverleibung Schleswigs(20. März). Der König mußte nachgeben und Truppen nach den Herzogthümernsenden, um eine Frage des Staatsrcchts, wie das zu geschehen pflegt, durch Waffen-gewalt zu entscheiden. Aber kaum war diese Nachricht in Kiel angelangt, so erhobsich die Bürgerschaft; die Besatzung verbrüderte sich mit ihr. Wilhelm Hartwig Be-seler, Graf Reventlow-Preeh und Prinz Friedrich, der Bruder de- Herzogs vonAugustenburg, erklärten sich im Verein mit dem kieler Kaufmann M. T. Schmidtund dem flensburger Anwalt Bremer zur Provisorischen Regierung der Herzogthü-mer, unter Angabe des Grundes, daß der Landesherr unfrei und gegen seinen Willenzur Feindseligkeit gegen Schleswig-Holstcin gezwungen sei (28. März). In der FestungRendsburg erklärte sich die Besatzung für die Sache des Landes; in kaum zwei Ta-gen war Alles in beiden Herzogthümern entschieden.

Aber eS fehlte noch an den Mitteln zum erfolgreichen Widerstände. „Die Dä-nen rückten in den ersten Tagen des April in Schleswig ein, und ihrer Übermachtgelang es leicht, das ganze Land bis zur Eider zu bewältigen. Da kam Hülfe vonDeutschland. Der König von Preußen erklärte in einem Briefe vom 24. März demHerzoge von Augustenburg, daß nach dem bestehende» Rechte die Herzogthümer selb-ständige, fest miteinander verbundene Staaten seien, und daß in ihnen der ManneS-stamm herrsche; in diesem Sinne sei er bereit, die Herzogthümer gegen Angriffe zuschützen. Dem Wort solgtc die That auf dem Fuße; Preußen ließ seine Truppenan die Grenze rücken und federte Hannover, Mecklenburg und Braunschweig zuGleichem auf. Zn derselben Zeit beschloß das Vorparlament, daß Schleswig unver-züglich in den Deutschen Bund aufzunehmen und bei der Nationalversammlung durchAbgeordnete zu vertreten sei (31. März). Diese revolutionäre Lösung der Frage ent-sprach auf deutscher Seite der nicht minder revolutionären von dänischer Seite; nurdaß jene wenigstens die Meinung und den festen Willen der Völkerschaften für sichhatte, deren Schisse bestimmt werden sollte.

Die Bundesversammlung, die jeder Strömung des Augenblicks folgen mußte,gab dem deutschen Nationalgcfühl cin an sich nicht viel bedeutendes Pfand, indemsie den Professor Dropsen, der mit Vollmachten der provisorischen Regierung gekom-men war, in die Versammlung der „Vertrauensmänner" zuließ; aber sie erklärte