Die deutsche Nationalversammlung.
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richtig war, so konnte cS höchsten» beweisen, daß ein wahrhaft selbständige« Deutsch-land nicht möglich sci, so lange einer seiner Fürsten neben dem heimischen auch frem-des Gebiet besitze. Aber zu einer so nothwendigen Folgerung wollte sich nicht leichtein Östreicher bekennen.
Die Nationalversammlung verwies sämmtliche Anträge an den Ausschuß. Aberbevor noch an eine Berichterstattung gedacht werden konnte, hatte sich ihr Verhalt-»iß zu den dänischen Angelegenheiten gründlich geändert durch das Gesetz über dieBegründung der Centralgewalt, daS ihr die Entscheidung über Krieg und Friedenvorbehielt. Und bald genug kam die Gelegenheit, diese Befugniß geltend zu machen.Man hörte, es sei der englischen und schwedischen Regierung zu Ende Juni gelun-gen, einen Waffenstillstand zu vermitteln. Über dessen Bedingungen liefen Gerüchte,die ihn als hockst ungünstig für Deutschland darstellten. Um den Zweifeln ein Endezu machen, beantragte Duncker von Halle, das Parlament möge durch den Völker-rechtlichen Ausschuß genaue Kunde von der Sachlage einziehen (10. Juli). Claussen,Eöniarch und Andere verlangten eine ausdrückliche Erklärung, daß mit Daneinarlweder ein Friede, noch ein Waffenstillstand, der Fricdenseinleitungen enthalte, andersals durch den Reichsverweser und unter Beobachtung des Gesetzes vom 28. Junigeschlossen werden dürfe.
Es wurde sofort e'me Verhandlung darüber eröffnet, ob die Anträge dringlichseien. Claussen gab eine», zwar nur den Zeitungen entlehnten, aber doch im Gan-ze» wahrhaften Bericht über die Bedingungen des dreimonatlichen Waffenstillstandes,der zu Malmoe zwischen dem Bevollmächtigten Preußens und dem dänischen Mini-stcr, Grafen Knuth, vereinbart, von den Dänen angenommen worden sei, und dieVcrbürgung Rußlands und Englands erhalten solle. Man sei übereingekommen, eineRegierung von fünf Personen für die Herzogthümcr zu bestelle», von denen der Kö-nig von Dänemark zwei, und Preußen im Namen des Deutschen Bundes ebenfallszwei zu ernennen habe; diese vier sollten den fünften, den Vorsitzenden nämlich, er-wählen; und im Falle sie sich darüber nicht verständigen könnten, bliebe England dieErnennung anheimgestellt. Unter diesen fünf Personen dürste aber keine solche sein,die in der frühern von Dänemark ernannten, noch in der jetzigen Provisorischen Re-gierung der Herzogthümcr gesessen habe. Das deutsche Heer, wie das dänische, habedie Herzogthümcr zu räumen; in Holstein solle nur der inländische bundeSmäßigeHeereStheil, jedoch so, daß die Stärke der Mannschaften auf den FriedenSfuß zu setzensei, in Schleswig aber nur die Stämme der in diesem Lande ausgchobenen Trup-pen bleiben dürfen; hingegen dürfe Dänemark auf der schleswigschen Insel Alseneine geringe Truppenzahl aufstellen, angeblich zum Schuh der Krankenanstalten. Auchsollte Dänemark für die von deutschen Truppen in Jütland erzwungenen Lieferungenschadlos gehalten werden, und, sobald dies geschehen, die deutschen Schiffe und Güterfreigeben oder deren Werth ersehen. Einen solchen Vertrag zu schließen, habe Preußengewiß keinen Auftrag vom Deutschen Bunde gehabt; und Bedingungen solcher Artseien eine Verletzung des Ncck ts und der Parlamentsbeschlüsse.
Keiner unter allen Abgeoi dneten trat für den Waffenstillstand auf; die Entrüstung'E allgemein. Sie mischte sich bei Vielen mit Erbitterung, als Vogt daran erinnerte,
^ preußische Geschäftsträger »on Wildcnbruch bereits am 8. April der dänischenLegierung amtlich mitgetheilt habe, Preußen rücke nur deshalb ins Holsteinische ein,um dem Komge d,e Herzog chstmer zu erhalten, auf daß dort nicht die beabsichtigteGründung einer nordalbin-stsche» Republik gelinge. Durch dieses Schreiben, sagteVogt, erfahre man also, daß Preußen nicht für daS Recht des Volks, sondern fürdie Sache des dänischen Königsh„uses das Schwert gezogen habe; man sehe, daßeinzelne Regierungen immer noch die Befugnisse der Nationalversammlung und desNeichsverwcsers nicht anerkennen wollten. Vogt hätte indessen auch erwähnen können,daß die Provisorische Regierung von Schleswig-Holstein selbst, um die preußische Hülfedesto sicherer zu erlangen, in Berlin angedeutet hatte, sie könne, wenn sie verlassenbleibe, sich genöthigt sehen, die Republik zu erklären und die deutsche Volkskraft aus.