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Die deutsche Nationalversammlung.
auch, daß Gefahr eines Angriff- für Holstein vorhanden sei, und übertrug derPreußischen Regierung, eine gütliche Einigung auf Grundlage der staatsrechtlichenVerbindung beider Herzogthümcr zu vermitteln (1. April). Inzwischen waren preußischeTruppen in Holstein eingerückt. Am 10. April verlangte Preußen die Zurückziehungdes dänischen Heeres aus Schleswig; doch Dänemark verließ sich »»erschüttert ausseine Verbindungen mit den andern Großmächten. Der Bundestag, mit einer nurin jenen Tagen erlebten Naschheit, beschloß am 12. April, daß die Räumung Schles-wigs zu erzwingen sei, und die Verbindung Holsteins mit Schleswig zu erhalten; jajum sichersten Schutze dieser Verbindung solle Preußen, alS Vermittler, auf den Ein-tritt Schleswigs in den Deutschen Bund hinwirken. Preußen erklärte sich bereit,diesen Auftrag in seinen, ganzen Umfange auszuführen. Die Bundesversammlungging so weit, daß sie selbst die Provisorische Regierung Schleswig-Holsteins ancr-kannte, und deren Abgesandten, den Professor von Madai, zu Sitz und Stimmeim TaxiS'schen Palaste zuließ (22. April).
Nachdem die preußische Auffodernng vom 10. April an der dänischen Beharr-lichkeit fruchtlos abgeprallt, waren die deutschen Truppen unter Wrangel über dieEider gegangen und hatten bald die Dänen aus Schleswig vertrieben. Diese ihrer-seits hatten in ihrer Seemacht ein unverhältnißmäßiges Gegengewicht; sie blockirtendie sämmtlichen Ostseeküsten und die Mündungen der Elbe. Jetzt mischten sich diefremden Mächte ein. England bot seine Vermittelung an; aber Preußen verlangte,in Übereinstimmung mit einem Bundesbeschlusse vom 22. April, daß zunächst derZustand vor dem Einmarsch der Dänen hergestellt und von diesen anerkannt werdenmüsse; eS erklärte, daß bei fortgesetzten Feindseligkeiten Dänemarks Deutschland wei-tere Mittel anwenden (nämlich Jütland besehen) würde, und daß endlich Preußenohne Zustimmung des Deutschen Bundes nichts thun könne (30. April).
Als Wrangel nun wirklich in Jütland eingerückt war, empfing er am 2. Maivon den Gesandten Englands und Rußland- in Kopenhagen, Wynn und Ungern-Sternberg, den auf Dänemarks Wunsch gestellten Vorschlag zu einem drciwöchent-lichen Waffenstillstand, wonach die Deutschen Jütland verlassen, die Dänen aber keinedeutschen Schiffe mehr wegnehmen sollten. Wrangel erklärte, auf seine eigene Ver-antwortung einen Stillstand eintreten zu lassen, wenn die Dänen Alsen und dieandern schleSwigschen Inseln räumten und alle bisher aufgebrachten Schiffe zurück-gäben. Die preußische Regierung bezeigte sich hiermit einverstanden (5. Mai), undebenso der Bundestag (8. Mai). Dänemark wollte nichts davon wissen. Indessenerklärte schon am 9. Mai der schwedische Gesandte zu Berlin, Freiherr von Ohsson,seine Regierung werde im Falle eines Einrücken- in Jütland ein Heer nach der In-sel Fühnen senden, um Dänemark bei der Zurücktreibung der Deutschen zu unter-stützen. Wirklich führte Schweden seine Drohung alsbald aus und besetzte Fühnenmit 16000 Mann.
Die Verhandlungen in London zogen sich in die Lange. brach« un-
haltbare Foderungen vor und wie! die Vorschlage Englands zur , ch ^und die Bundesversammlung angenommen hatten. Preußen A von den
schwierigen Lage, bedrängt einerseits von der Politik Rußlands, ander-lFoderungen des deutschen Volks. Es wollte nicht d°» Sch-m au sich -ab-n,zuwider zu handeln, und hätte doch gern die Feindseligkeit gefurch cy
vermieden.
Die Nationalversammlung, die sich berufen fühlen mußte, hier ein entscheiden-deS Wort zu sprechen, hatte von Anfang an die Sache Schleswig. Holsteins alseine mit dem Geschicke deS ganzen Deutschlands untrennbar verflochtene behandelt.Alle Parteien waren hierin eines Sinnes. Der einzige offene Krieg, den das neu-erwachte Deutschland zu führen hatte, ein Kampf um die Gültigkeit des geschriebenenRechts und zugleich um da- Recht der Nationalität, durste nur mit dem vollstän-digsten Siege enden. DaS Parlament in seinen eigenen Thaten, den Berathungenund Beschlüssen, so langsam und schwer beweglich, hätte gern eine der schwierigsten