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Die deutsche Nationalversammlung.
stehe in Gefahr, von Osten und Westen zugleich angefallen zu werden, wenn eineEinigung nicht zu Stande komme. Man möge Preußen keinen Selbstmord zumuthen.Ein Krieg mit Rußland sei keine leichte Sache; und in diesem Augenblicke schon seiein Bund zwischen den Dänen, Schweden und Nüssen im Werke. Bereits solleauch eine russische Erklärung gegeben worden sein, sobald die deutschen Truppen übereine gewisse Linie hinausgingen, werde der Krieg beginnen. Geschähe das, so müßteja Preußen ohne weiteres die Hcrzogthümer aufgebe», um seine Ostländer zu decken.Dazu ständen 16000 Schweden kampfbereit in der Nähe. Ehe noch Deutschlandgerüstet hätte, konnte es im Norden bis zur Elbe, im Osten bis zur Oder von Fei»den überschwemmt sein. Um in solchen Verhältnissen einen rühmlichen Erfolg zuerringen, müsse man weise und mäßig, vor allem aber einig sein, und völlig ver-gessen, was in alter Zeit etwa verschuldet worden.
Einige der folgenden Redner, wie Mithelfen, führten auS, daß niemals in Nordschlcswig der Wunsch nach einer Trennung von dem Süden deS Hcrzogthums, nacheiner Verbindung mit Dänemark, sich kund gegeben habe; Andere suchten die Dar-stellung Naumer'S zu entkräften. Den Meisten waren die Anträge des AusschusseSnicht mnthig genug. So Vogt, der die Frage stellte, wenn Gefahr im Osten drohe:warum man denn so viel deutsche Truppen am Rhein habe, statt sie an die Oderzu schicken? So auch Jakob Grimm, welcher der Versammlung erzählte, die Jütenseien eigentlich auch ein deutscher Stamm, kein skandinavischer; so auch Waitz undNaveaux. Indessen hatten ihre Bemühungen nur einen theilweisen Erfolg. Bei derAbstimmung wurde, Nachdem der erste der drei Niesser'schen Anträge zurückgenom-men worden, der erste Ausschußantrag, mit der von Waitz vorgeschlagenen Ergän-zung (die Nationalversammlung verlangt, daß energische Maßregeln getroffen wer-den, um den Krieg zu Ende zu führen), angenommen, der zweite abgelehnt, derZusatz aber, daß das Parlament sich die Genehmigung des Friedensvcrtrags vorbehalte, mit 275 gegen 200 Stimmen verworfen. Dieses Ergebniß verdankte die Rechtezum größten Theil einer gediegenen Schlußrede Hcckscher's.
Während nun Wrangel wiederum, den Beschlüssen der Nationalversammlungund der Anordnung des Bundestags gemäß, in nördlicher Richtung vordrang, warunter dem Einflüsse Frankreichs, Englands und Rußlands die Bereitwilligkeit zumNachgeben und die Friedensliebe nicht wenig gewachsen, und that sich in bedeutsamenErscheinungen kund, von denen das Parlament bald Kenntniß nehmen mußte. Am17. Juni brachte es- Stavenhagen aus Berlin zur Sprache, daß bereits am 8. Maider Bundestag beschlossen habe, die deutschen Regierungen seien zwar berechtigt, abernicht verpflichtet, Beschlag auf dänisches Eigenthum und dänische Schiffe zu legen;Hannover habe in Berlin erklärt, ditz von ihm angeordnete Beschlagnahme aufhebenzu wollen, und sogar sei von Seiten der provisorischen Regierung in Schleswig-Hol-stein „diese Aufhebung schon am 17. Mai wirklich erfolgt. Andere Regierungen hät-ten Ähnliches gethan, sodaß dänische Schiffe in deutschen Häfen verkehren, währendDäistmark fortwährend Schiffe und Eigenthum deutscher Staaten noch feindselig be-handle, die Häfen Mecklenburgs und Preußens blvckire, und preußisches Eigenthumin Kopenhagen versteigern lasse. Das sei eine Satire auf die Einheit Deutschlands,ein greller Widerspruch gegen die Beschlüsse des Parlaments.
Sogleich verlangte Herr von Reden, daß ein Antrag, den er über diesen Gegen-stand schon drei Tage vorher schriftlich eingereicht, als ein dringlicher zur Verhand-lung komme: eS sollte nämlich jede auf den Kricgszustand Deutschlands mit Däne-mark sich beziehende Sonderunterhandlung einzelner deutscher Staaten für eine Ver-letzung deutscher Ehre und einen Verrath am Vaterlande erklärt werden. Nauwerckstellte hierzu noch den Antrag, man solle durch den Völkerrechtsausschuß von derBundesversammlung Auskunft über die derartigen Unterhandlungen einfodern. Franckeerinnerte daran, daß trotz des erklärten KriegS ein östreichischer Gesandter in Kopen-hagen, ein dänischer am östreichischen Hofe verweile; woraus Sommaruga entgegnete,
der Krieg, den Deutschland führe, berühre den König von Ungarn nicht. Wenn dies